Jobwunder

05. Februar 2018 05:45; Akt: 05.02.2018 09:38 Print

Schweizer Firmen haben 177'000 Stellen offen

Derzeit suchen Firmen im Vergleich zum Vorjahr 15 Prozent mehr Angestellte. Zum Jobwunder führen der Frankenkurs sowie der Boom in der EU.

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Der Frankenschock ist überwunden, die Exportmaschinerie läuft wieder. Das schlägt sich nun auch in der Zahl der ausgeschriebenen Stellen nieder. So registrierte das Unternehmen x28 in seinem Jobradar, den es exklusiv für 20 Minuten erstellt hat, per Ende Januar 176'980 offene Stellen. Das sind 15 Prozent mehr als noch vor einem Jahr.

«Der markante Anstieg an ausgeschriebenen Jobs lässt erkennen, dass Unternehmen dem neuen Jahr wirtschaftlich optimistisch entgegenblicken», sagt Cornel Müller, Geschäftsleitungsmitglied von x28. Die Konjunkturforschungsstelle KOF prognostiziert für das Jahr 2018 ein Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent.

Exportindustrie schafft prozentual die meisten neuen Jobs

Am meisten mehr Jobs im Vergleich zum Vorjahresmonat inserierten Firmen in der Branche Uhren und Schmuck. Die Zahl nahm um 53 Prozent zu. Danach folgen die Branchen Umwelttechnik (+28%), Elektro- und Medizinaltechnik (+22%) sowie die Metall- und Maschinenbauindustrie (+20%).

«Dass vor allem auch die Exportbranchen wieder mehr Fachkräfte suchen, lässt darauf schliessen, dass nicht nur die Schweiz, sondern auch die Länder, die Schweizer Produkte importieren, sich von der wirtschaftlichen Flaute erholt haben», sagt Müller. Marco Salvi, Ökonom bei der Denkfabrik Avenir Suisse, spricht gar vom «Jobwunder Schweiz» (siehe Interview).

Pflegefachleute können aus Tausenden Stellen wählen

Der Zuwachs bei den Stelleninseraten aus den Branchen Uhren oder Umwelttechnik geht aber von einem tiefen Niveau aus. Die meisten Stellen sind nämlich im Bereich Gesundheitswesen ausgeschrieben. Dort sind derzeit 6338 Stellen offen, fast 500 mehr als im Vorjahr.

Dasselbe zeigt sich bei der Auswertung nach Berufszweigen: Zwar legten Jobs im Bereich Informatik prozentual am meisten zu. So wurden im Vergleich diesen Januar 50 Prozent mehr IT-Sicherheitsexperten gesucht. «Die Zunahme weist deutlich darauf hin, wie wichtig Jobs im IT-Bereich werden», sagt Müller. Doch die IT-Jobs verzeichnen nur einen grossen Zuwachs, weil bisher nur einige Hundert dieser Stellen ausgeschrieben wurden, während die Pflege auch bei der Auswertung nach Berufsgruppen die Rangliste anführt.

Handwerker trotz Digitalisierung gesucht

Auch wenn die IT-Branche boomt, zeigt die Auswertung von x28 nach den konkreten ausgeschriebenen Jobprofilen weiter, dass die Schweizer Wirtschaft grösstenteils nach Handwerkern wie Elektromonteuren, Sanitären und Polymechanikern sucht. In den Top Ten der meistinserierten konkreten Jobs sind fünf von zehn handwerkliche Berufe (siehe Tabelle). Der Software-Entwickler ist hingegen der einzige Beruf aus der Informatik.

Vom Jobwunder profitieren können aber nicht alle gleich. Am meisten zusätzliche Stellen im Vergleich zum Vorjahr wurden in der Region Bern geschaffen: Diesen Januar sind 17830 Jobs inseriert (+7975). Danach folgt Basel-Stadt (+3835) sowie der Aargau (+1962). Weniger Jobs gab es einzig im Kanton Uri. Dort wurden 507 Stellen ausgeschrieben (-9).

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(pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Willy Weber am 05.02.2018 06:02 Report Diesen Beitrag melden

    Quatsch

    Hört mal endlich auf mit dieser Propaganda. Jeder ü50 weiss, dass es praktisch unmöglich ist, hier noch einen Job zu bekommen, selbst mit bester Qualifikation.

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  • Sven am 05.02.2018 06:25 Report Diesen Beitrag melden

    Schön wärs

    Als Ü50 wird man von vielen Firmen vorsätzlich entsorgt und hat, trotz bester Qualifikation, kaum mehr Chancen einen Job zu finden. Gleichzeitig sollen wir aber immer länger arbeiten. Ja was denn bitteschön, wenn uns keiner mehr haben will. Firmen sollten für so ein Vorgehen hart bestraft werden oder die Pensionskassenbeiträge sollten für jüngere erhöht und für ältere gesenkt werden. Es ist an der Zeit, dass der Bundesrat endlich aus seinem Dornröschenschlaf erwacht und mal was für Volk tut sonst haben wir bald ein ganzes Heer von Ü50 Sozialhilfeempfangern.

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  • lucky one am 05.02.2018 06:12 Report Diesen Beitrag melden

    HRM...

    ....muss ketzt noch mitspielen und den Arbeitsuchenden eine Chance geben, die vielleicht nicht exakt genau diesen Beruf gelernt hat, sondern ein kleines kürschen machen müsste, die Grundausbildung aber mitbringt. Hier halt es und nicht, dass manche nicht arbeiten wollen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Realist am 06.02.2018 21:41 Report Diesen Beitrag melden

    A-Z GLEICHE ARBEITSLOSEN-GELDER

    Ob Handwerker oder Studierte-Akademiker - alles andere ist eine Diskriminierung. So kann man auch die Akademiker zu einer weniger gut bezahlten Stelle zwingen anstatt gross mit der Kelle Arbeitslosen-Geld abzuzocken.

  • Arme Siech am 06.02.2018 06:26 Report Diesen Beitrag melden

    Dumpinglöhne machen das Angebot

    Klar, erst mal allen langjährigen und älteren Mitarbeitern aus Wirtschaftlichen Gründen Kündigen. Dann da es angeblich zuwenig Fachpersonal in der Schweiz dieses viel billiger aus dem Ausland Rekrutieren. Wird ja schon lange mit dem Segen vom Seco praktiziert. Man darf sich Fragen warum? Wohl aus Profitgier.

  • Lohmeyer am 06.02.2018 06:17 Report Diesen Beitrag melden

    Es ginge

    Entweder ist die Meldung falsch mit den vielen Jobs oder ihr macht was falsch. Wachstum braucht Hilfe. Will eine Firma wachsen, braucht es neue Leute, aber gute Leute. Mit schlechten Mitarbeitern wird aus Wachstum eine Pleite. Also seid gut und bewerbt euch mit anstaendigem Dossier. Ich achte nicht nur auf Schulnoten.

    • Franz am 06.02.2018 17:16 Report Diesen Beitrag melden

      Keine Ahnung

      Sind Sie einer dieser vielen Personalvermittler, die es wie Sand am Meer gibt? Die meisten davon sind angelernte ohne Ausbildung in diesem Bereich. Oftmals haben Sie keine Ahnung vom Tätigkeitsfeld ihrer Bewerber und Kunden.

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  • disa.id am 06.02.2018 03:47 Report Diesen Beitrag melden

    ..

    Mann muss jung sein und dazu noch am besten 673538 Jahre Berufserfahrung mitbringen und einen nicht ausländischen Nachnamen haben sonst geht das Bewerbungsdossier direkt auf die Seite..

  • Julian Studer am 05.02.2018 22:13 Report Diesen Beitrag melden

    Falsch

    Alt: Elektromonteur Neu: Elektroinstallateur Montage-Elektriker

    • Chluteri am 06.02.2018 06:29 Report Diesen Beitrag melden

      Stromer

      Mein Strom kommt aus der Steckdose!

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