«ICTskills 2016»

07. September 2016 08:36; Akt: 07.09.2016 14:37 Print

Jugendliche kämpfen um Titel des besten IT-Stifts

Im Hauptbahnnof Zürich finden die Lehrlingsmeisterschaften in Informatik und Mediamatik statt. Die Branche möchte mit dem Anlass auch auf den Fachkräftemangel aufmerksam machen.

Im Hauptbahnhof Zürich findet die ICTskills 2016 statt.
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Applikationsentwicklung, Webdesign, Mediamatik und Systemtechnik: In diesen Disziplinen kämpfen derzeit insgesamt 90 Lehrlinge um den Titel des Schweizer Meisters im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT). Veranstaltungsort des Events, der den Namen ICTskills 2016 trägt und vom Verband ICT Berufsbildung Schweiz organisiert wird, ist die Haupthalle des Zürcher Hauptbahnhofs.

Umfrage
Soll Programmieren und Informatik schon in der Primarschule unterrichtet werden?
45 %
24 %
31 %
Insgesamt 10976 Teilnehmer

Gewählt wurde der prominente Austragungsort, um möglichst vielen Jugendlichen das Berufsfeld der Informatik näherzubringen. Jörg Aebischer, Geschäftsführer von ICT Berufsbildung Schweiz, sagt zu 20 Minuten: «Unser Bedarf an Fachkräften im Informatik-Bereich wächst jährlich um 10'000 Personen, weshalb es schwerfällt, genug geeigenetes Personal zu finden.» Umso wichtiger sei es daher, eine grosse Anzahl von Jugendlichen zum Ergreifen eines solchen Berufs zu bewegen.

Von Robotik bis Programmierung

Am Event in Zürich stellen sich daher mehrere Firmen und Ausbildungsstätten vor, die Lehren und Studiengänge in diesem Bereich anbieten. Das Publikum erhält die Möglichkeit, neue Entwicklungen aus der Welt der Robotik, Programmierung und der Drohnen kennenzulernen. Start-up-Gründer oder auch Wissenschaftler präsentieren Projekte zu Schwerpunktthemen wie Mobilität, Innovation und Sicherheit.

Damit der Wirtschaftsstandort Schweiz nicht ins Hintertreffen gerät, hatten bereits im Juni Wirtschaftsvertreter und Politiker gefordert, die Informatik-Kentnisse von Schülern zu stärken.
«Neben Lesen und Schreiben muss man in der Primarschule auch Programmieren unterrichten», sagte der ehemalige Nationalbank-Chef Philipp Hildebrand. FDP-Ständerat Ruedi Noser forderte sogar: «Kein Schüler sollte in der Schweiz die Matura machen dürfen, wenn er nicht mindestens eine Programmiersprache beherrscht.»

Schon auf der Primarstufe

Politiker und Schulvertreter unterstützen die Stimmen. Er sei klar dafür, Programmieren schon auf Primarstufe zu lehren, das sei schliesslich die Zukunft, so SVP-Nationalrat Felix Müri damals. Sein Parteikollege und IT-Unternehmer Franz Grüter machte sich ebenfalls für den Unterricht stark. «Damit die Schweiz den Zug nicht verpasst, müssen die Schüler unbedingt mit der Materie vertraut gemacht werden.»

Die Informatik-Kompetenz ist aus diesen Gründen im neuen Lehrplan 21 im Modul «Medien und Informatik» enthalten. Künftig gebe es praktisch keine Jobs mehr ohne grundlegende Kompetenzen in Informatik, sagt Beat Zemp, Präsident des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz. Es sei aber wichtig, dass Programmieren stufengerecht vermittelt werde. «Durch Klötzchen, Zeichnungen und Symbole kann man Kinder bereits in der Primarunterstufe damit spielerisch vertraut machen.»

(kwo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • E.T. am 07.09.2016 09:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mangel?

    Ich sehe seit Jahren wie IT Fachkräfte Abteilungsweise auf die Strasse gestellt werden da Offshoring/Outsourcing bei den sogenannten Managern so beliebt ist. Hauptsache billig, ausbaden tun's dann eh die andern.

  • Lehrabgänger am 07.09.2016 08:47 Report Diesen Beitrag melden

    Nur so...

    Die Informatik besteht nicht nur aus Programmieren ;)

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  • Oekonom am 07.09.2016 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    In einer Marktwirtschaft

    gibt es keinen Fachkräftemangel, oder nur kurzzeitig. Es gibt hingegen einen Fachkräftemangel, wenn Löhne unter dem Marktpreis bezahlt werden. Das Märchen mit dem Fachkräftemangel wird immer wieder herangezogen, um Lohndumping (meist durch Einwanderung) zu rechtfertigen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • AlexKeller am 08.09.2016 14:43 Report Diesen Beitrag melden

    Der Mangel an Fachkräften.

    Was ist eine Informatik-Fachkraft?! Ein Mensch der die Informatik-Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat. Und von denen gibt es in der Schweiz zu Hauf. Schön wäre es, wenn sich einer für die HF/FH oder für Zertifizierungen wie die von Cisco... interessiert, dass das Unternehmen hinter dieser Person steht, auch zeitlicher wie auch finanzieller Natur. Weiterbildungen, wie auch viele IT- nahe Zertifizierungen gehen richtig ins Geld, da spricht man sehr schnell von einem 5 stelligen Betrag. Der Lohn in der IT ist immer noch gut (man kann von dem Lohn leben), aber ein ITler muss sich weiterbilden

  • Julius am 07.09.2016 18:15 Report Diesen Beitrag melden

    Pro Informatik

    Ich finde die Grundkenntnisse in Informatik sollten alle Schüler lernen. Durch vernetztes Denken fällt es leichter auch mathematische Vorgänge zu verstehen. Die Informatik kann Schülern helfen Zusammenhänge besser zu verstehen und Anwendungen von theoretischem Krimskrams zu lernen. Ich wäre damals froh gewesen, mehr über Informatik zu lernen, nein nicht wie Excel Basics funktionieren. Einfaches Programmieren mit Pascal würde schon einiges bewirken. Informatik ist ein umfassendes Fach das vieles verbinden kann.

  • Daniel am 07.09.2016 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    Firmen müssen Gewinnmaximieren

    Früher wurden IT Fachkräfte in den Firmen ausgebildet resp. weitergebildet. Heute erwartet man, dass sie vom Himmel fallen. Nicht für jede IT Stelle braucht es jemandem mit Studium ! Also hört mal auf zu jammern, liebe Firmen, und bildet Leute aus. Auch der liebe ICT gehört zu dieser Jammergesellschaft. Ein Verband, der nichts für die IT tut, sollte aufgelöst werden !

    • ameier am 08.09.2016 15:21 Report Diesen Beitrag melden

      auf den Punkt gebracht

      Genau, ausbilden....die Menschen sind nicht anders wie früher, im Gegenteil, sie haben verlernt selber zu denken, logisch zu denken, da ihnen alles abgenommen wird durch alles Automatisierte! Fachidioten braucht s nicht, Menschen, die im täglichen Leben funktionieren!

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  • danig am 07.09.2016 15:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    praktikums mangel

    ich habe die schule als informatiker angefangen suche aber seit 3 monaten in bern vergebens nach einem praktikum.

    • Milli am 08.09.2016 14:31 Report Diesen Beitrag melden

      @danig

      Vielleicht sollten Sie mal etwas flexibler werden??? Sie müssen sich nicht nur auf Bern konzentrieren, dann klappt es sicher!!

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  • NathiaAmbrose am 07.09.2016 14:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Es würde weniger mangel an IT Spezialisten geben wenn man den Leuten eine Change geben würde.. Angefangen bei den Lehrstellen... hat man etwas schlechtere Noten hat man gar keine Change! Ich finde es ist wichtig wie jemand arbeitet und nicht welche Noten man macht. Was bringt einem jemanden mit guten Noten anzustellen aber in der Praxis ist er eine pfeiffe... zzz Die Leute sind selber schuld an den mängeln!!!

    • IT am 07.09.2016 18:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @NathiaAmbrose

      Kommt auf die Fächer an. Jemand der in Franz grottenschlecht ist muss kein schlechter Entwickler werden. Wenn du jedoch in Mathe oder Englisch schon in der Bezirksschule schlecht bist, wird aus dir ziemlich sicher kein guter Informatiker im Bereich Softwareentwicklung.

    • UltrasRedStar am 07.09.2016 21:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @NathiaAmbrose

      Zudem: Wenn du schon in der Grundschule ungenügende Noten in den Hauptfächern hast (aus Faulheit oder weil du es nicht begreifst), dann wirst du die Fächer einer Softwareentwicklungs Lehre sowieso nicht abschliessen können und weiter schlechte Noten schreiben. Wenn du dann in einem Teilgebiet ungenügend bist, bist du durchgefallen und wirst aus der Schule geschmissen! Was hat dann dein Betrieb davon, wenn du nicht abschliessen kannst und er einen neuen Lehrling suchen muss?! Klar, Noten sind nicht alles, aber sie gehören definitiv dazu und müssen gut sein! Informatiker = anspruchsvoll!

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