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26. November 2012 10:31; Akt: 26.11.2012 15:24 Print

Keine Rettung für Moritz Suters Hello Airline

von S. Spaeth - Die Charter-Airline Hello bleibt endgültig am Boden. Der letzte verbliebene Investor ist abgesprungen, weshalb das Management die Konkurseröffnung beantragt hat. 155 Personen verlieren den Job.

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Die Hello-Flotte kommt nie mehr hoch: Die Fluggesellschaft Hello ist pleite. (Bild: Keystone)

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Es ist aus. Die Flugzeuge der Charter-Gesellschaft Hello werden nicht wieder abheben. Die 2004 von Moritz Suter gegründete Airline hat beim zuständigen Gericht die Eröffnung des Konkursverfahrens beantragt, wie das Unternehmen am Montagnachmittag auf seiner Website schreibt. Der Richter habe dem Antrag stattgegeben und das Konkursverfahren eröffnet.

Schon zuvor hatten mehrere Quellen gegenüber 20 Minuten Online bestätigt, dass am Montagmittag an einer Personalinformation in Basel das definitive Ende der Airline bekannt gegeben wurde. 155 Personen verlieren ihren Job. Sie waren seit der Betriebseinstellung vom 21. Oktober in den Ferien oder freigestellt.

Broschüre zum Thema Arbeitslosigkeit

Kurz nach Mittag verliessen die enttäuschten Angestellten den Saal des Hotels «Victoria» in der Nähe des Basler SBB-Bahnhofs. Laut Augenzeugen hatten viele Mitarbeiter Tränen in den Augen. «Man sagte uns im Oktober, wir würden bis Ende Januar Lohn erhalten. Nun ist der November-Lohn der letzte», sagte Sahra Pisapia aus Frankreich, die seit zwei Jahren im Hello-Office in Basel arbeitete.

Beim Unternehmen tönt es etwas anders: «Der Verwaltungsrat bemüht sich, zu ermöglichen, dass die Mitarbeiter der Hello bis Ende Januar 2013 in Ergänzung der staatlichen Leistungen ihren Lohn erhalten», schreibt Hello auf ihrer Website.

Den Hello-Mitarbeitern wurde mit der Nachricht über das endgültige Aus eine Broschüre das Bundes zum Thema Arbeitslosigkeit ausgehändigt. Ihnen wurde empfohlen, sich bei der Arbeitslosenversicherung zu melden. Bis am Dienstagmorgen müssen die Hello-Angestellten ihre Zugangs-Badges abgeben und die Arbeitsplätze räumen.

Investor sprang ab

Hello hatte am 21. Oktober ihren Flugbetrieb eingestellt und Insolvenz angemeldet, wobei das Gericht der Airline Konkursaufschub bis Ende November gewährt hatte. Das Management suchte fieberhaft nach neuen Investoren. Drei Investoren hatten Interesse angemeldet, wobei einer eine Absichtserklärung unterzeichnet hatte. Nach eingehender Prüfung der Zahlen hätte der Investor sein Interesse aber zurückgezogen, wie Angestellte aus der Mitarbeiterversammlung berichten.

Um sich für eine Käuferin attraktiver zu machen, hat das Hello-Management an einem Sanierungsplan gearbeitet, der laut Medienberichten eine Lohnreduktion von 10 Prozent vorsah sowie eine Reduktion der Flotte von vier auf zwei Flugzeuge. Zudem sollte die Fluggesellschaft ihre Basis von Basel nach Zürich verlegen.

Grossaufträge verloren

Für das Grounding der von Airline-Pionier Moritz Suter gegründeten Fluggesellschaft sind laut Hello weggefallene Grossaufträge, darunter einen von TUI Deutschland, verantwortlich. Zudem sei ein Grosskunde aus Frankreich zahlungsunfähig geworden. Hello beschuldigte aber auch ihren ehemaligen Finanzchef. Er habe gefälschte Geschäftszahlen vorgelegt, weshalb Geschäftsleitung und Verwaltungsrat von der vorhandenen Liquidität überzeugt gewesen seien.

Die Basler Staatsanwaltschaft hat ein Strafverfahren gegen den in der Region Basel wohnhaften Ex-Finanzchef T.K. eröffnet. Laut der Staatsanwaltschaft haben sich genügend Hinweise ergeben, um ein Untersuchungsverfahren zu eröffnen.

Mitarbeit: Andrea Heeb-Perrig

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Toni Alonso am 26.11.2012 18:50 Report Diesen Beitrag melden

    Crossair fliegt noch immer

    Ich wundere mich wieso immer auf Herrn Sutter rumgeritten wird ? Die Airline, die von Ihm vor der Hello gegründet wurde ist die Crossair und die fliegt heute immer noch. Nur heute heisst sie Swiss. Crossair ist also nie pleite gegangen, sondern Swissair und dies hat das ehemalige Management von Swissair ganz alleine selber zu verschulden und nicht Herr Sutter. Dieser wurde nur bereits 5 Minuten NACH 12 Uhr um Hilfe gebeten als das Kind schon längst in den Brunnen gefallen war und selbst da wollten die selbstherrlichen Swissair Manager (an erster Stelle Herr Brugisser) immer noch nicht hören.

  • Christopher Oliver am 26.11.2012 14:53 Report Diesen Beitrag melden

    4 A320 sollte die Swiss aufnehmen

    Die Swiss sollte die 4 A320 von Hello in ihre Flotte aufnehmen, so das die Angestellten weiterhin arbeiten können! Es gibt genug Destinationen in Europa ab Genf, Zürich oder Basel wo die Swiss anfliegen kann. Auch um Easyjets domminanz in Basel und Genf ein bisschen schwerer zu machen.

    • Markus Binder am 26.11.2012 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Bye Bye 

      Endlich ist die Hello weg! Ich habe einige Zeit mit den zusammen gearbeitet, vom Managment bis Crew alle waren zu unproffesionel!

    • Hellogirl am 26.11.2012 18:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt nicht!!!!!!

      Ach und das wissen Sie woher?Aus der Zeitung oder was? Hello hat Ihre Leute sehr gut und nach den neusten internationalen Anforderungen ausgebildet!!!Und das wurde auch immer wieder geprüft!!! Es ist eine schande von Ihnen dies zu behaupten!

    • Urs Zimmerli am 26.11.2012 20:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Falsch

      Diese Aussage ist mehr als untreffend und man sieht, dass sie anscheinend nie mit Hello geflogen sind. Darüber hinaus operierte Hello nach den genau gleichen regularien wie Swiss, Edelweiss etc.

    einklappen einklappen
  • Toni Lauber am 26.11.2012 13:32 Report Diesen Beitrag melden

    Business Case

    Ein totes Pferd lässt sich nicht mehr reiten, weder in Zürich, Basel noch sonst wo.

  • Ueli Güsel am 26.11.2012 13:32 Report Diesen Beitrag melden

    Mallorca

    Wir hatten mit Hello immer sehr angenehme Ferien in Mallorca verbracht. Schade, war mir einglich sympatischer als EasyJet. Muss ich wohl wieder eine alternative suchen da Swiss(air) seit Grounding für mich gestorben ist !

    • PSP am 26.11.2012 14:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Wie bitteb

      aber dann mit einem der Verursacher des Goundings fliegen... nun ja...

    einklappen einklappen
  • Marc Etter am 26.11.2012 13:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Hochmut vor dem Fall

    Nach dem Hochmut kommt IMMER der Fall, Swissair und Co. können ja bestens mitsprechen. Ohne Global-Allianz geht gar nichts mehr und auch die Sitzplätze nur via Reiseanbieter zu verkaufen ist gleich wie mit einen offen Stromkabel zu spielen das sollte der Papst der Lüfte wissen mir tut das Personal nur leid...