Transferzahlungen

06. Januar 2018 15:36; Akt: 07.01.2018 16:46 Print

König Salman hält Volk mit Milliarden bei Laune

Der saudische König hat teure Transferzahlungen angekündigt. Damit will er die jüngsten Preisanstiege abfedern.

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Die saudiarabische Wirtschaft darbt: Das Haushaltsdefizit 2017 dürfte satte 8,9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes betragen und auf 43 Milliarden steigen. Die Arbeitslosenquote beträgt 12,8 Prozent. Die jüngste Erholung des Ölpreises konnte hier nur wenig Linderung verschaffen.

Und auch kurzfristig ist keine Besserung in Sicht: Saudiarabien steht vor umfassenden Wirtschaftsreformen. Die Abhängigkeit vom Öl soll verringert, die Wirtschaft breiter abgestützt und der öffentliche Sektor ausgebaut werden. Umgerechnet 19 Milliarden Franken will König Salman investieren, um die Privatwirtschaft anzukurbeln.

Für die Bevölkerung bedeutet dies einschneidende Massnahmen: Seit dem 1. Januar ist der Benzinpreis um 80 Prozent gestiegen, wurden eine neue Mehrwertsteuer von 5 Prozent eingeführt und die Strompreise erhöht. Als das Land 2015 die Energiepreise letztmals erhöhte, schlitterte die Wirtschaft prompt in eine Rezession.

Milliarden für das Volk

Die Regierung hat deshalb bereits angekündigt, den ärmeren Bevölkerungsschichten entgegenzukommen. Nun hat König Salman dies konkretisiert und neuen Transferzahlungen an viele Bürger zugestimmt. So soll die Belastung durch die Preiserhöhungen abgemildert werden.

Den Dekreten zufolge erhalten Beamte ein Jahr lang monatlich 1000 Riyal (260 Franken) und Rentner sowie Sozialhilfeempfänger 500 Riyal (130 Franken). Soldaten, die im Jemen an der Front kämpfen, erhalten 5000 Riyal (1300 Franken). Zudem werden die Stipendien für Studenten angehoben.

Prinzen nach Protest verhaftet

Es sind nicht die ersten Milliardengeschenke an das Volk. Zuletzt profitierten 2015 Regierungsangestellte und Soldaten von einem 32-Millionen-Dollar-Bonuspaket. 2011 wurde unter anderem das Arbeitslosgengeld massiv erhöht, um ein Übergreifen regierungskritischer Proteste aus Nachbarländern zu verhindern.

Weniger Geld erhält hingegen die riesige königliche Familie. Unter anderem will der König nicht länger die Strom- und Wasserrechnungen der über 5000 Prinzen begleichen. Laut saudischen Medienberichten vom Samstag haben elf Prinzen in einem Königspalast dagegen protestiert – und wurden verhaftet.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Na sowas? am 06.01.2018 17:34 Report Diesen Beitrag melden

    Tropfen auf den heissen Stein!

    Jaja, lieber König wo sind die Billiarden hin aus dem Verkauf vom Öl?

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  • Unmöglich am 06.01.2018 18:43 Report Diesen Beitrag melden

    soll mal schön seine Sklaven bezahlen

    Das ist auch seine einzige Möglichkeit. Wie bezahlt er seinen Sklaven aus allen armen Ländern, die einzigen, die dort wirklich arbeiten?

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  • hug ernst am 06.01.2018 18:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bild für halbe Milliarde

    Bilder kaufen für eine halbe miliarden das geht aber das unter Volk soll darben. passt zum System

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lordi am 08.01.2018 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    Glaubensbrüder

    Wäre schöner wenn Sie mal ein paar tausende von Ihren Glaubensbrüdern aufnehmen würden, anstatt wir hier in Europa.

  • Kaffeepause am 08.01.2018 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    Stück für Stück nach vorne

    Ständig die Kritiker hierzulande. Nicht wie schnell, sondern in welche Richtung es geht zählt. In Saudi Arabien sieht's ziemlich nach Richtung Vorwärts aus! Heisser Tropfen hin und her, ein Feuer besteht aus nur aus Millionen kleiner Funken und diese fügen sich Stück für Stück zusammen. Wie sieht es bei uns aus? Gleicher Lohn, mehr Arbeiten, weniger Ferien.. Klar, was den Lebensstandard angeht ist uns Arabien weit hinterher (aus unserer Sicht). Ob das Land von einem König regiert wird ist irrelevant, solange er das richtige tut kann er ja an der Macht bleiben und dies scheint auch so.

  • Oli am 08.01.2018 11:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grande

    Die Saudia sind einsame Spitze!

  • Freya am 08.01.2018 08:02 Report Diesen Beitrag melden

    Geld stinkt nicht

    Aber bitte, das sind ja Beträge aus der Portokasse für dieses Königshaus. Würde das echt als Brosamen bezeichnen. Zum Glück ist das meiste Geld des saudischen Adels bei unseren Banken investiert oder vor allem auf Kontos einbetoniert. Da haben wir auch noch etwas davon.

  • Hubi am 07.01.2018 23:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pfeifensammlung

    Der König hat mehr Rückgrat als unser BR. Der König gibt wennschon noch Stutz ans Volk, unsere Regierung verschenktes der EU

    • dankeschön am 08.01.2018 03:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hubi

      Und den Eritreern.

    • Thomas am 08.01.2018 06:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hubi

      Genau, und bittet Rentner mit Ergänzungsleistungen mittels Steuern zur Kasse!!!

    • Peter am 08.01.2018 10:44 Report Diesen Beitrag melden

      @Hubi

      Dann halten Sie sich doch ans Alkoholverbot das dieser König erlassen hat. Dann haben Sie auch mehr Geld für anderes.

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