Grossbank

29. Oktober 2017 12:35; Akt: 29.10.2017 22:50 Print

Keine Garantie für Schweizer UBS-Sitz

Laut Sergio Ermotti ist es nicht ausgeschlossen, dass eines Tages der Schweizer Konzernsitz in Frage gestellt werden könnte.

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Für UBS-Chef Sergio Ermotti bedroht die zunehmende Bankenregulierung die Präsenz der Grossbank in der Schweiz. Ermotti bekräftigt, dass es keine Garantie für das Festhalten am Schweizer Konzernsitz gebe.

«Ich bin Schweizer, ich will, dass die UBS in der Schweiz bleibt. Doch nichts ist zu 100 Prozent sicher», sagte Ermotti der Zeitung «Matin Dimanche». «Ich habe nur die Wahrheit gesagt», sagte Ermotti weiter und bezog sich dabei auf seine Aussagen gegenüber Bloomberg Magazine von Anfang Oktober.

Damals hatte Ermotti mit seiner Aussage für Aufsehen gesorgt, es gebe keine hundertprozentige Sicherheit, dass die UBS in der Schweiz bleibe. Der CEO zog dabei Parallelen zur schwedischen Nordea Bank, die ihren Hauptsitz in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres von Stockholm nach Helsinki verlegt.

Damit will die schwedische Grossbank der scharfen Regulierung im Heimatland entgehen und Kosten in Milliardenhöhe einsparen. Durch den Wegzug nach Finnland untersteht die Bank künftig der europäischen Bankenunion, in der Schweden nicht Mitglied ist, und wird damit gleich wie ihre europäischen Konkurrenten reguliert.

Sein Ziel sei es nicht für Unruhe zu sorgen, sondern die Öffentlichkeit und die Behörden dafür zu sensibilisieren, was sich derzeit im Bankensektor abspiele, sagte Ermotti zu «Matin Dimanche» weiter. Die UBS werde nicht mehr von Schweizer Investoren kontrolliert. Es sei daher nicht ausgeschlossen, dass eines Tages der Schweizer Konzernsitz in Frage gestellt werden könne.

250 Stellen weniger in London

Die UBS zieht einem Medienbericht zufolge im Zuge des Brexit nicht so viele Stellen aus London ab wie ursprünglich befürchtet. Das Geldhaus erwäge, nur noch rund 250 Jobs an andere EU-Standorte zu verlegen, berichtet die «Financial Times» am Sonntag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Die UBS beschäftigt rund 5000 Mitarbeiter in der britischen Hauptstadt. Der Abzug von 1000 Angestellten galt als schlimmstmögliches Szenario. Ein UBS-Sprecher sagte dem Blatt, dass die Planungen noch nicht abgeschlossen seien.

In London tätige Banken brauchen ab März 2019 eine Gesellschaft mit EU-Banklizenz, wenn sie nach dem Austritt Grossbritanniens aus der EU weiter Produkte und Dienstleistungen in den verbleibenden 27 Mitgliedsstaaten der Union anbieten wollen. Viele Geldhäuser prüfen deshalb die Verlagerung von Geschäften etwa nach Paris, Dublin oder Frankfurt.

(fur/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roland Fae am 29.10.2017 13:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erpressung

    Immer die Drohungen der Wirtschaft. Im Privatbereich würde man von Erpressung sprechen. Vor jeder Abstimmung auch.

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  • seiler am 29.10.2017 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    ok deal!

    Damit könnte ja nur das Image der Schweiz gewinnen. Geht! Bitte!

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  • Markuss 1855 am 29.10.2017 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    Vollgeld

    Die Ratten verlassen das sinkende Schiff. Müsste ich mir als "Bank" auch überlegen. Der Profit der Bank wird mit annahme der "Vollgeld-Initiative" mächtig sinken. Im Ausland hingegen könnte man den sicher noch ein par Jahre weitermachen. Millionen-Saläre und Bonis kassieren bis zum geht nicht mehr. Bis es den dort auch soweit ist.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • AWW24G am 20.11.2017 07:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Branson muss weg!!

    Ermotti hat Recht! Ich bin im regulatorischen Bereich einer regional agierenden Bank tätig, und was die FINMA derzeit für ein Regulierungs-Regime über die Banken zieht, ist unsäglich! Wir sind eine einfache Retailbank und wir werden behandelt wie eine Hochrisiko-Bank. Wie muss das dann bloss für Banken der Kategorie 1-3 sein? Eben unsäglich. Branson muss weg!!

  • Jörg am 01.11.2017 19:01 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht mit uns

    Die Aussagen von Herrn Mötteli kann man wirklich als dummdreist bezeichnen. Kein Tag kann die UBS ohne die Schweiz als Gesetzeshelerin, Schutzschirm und Rückversicherung überleben. Natürlich hätte er das früher ohne Probleme umsetzen können Die Politiker hätten alle Gesetze geändert damit das geht. Aber diese Zeiten sind vorbei. Diese Äusserungen haben sicher noch einen Grund der uns nicht mitgeteilt wurde. Vielleicht ist ja schon alles in trockenen Tüchern.

  • anaBel am 31.10.2017 14:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hässliche kommentare..

    ach...wieviele haben denn ein konto bei der ubd, die so negativ schreiben. eir sind seit 30 jahren bei der bank, und mehr als zufrieden. also wieso so hässliche kommentare

  • Schweizer (nicht Bünzli) am 31.10.2017 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    Lizenz entziehen

    Sollte eine Schweizer Bank aus so nichtigen Gründen die Schweiz verlassen, sollte man ihr die Lizenz in der Schweiz entziehen. Und den Namen dürfe sie nicht mehr haben. Punkt

  • Martial2 am 31.10.2017 13:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Solche Haie brauchen wir nicht!!

    Wir waren seit Jahren schon mit der Raiffeisenbank stets sehr zufrieden: Besten Konditionen, hervorragender Kundendienst, Freundlichkeit, was will man mehr?