Recycling

25. Oktober 2017 10:17; Akt: 25.10.2017 10:17 Print

Kommt die Milchkarton-Rückgabe – samt Gebühr?

von Isabel Strassheim - Erstmals steht in der Schweiz eine Recycling-Anlage für Getränkekartons. Bislang macht nur Aldi mit. Ziehen andere nach und kommt eine Gebühr?

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Leere PET- und Milchflaschen können Konsumenten beim Einkaufen en passant in Sammelboxen beim Detailhändler werfen. Künftig könnten dort auch gebrauchte Getränkekartons landen. Erstmals gibt es auch in der Schweiz eine eigene Recycling-Anlage. «Dank ihr können die jährlich anfallenden 20'000 Tonnen an Getränkekartons optimal wiederverwertet werden», sagt Simone Alabor zu 20 Minuten. Die Geschäftsführerin des Vereins Getränkekarton-Recycling Schweiz
bestätigt damit einen Bericht von «Kassensturz-Espresso» von SRF.

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«Ein Getränkekarton-Recycling ist ökologisch sinnvoll und die Leute machen mit», sagt Alabor. Bislang sammelt unter den Detailhändlern nur Aldi Suisse die gebrauchten Packungen und lässt sie von der Thurgauer Papierfabrik Model AG in der neuen Anlage verwerten.

«Es müsste ein explizites Kundenbedürfnis geben»

Recycling kostet jedoch Geld. Auch bei PET-Flaschen finanziert sich die Wiederverwertung nicht durch den Materialertrag, sondern durch die vorgezogene Entsorgungsgebühr von 1 bis 2 Rappen, die der Kunde bei jedem Kauf gleich mitbezahlt. «Recycling macht man zum Schonen der Ressourcen, nicht zum Geldverdienen», betont Alabor. Laut ihr könnte das Getränkekarton-Recycling ebenfalls mit 1 bis 2 Rappen pro Verpackung finanziert werden.

Die Interessengemeinschaft Detailhandel Schweiz, ein Zusammenschluss von Migros, Coop, Denner und Manor, ist beim Thema Getränkekarton-Recycling jedoch zurückhaltend. «Der ökologische Mehrwert ist gering», sagt IG-Sprecher Patrick Marty. Zudem sei die Logistik und eben die Finanzierung ein Problem. «Wären diese Fragen gelöst und ein explizites Kundenbedürfnis vorhanden, würden wir uns der Sache nicht kategorisch verschliessen.»

Viermal so viel Kapazität

Für Aldi mit seinen rund 175 Filialen in der Schweiz sind die Volumen und damit auch die Logistik deutlich geringer als etwa für Coop mit gut 850 Supermärkten. Allerdings dürfte die neue Anlage im Thurgau deutlich höhere Volumen benötigen. Die Kapazität der Maschine beträgt laut der Model AG 75'000 Tonnen pro Jahr und damit bald das Vierfache der Getränkekartons, die in der Schweiz insgesamt anfallen.

Hinter dem Verein Getränkekarton-Recycling Schweiz stehen Hersteller wie Tetra Pak oder SIG. Sie setzen sich für ein einheitliches und schweizweites Sammelsystem ein. Leere Getränkekartons und Plastifklaschen könnten laut dem Verein gemeinsam und damit kostengünstiger gesammelt werden.

Getränkekartons bestehen aus Fasern von frischem Holz sowie aus Plastik und Aluminium. Die neuartige Recycling-Anlage der Model AG kann laut eigenen Angaben die Verbundmaterialien aufspalten.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • jan1987 am 25.10.2017 10:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld

    die Grossen könntrn doch einfach mal mitmachen der Umwelt zu liebe etc. Stattdessen schaut man mal wieder nur das Geld an.

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  • teb07 am 25.10.2017 10:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Lösung

    Super Aldi! wo sind all die Kritiker die Anfangs Aldi & Lidl immer kritisierten?! Coop gibt es seit eh und je und sie haben es nicht geschafft das mal einzuführen.

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  • Güshtri am 25.10.2017 10:33 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso...

    ...muss immer für alles eine Gebühr fällig werden? 1. ist das Recycling bestimmt nicht uninteressant was den Gewinn angeht (sonst würde niemand Recycling betreiben , erzählt mir keine Märchen) und 2. bezahlen wir für die Produkte hier eh schon einen zu hohen Betrag (auch wenn man die Löhne berücksichtigt). Ich persönlich begrüsse das Abfalltrennen sehr aber verstehe nicht warum man überall noch mehr zur Kasse gebeten werden muss? Es gäbe genug andere Sparten bei denen gespart werden könnte (Zuwanderung, Krankenkasse, Öffentlicher Verkehr, Staatsbetriebe etc.).

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Die neusten Leser-Kommentare

  • MamaKartoschka am 26.10.2017 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Verpackungen gleich dort lassen

    Was viele nicht wissen. Man darf den gesamten Verpackungs-Müll im Laden lassen.

    • MamaKartoschka am 04.12.2017 16:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jack van Law

      Ehm nein. Ich nehme eine Flasche oder ähnliches...gibt ja genügend pet fl. mit breitem Flaschenhals......wenn ich Milch trinken würd.

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  • MamaKartoschka am 26.10.2017 19:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oft gar nicht nötig

    Wär ja auch eine Lösung, wenn das Zeugs nicht mehr so übertrieben verpackt würde. Aber ist hal auch ein Business. ...sinnbefreit.....Einpacken

  • Milchtrinker am 26.10.2017 13:28 Report Diesen Beitrag melden

    SPAR war schneller

    Super Sache. Super auch dass ALDI hier mitmacht. Beim Bericht wurde übersehen, dass diverse SPAR Filialen schon lange Getränkekartons zurücknehmen.

  • Dani am 26.10.2017 12:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur bedingt umsetzbar

    Solange Recycling nicht in der Gemeinde in Gehdistanz möglich ist, ausser Glas, Alu, Pet, Batterien, und ich zur Entsorgung auf das Auto angewiesen bin, solange funktioniert das System nur bedingt. Sammelstellen für diverse Rohstoffe müssen zwingend in jeder Gemeinde vorgeschrieben werden.

  • Hösch am 26.10.2017 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bereicherung auf Kosten der Konsumenten

    Die heutigen AP-Recycling Anlagen sind schon längst fähig Getränkekartons in einem gewissen Mass zu verwerten! Es ist nur eine Frage der Menge. Wenn die Kartons in der normalen Altpapiersammlung mitverwertet würden gäbe dies zudem eine gute Durmischung und keine Probleme bei der Aufbereitung! Da will sich wieder jemand auf Kosten der Konsumenten bereichern.