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Pensionskassen
20. September 2012 11:34; Akt: 20.09.2012 11:48 Print
Junge sollen wissen, wie viel sie an Alte zahlen
von Elisabeth Rizzi - Pensionskassen sollen den Bestand an Beitragszahlern und Rentnern ausweisen. Das fordert Swisscanto-Chef Gérard Fischer, um Quersubventionierungen einzudämmen.

Im gegenwärtigen Umfeld von rekordtiefen Zinsen, wird die Solidarität von Jung und Alt bei der beruflichen Vorsorge stark strapaziert. (Bild: Colourbox)
Das Gesetz sieht vor, dass jeder Beitragszahler in der zweiten Säule für sich selbst spart. Doch dieser Grundsatz gerät immer mehr ins Wanken. Mit 600 Millionen Franken jährlich müssen die Erwerbstätigen die Rentner quersubventionieren, weil dieses Geld zur Bezahlung der zu hohen Renten verwendet werden muss. Das ist Geld, das dereinst für die Renten der heute noch Jungen fehlen wird. Das zeigen Berechnung von Avenir Suisse.
Mehr TransparenzSwisscanto unterstützt eine neue Beurteilung des Deckungsgrades der Pensionskassen. Gemäss einem Modell der Beratung PPCmetrics soll die Zahlungsfähigkeit der Vorsorgeinrichtungen um die Dimension Aktive versus Rentner und dem entsprechenden Finanzierungsloch ergänzt werden. Dieser «risikotragende Deckungsgrad» zeigt, dass die privat-rechtlichen Pensionskassen heute bloss zu 85 Prozent ihre Leistungen erfüllen können. Die öffentlich-rechtlichen erreichen nur mehr einen Grad von 42 Prozent. Der traditionelle Deckungsgrad liegt dagegen heute bei 107 Prozent für die privatrechtlichen und bei 86,5 Prozent für die öffentlich-rechtlichen Kassen.
Schuld ist nicht nur der Umwandlungssatz, also der jährlich als Rente ausbezahlte Anteil des ersparten Kapitals. Ebenso fatal ist die unrealistisch hohe Verzinsung der Rentenguthaben. Diesen so genannt technischen Zinssatz bestimmen die Pensionskassen bzw. deren Stiftungsräte selbst.
Junge bluten unterschiedlich stark
Die Jungen bluten je nach Vorsorgeeinrichtung unterschiedlich stark. In einer Kasse mit hohem Rentneranteil ist die Umverteilung von Jung zu Alt viel höher als in einer Institution mit weniger Rentnern. Doch wie es wirklich um die Kasse steht, können Versicherte heute nicht herausfinden. Denn der Deckungsgrad zeigt nur, ob eine Kasse aktuell ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. Versteckte Quersubventionierungen bleiben unentdeckt.
Swisscanto, das Asset-Management-Unternehmen der Kantonalbanken und Herausgeber der jährlichen Studie «Schweizer Pensionskassen», will damit Schluss machen. «Die Pensionskassen sollten ihren Bestand an aktiven Beitragszahlern und Rentnern aufschlüsseln und transparent ausweisen», fordert CEO Gérard Fischer. Nur so werde offensichtlich, wie gross das Risiko für dramatische Sanierungsmassnahmen sei.
Die Transparenz käme den jungen Beitragszahlenden zugute. Denn sie ermögliche ein frühes Eingreifen der Stiftungsräte; dann wenn die Einschnitte noch nicht zu schmerzhaft seien. Damit meint er in erster Linie Massnahmen wie eine Senkung von technischem Zinssatz und Umwandlungssatz, was letztlich eine tiefere künftige Rente zur Folge hat. Doch immerhin bleibt so mehr Geld für die künftigen Generationen gerettet, als wenn die Illusion bis zum Knall aufrecht erhalten wird.
Aufsicht gefordert
«Das Problem ist: Heute weist kaum eine Vorsorge-Einrichtung die Umverteilungen offen aus, weil diese unter dem Titel Solidarität stattfinden», bedauert Fischer. Im Umfeld der gegenwärtig rekordtiefen Zinsen, dürfe die Solidarität jedoch nicht überstrapaziert werden.
Für Fischer ist deshalb klar, dass die Aufsichtsbehörde von den Vorsorge-Institutionen verlangen müsste, Umverteilungen transparent zu machen. «Dazu wäre nicht einmal eine Gesetzesanpassung nötig», sagt er.
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Alle 41 Kommentare

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"Alt werden" .......?
Ja gerne, aber dann im Paradies!
naja
Was bringt uns das? ich 27, rechne sowieso bis im jahr 2050 ist das rentenalter auf 70-72 hochgeschnallt und mein pessionskassengeld ist an der börse ''verschwunden''! naja jetzt habe ich zumindest 60 jahre zeit um zu sparen und nicht auf die 2. säule hoffen!
Mit allen Mitteln Unfriede stiften
Wenn schon diese Rechnung gemacht wird, sollte auch veröffentlicht werden, wie viel von den gemachten Beiträgen durch Unkosten wie Administration und Gewinnabschöpfung den Beitragszahlern abhanden kommt. So scheint mir dieses Vorgehen mehr ein Angriff auf den sozialen Frieden.