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«Wir kooperieren voll»
06. Februar 2012 07:30; Akt: 06.02.2012 09:50 Print
Julius Bär rechnet mit Busse aus den USA
Die Bank Julius Bär hat einen deutlichen Gewinnrückgang zu verkraften. Überdies erwartet die Bank, gegenüber den US-Behörden eine Strafzahlung tätigen zu müssen.
Die Bank Julius Bär zittert nach dem Untergang der Bank Wegelin vor möglichen Klagen aus den USA.
Die Bank Julius Bär muss einen Gewinnrückgang hinnehmen. Der adjustierte Konzerngewinn ging 2011 um 21 Prozent auf 401 Mio. Fr. zurück, während der zugrundeliegende Gewinn um 10 Prozent auf 452 Mio. Fr. schrumpfte.
Aktien klar tiefer gestartetDie Aktien der Julius Bär Gruppe sind am Montag mit deutlich tieferen Kursen gestartet. Um 09.25 Uhr stehen Julius Bär 2,2 Prozent tiefer auf dem Stand von 37,02 Fr. sind damit schwächster SMI-Wert.
Das von der Zürcher Privatbank für das Geschäftsjahr 2011 veröffentlichte Ergebnis wird den Markterwartungen beim Konzerngewinn, den verwalteten Kundenvermögen und der Nettoneugeldentwicklung zwar einigermassen gerecht, allerdings waren die Erträge etwas geringer als erwartet. In Analystenkommentaren wird das Bär-Ergebnis relativ kritisch beurteilt, wenn auch kaum von Überraschungen die Rede ist. Die ZKB spricht von «insgesamt gemischten Zahlen». Das Ergebnis liege auf den ersten Blick zwar etwas über den Erwartungen, operativ sei es aber etwas schwächer als antizipiert, meint die Staatsbank.
Relativ pessimistisch äussert sich die Bank Vontobel zum Ergebnis ihres Konkurrenten. Die Anpassung der Ziele bedeute wohl, dass mit höheren Restrukturierungskosten (als bisher erwartet) gerechnet werde, heisst es. (sda)
Darin enthalten sind aber nicht die 50 Mio. Euro Ablasszahlung, welche die Vermögensverwalterin im Frühling an Deutschland gezahlt hatte. So konnte die Bank erreichen, dass ihre Mitarbeiter oder eventuell auch das Institut selbst wegen Steuerdelikten von Kunden unbehelligt blieb.
Die Bank sei auch «sehr bestrebt», die Situation im Steuerstreit mit den USA zu bereinigen, hiess es in der Mitteilung vom Montag. Julius Bär zittert nach dem Untergang der St. Galler Bank Wegelin wie eine Reihe anderer Banken wegen möglicher Klagen der Vereinigten Staaten.
Trotz Gewinneinbussen: 10 Milliarden an neuen Kundenvermögen
Die Höhe der verwalteten Vermögen des Zürcher Traditionshauses am Ende des Jahres veränderte sich indessen mit 170 Mrd. Fr. im Vergleich zum Vorjahr kaum. Unter dem Strich nahm die Bank 10,2 Mrd. Fr. an neuen Kundenvermögen entgegen, etwas mehr als von Analysten im Schnitt erwartet. Dass die verwalteten Vermögen nicht wuchsen, lag laut Julius Bär an der Lage der Finanzmärkte.
Das meiste Geld kam von wohlhabenden und reichen Menschen aus den aufstrebenden Regionen Asiens, Lateinamerikas sowie aus Osteuropa, Russland und dem Nahen Osten. Allerdings hat Julius Bär nach eigenen Angaben auch Zuflüsse in der Schweiz und in Deutschland verzeichnet.
Julius Bär geht von Strafzahlung in den USA aus
Die Bank Julius Bär erwartet, im Zuge des Steuerkonflikts mit den USA eine Strafe an die dortigen Behörden bezahlen zu müssen. Wieviel das sein wird, bleibt abzuwarten.
«Die Situation ist bei jeder Bank anders. Es kann gut sein, dass wir eine Strafe bezahlen müssen», sagte Bank-Bär-Chef Boris Collardi am Montagmorgen während einer Telefonkonferenz mit Nachrichtenagenturen. Eine Klage gegen die Zürcher Vermögensverwalterin hält Collardi dagegen für weniger wahrscheinlich.
«Wir haben proaktiv gehandelt und kooperieren voll mit den US- Behörden», sagte Collardi. Seine Bank unterstütze die Verhandlungen zwischen der Schweiz und den USA «voll und ganz». Der Bankchef glaubt daran, dass am Ende des Steuerkonflikts eine «für beide Seiten zufriedenstellende» Lösung ausgehandelt wird.
Finanzchef Dieter Enkelmann konnte nicht beziffern, wie hoch eine mögliche Strafsumme in den USA sein könnte. Daher sei es auch nicht möglich, über die Höhe von Rückstellungen zu sprechen, oder wie eine solche Zahlung die Dividende beeinflussen werde. Für 2011 bezahlt die Bank ihren Anteilseignern 60 Rp. Dividende plus 40 Rp. Sonderdividende pro Aktie.
(sda)
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Alle 5 Kommentare
































Apropos Rückstellungen
Falls die Bank aber gar keine Rückstellungen für die zu erwartende hohe Busse macht, wäre das mehr als leichtsinnig.
Doppelmoral
So wie die Schweizer Banken mit illegalen Handlungen Geld macht, so machen es alle anderen auch. Ebenfalls die USA. Gegen Aussen stehts korrekt und nach innen? Es erwischt jeden einmal. Heute die Schweizer und morgen wieder die USA. Und die EU steckt schon lange in der Kriese. Jetzt hat man bemerkt, dass man niemandem mehr trauen kann. Schon gar nicht Banker und Politiker. Tja.
Unsere Banken und Schwarzgeld
Jetzt ist mir klar, wieso viele weniger als 6000 Franken verdienen. Die sind halt zu ehrlich.