Neuer Nachfrage-Boom

26. September 2018 11:59; Akt: 26.09.2018 13:55 Print

Käufer stürzen sich auf kleine Wohnungen

Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen boomt. Besonders gefragt sind kleine Objekte und solche zum Preis von unter einer Million Franken.

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Die Zahl der im Internet zum Verkauf angebotenen Wohnungen hat zugenommen. Trotzdem gingen sie schneller weg - sie waren deutlich kürzer inseriert. Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen in der Schweiz ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die aktuelle Studie umfasst die Zeit zwischen Juli 2017 und Juni 2018. In der Region Zürich vergrösserte sich die Zahl der ausgeschriebenen Wohnungen um 8 Prozent: Insgesamt wurden 4787 Eigentumswohnungen auf Internetportalen zum Verkauf angeboten. Trotz dieser Zunahme des Angebotes hat sich die durchschnittliche Zeit, in der die Wohnungen ausgeschrieben waren (Insertionszeit), stark verkürzt. Die mit Abstand meisten Eigentumswohnungen wurden in suburbanen Gemeinden angeboten (dem Agglomerationsgürtel). In der Region Nordwestschweiz wurden 5434 Wohnungen zum Verkauf angeboten. Dies entspricht einer Zunahme der im Internet zum Kauf angebotenen Wohnungen um 5%. Die Insertionszeit hat sich in der Berichtsperiode um 23 Tage auf 73 Insertionstage verkürzt. Mit insgesamt 1925 Wohnungen (35%) bilden suburbane Gemeinden den grössten Markt, gefolgt von den periurbanen Gemeinden mit 995 Objekten (22%). Mit 5870 auf Internetportalen ausgeschriebenen Eigentumswohnungen zählte die Region Espace Mittelland ein um 1% kleineres Angebot als noch in der Vorperiode. Die Region stellte damit nach der Region Waadt/Wallis und der Region Tessin den drittgrössten Schweizer Eigentumswohnungsmarkt. Mit 61 Insertionstagen mussten sich Verkäufer 29 Tage weniger lang gedulden, um einen Abnehmer zu finden als noch in der Vorperiode. Im aktuellen Berichtsjahr konnte in der Region Ostschweiz ein starker Anstieg der Nachfrage ausgemacht werden: Obwohl im Vergleich zur Vorperiode mit 3436 Eigentumswohnungen 4% mehr Objekte auf Onlineportalen angeboten wurden als noch in der Vorperiode, hat sich die Insertionsdauer sehr stark verkürzt. In der Region Ostschweiz stellten die Zentren und die suburbanen Gemeinden den Grossteil des untersuchten Marktes dar. Im Tessin wurden mit 6925 Eigentumswohnungen 10% mehr Objekte auf Internetportalen angeboten als noch in der Vorperiode. Die durchschnittliche Insertionszeit verkürzte sich unter dieser Angebotszunahme um 15 Tage auf 99 Insertionstage. Vor allem in den Zentren wurden mehr Wohnungen angeboten. Die Innerschweiz bildet mit 2698 im Internet ausgeschriebenen Eigentumswohnungen den kleinsten Markt der untersuchten Regionen. Gegenüber dem Vorjahr hat das Angebotsvolumen von 2663 Objekten um 1 Prozent zugelegt. Die mittlere Insertionszeit verkürzte sich in der Berichtsperiode von 106 Tagen auf 75 Insertionstage. Die Region Waadt/Wallis erlebte einen leichten Rückgang des Angebotsvolumens um 3 Prozent von 10'359 auf 10'098 im Internet ausgeschriebene Wohnungen. Die durchschnittliche Insertionszeit sank gleichzeitig deutlich um 27 Tage auf 65 Insertionstage. In allen Gemeindetypen ist ein klarer Rückgang der durchschnittlichen Ausschreibungszeit zu verzeichnen. In der Region Genf verkürzte sich die Insertionsdauer von Eigentumswohnungen in den untersuchten Gemeinden deutlich von 86 auf 69 Insertionstage. Der Rückgang der durchschnittlichen Insertionszeit ist mit dem Rückgang der Anzahl der im Internet inserierten Wohnun- gen um 11 Prozent auf 4711 Objekte einhergegangen.

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In der ganzen Schweiz werden Eigentumswohnungen wieder verstärkt nachgefragt. Obwohl mehr Wohnungen zum Verkauf ausgeschrieben wurden, gingen sie schneller weg. In der ausgewerteten Periode (Sommer 2017 bis Sommer 2018) dauerte es im Schnitt 70 Tage, bis ein Käufer gefunden wurde. Das entspricht einer Abnahme von 33 Tagen oder rund einem Drittel gegenüber der Vorperiode, wie aus der Online Home Market Analysis (OHMA) von Homegate.ch und dem Swiss Real Estate Institute hervorgeht.

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Am meisten gesucht sind laut der Analyse günstige Eigentumswohnungen für weniger als eine Million Franken und kleine Objekte mit drei und weniger Zimmern. «Das Segment der kleinen und günstigen Wohnungen ist seit längerem ausgetrocknet und somit für Investoren attraktiv», heisst es bei Homegate. Das Unternehmen gehört wie 20 Minuten zur Mediengruppe Tamedia. Zudem hänge die gestiegene Nachfrage nach kleinen Eigentumswohnungen auch mit den veränderten Haushaltsgrössen zusammen.

Käufer weichen auf Wohnungen aus

Im untersuchten Zeitraum vom 1. Juli 2017 bis zum 30. Juni 2018 wurden in der gesamten Schweiz rund 70'000 Eigentumswohnungen im Internet zum Kauf angeboten. Dies entspricht einer Zunahme um 3,5 Prozent gegenüber der Vorperiode (in der Diashow sehen Sie die Entwicklung in den einzelnen Regionen). Erneut wurden die teuersten Eigentumswohnungen in der Stadt Genf und der Stadt Zürich im Internet ausgeschrieben. Im Schnitt liegt der Preis pro Quadratmeter Nettowohnfläche bei 12'900 bzw. 12'500 Franken.

«Die aktuell gute Konjunktur und die tiefen Hypothekarzinsen beflügeln den Kauf von Wohneigentum. Zudem werden zahlreiche Eigentumswohnungen als Anlageobjekte für die Weitervermietung gekauft, da Anlagealternativen fehlen», sagt Peter Ilg, Leiter des Swiss Real Estate Institute der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich. Der Preisanstieg bei Einfamilienhäusern führe ausserdem dazu, dass kaufwillige Personen sich zunehmend Eigentumswohnungen zuwenden müssten.

Am schnellsten gehts in Zürich

Der historische Verlauf der Angebotsmenge und der durchschnittlichen sogenannten Insertionszeit deutet darauf hin, dass der Schweizer Eigentumswohnungsmarkt nach einem zweijährigen Nachfragerückgang wieder eine deutliche Nachfragesteigerung erlebt, schreibt Homegate. In der Region Zürich können Eigentumswohnungen mit 59 Insertionstagen im Schnitt am schnellsten verkauft werden. Auch in der Region Espace Mittelland finden Verkäufer durchschnittlich bereits nach 61 Tagen einen Abnehmer.

(sas)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lääser am 26.09.2018 12:20 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder

    Grössere Wohnungen kann sich kaum jemand mehr leisten. Mit der Mittelschicht gehts bergab.

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  • Antje am 26.09.2018 12:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und??

    Und wieviele springen über die Klinge wenn die Zinsen wieder steigen?

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  • Loxx am 26.09.2018 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    Schwierig, was zu finden

    Seit einiger Zeit findet man kaum etwas Zahlbares zum Kaufen. Meine Arbeitskollegin sagte gerade gestern zu mir: Und wieviel willst Du für Dein Haus? ??? Ich verkaufe gar nicht. Es ist seit 50 Jahren im Familienbesitz, zwar nichts Weltbewegendes, steht aber auf teurem Land. Sie war richtig aufdringlich und ich musste ihr ziemlich klar sagen, dass ich sowas GAR nicht goutiere. Aber so wird man zur Zeit angegangen. Ich z.Bsp. nicht nur von ihr sondern auch von Fremden, die durch die Quartiere ziehen und Häuser suchen. Mühsam.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nico Meier am 27.09.2018 15:12 Report Diesen Beitrag melden

    Mieter melken

    Ich besitze seit über 20 Jahren ein Merhfamilienhaus mit 10 Wohneinheiten. Ich mag Mieterwechsel weil so kann ich regelmässig die Mieten erhöhen. Ich bin froh, gibt es weniger intelligente Menschen, die ihr Geld lieber verprassen als Wohneigentum erwerben und so immer darauf angewiesen sein werden eine Wohnung bei mir zu mieten!

  • Trudi Trub am 27.09.2018 14:28 Report Diesen Beitrag melden

    ein lustiges, einfaches Volk

    Leider ist es so, Eidgenossen arbeiten nur fuer Ferien, denken konstant an 5 Wochen an die Adria oder sonst bloed irgendwo Flugi nehmen, anstatt zu streben fuer ein tolles Eigenheim. Nix Ehrgeiz oder Ambitionen. Ein lebenlang in miesen, engen Wohnsilos mit Kebab-Geruch.

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    • Rosy am 27.09.2018 08:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Es ist etwas faul

      Kaufe eine Wohnung in der Schweiz. Dann kommt der Eigenmietwert, schnell mal mit Fr. 20000. Den musst du zusammen mit dem Einkommen versteuern. Die Schuldzinsen sind gering. Wir sehen, in der Schweiz wird darauf geachtet, dass du nie zuviel hast. Entweder zuzzelt der Staat oder die Bank an deiner Substanz.

      • Peter M am 27.09.2018 09:19 Report Diesen Beitrag melden

        Vorteile sehen

        Pech bei einer Neuimmobilie. Bei einer älteren Liegenschaft kann man dafür vollumfänglich die Renovationen abziehen. Neus Dach: gleich mal -50 bis -75'000 steuerbares Einkommen. Neue Heizung ebenfalls gleich mal 20'000 weniger. Gebäudeisolationen und co können auch abgezogen werden. Ohne Eigenmietwert wird das wohl auch nicht mehr abzugsfähig sein und viele alte Häuser werden dann wohl verlottern.

      • andi am 27.09.2018 09:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

        @Peter M

        musst aber geld gleiwohl in die hand nehmen....

      • Peter M am 27.09.2018 09:52 Report Diesen Beitrag melden

        @andi

        Ja schon. Aber das müsste man auch ohne Eigemmietwert. Sicherlich nicht dir fairste Steuer, aber dafür haben wir Haus- bzw. Wohnungsbrsitzer diese Privileg der Abzüge. Ich denke unterm Strich ist es ein Nullsummenspiel.

      • Igel am 27.09.2018 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

        @Peter M

        Glaube kaum das Häuser verlottern. Wer ein Haus verkaufen will und gutes Geld dafür bekommt lässt nicht's Verlottern. Im Gegenteil, wenn ständig Erneuert/Ersetzt wird dann bleibt auch der Wert bestehen. Ich fahre besser wenn der Eigenmietwert wegfällt.Auch wenn ich keine Abzüge mehr machen kann.

      • Sparfuchs Aargau am 27.09.2018 13:45 Report Diesen Beitrag melden

        Eigenmietwert

        Ich bin klar dafür den Eigenmietwert abzuschaffen im Gegenzug kann man auch die Schuldzinsen nicht mehr abziehen. Aber Der unterhalt für die selbstbewohnte Immobilie soll auch weiterhin in voller Höhe abzugsfähig bleiben!

      • Peter M am 27.09.2018 16:06 Report Diesen Beitrag melden

        @Sparfuchs Aargau

        Die Abzüge werden mit der Abschaffung des Eigemmietwertes angeschafft. So sieht es zumindest der Plan des Bundes vor.

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    • Imperium Romanum am 27.09.2018 07:32 Report Diesen Beitrag melden

      Haus Villa heb di fescht

      Wir leben in unserem Haus aus den 70er jahren mit 130m2 Wohnfläche also nichts bedonderes aber besonders schön da grosser garten mit 1100m2 garten und sehr ruhige lage und das schätzen wir sehr. alles für 600.- im monat .

    • josipovic z. am 27.09.2018 07:18 Report Diesen Beitrag melden

      Bodenreform

      die Miete einer Wohnung sollte verboten werden, Ausbeutung sondergleichen..

      • Peter M am 27.09.2018 11:46 Report Diesen Beitrag melden

        Mal weiter denken

        Haben sie jetzt 20% von 1 Mio auf der hohen Kante zum eine Wohnung kaufen? Bzw. hat das JEDER hier? Wenn ja ist ihr Vorschlag kein Problem, wenn nein, würde es im Winter wohl etwas eng unter der Brücke.

      • Sparfuchs Aargau am 27.09.2018 12:33 Report Diesen Beitrag melden

        Mieten verbieten?

        Wenn man das Vermieten von Wohnungen verbieten würde, so gäbe es keine Möglichkeit mehr für Mieter eine Wohnung zu mieten wie soll den das gehen? Wir wohnen in einem freihstehenden Einfamilienhaus, von daher benötigen wir keine Mietwohnung aber viele Menschen in der Schweiz sind froh eine Wohnung mieten zu können!

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