Neue Ladenkonzepte

14. September 2017 13:19; Akt: 14.09.2017 13:19 Print

Kuschel-Shopping soll Kunden zurückholen

von Dominic Benz / Isabel Strassheim - Neue Konzepte sollen Läden eine Chance gegen den Onlinehandel geben. Die Shops werden zu Wohnzimmern.

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Eine Art Kuschel-Shopping hält in der Schweiz Einzug. Die Geschäfte werden kleiner und zeigen nur noch eine Auswahl an Waren zum Anfühlen und Probieren. Gefällt es den Kunden, können sie die richtige Grösse und Farbe im Laden online bestellen. Einige Shops haben dazu grosse Screens an die Wand montiert.

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«Die Läden erinnern mit ihrer Atmosphäre beispielsweise an eine private Wohnung, in der man etwas trinken kann und das Gefühl hat, den privaten Lifestyle des Brands zu spüren und quasi Teil des Freundeskreises zu werden», sagt die Einzelhandelsexpertin Marta Kwiatkowski vom Gottlieb Duttweiler Institut zu 20 Minuten. Das ist das Prinzip des Showrooms. Es gehe nicht mehr um eine möglichst grosse Auswahl, bei der der stationäre Handel gegenüber dem Online-Geschäft ohnehin nicht mithalten kann.

Kleine Labels kriegen eine Chance

Wesentlich für die Kuschel-Läden ist das Zusammenspiel mit dem Online-Handel. Wer etwas kaufen will, muss die Ware auch im Laden bestellen. Entscheidend dabei ist, dass sie dann spätestens am nächsten Tag geliefert werden kann, betont Kwiatkowski.

Ein Vorteil der neuen Läden mit kleineren Verkaufsflächen sind die reduzierten Mietkosten. Das gibt auch kleineren Labels eine Chance. Das neue Shopping-Konzept wird in der Schweiz von verschiedenen Branchen getestet:

Modebranche und Warenhäuser
Das Edel-Label Zimmerli zeigt in seinem neuen Zürcher Touchpoint-Shop nur eine kleine Auswahl seiner Unterwäsche. In dem Laden mit Wohnzimmergrösse soll nur das Material befühlt werden können. Wer etwas kaufen will, bestellt die gewünschte Farbe und Grösse am Bildschirm an der Wand und bekommt es am nächsten Tag nach Hause geliefert (wenn bis 15 Uhr geordert). In den Globus-Filialen sollen die Verkäufer ab Frühjahr 2018 vernetzt sein, um für Kunden im Geschäft bestellen und nach Hause liefern lassen zu können.

Möbelbranche
Statt in riesigen Hallen zeigt Ikea an der Zürcher Bahnhofsstrasse ab Samstag eine Auswahl seines Sortiments in einem befristeten Pop-up-Store. Zudem plant das Möbelhaus in dem Laden Workshops und Veranstaltungen. «Mit dem Pop-up-Store in Zürich schaffen wir einen neuen Begegnungsort und sammeln neue Erfahrungen und Erkenntnisse im Zusammenspiel zwischen Showroom und Onlinehandel», sagt Simon Wirth, Marketingchef von Ikea Schweiz.

Reisebranche
Hotelplan schickt seine Kunden in seinen 34 Reisebüros auf virtuelle Reisen. Über Virtual-Reality-Brillen können sie verschiedene Destinationen erleben und Zimmer und Schiffskabinen besichtigen. Damit solle schon vor Buchung und Reisebeginn ein «emotionales Ferien-Erlebnis» möglich werden, erklärt Hotelplan. Und es soll die Kunden wieder in die Reisebüros ziehen. Der Test in vorab 13 Reisebüros kam gut an, so Hotelplan.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sina am 14.09.2017 13:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sitzgelegenheit und Kaffee

    Es würde schon helfen, anständige Musik abspielen zu lassen und Bänke und Stühle anzuschaffen. Nirgend kann man sitzen, auch mit älteren Menschen nicht.

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  • Sofie am 14.09.2017 14:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwachsinn

    Also wenn ich in einen Laden gehe dann möchte ich es auch gleich mit nach Hause nehmen und nicht zuerst fühlen und danach online bestellen. Kann ich ja gleich zu Hause bleiben!

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  • Sergio am 14.09.2017 13:31 Report Diesen Beitrag melden

    "hält Einzug"

    Also es hält überhaupt nichts Einzug. Ich habe noch keinen einzigen solchen Laden gesehen und das funktioniert auch nicht. Wenn ich online bestellen muss und somit überhaupt kein unmittelbares "Erfolgserlebnis" habe beim Shoppen wie wenn ich eine tolle Jacke finde und mich freue wenn ich mit dieser das Geschäft verlasse, dann hat diese Form überhaupt keine Zukunftschance, dann kann ich das gleich am Computer erledigen. In der Möbelbranche schaut das etwas anders aus, dort wird es auf VR und AR hinauslaufen langfristig aber auch dann kann man es gleich zu Hause erledigen. Das wird nix.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • T.C am 15.09.2017 00:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So en Seich....

    Wir haben in der Schweiz einfach viel zu wenig Auswahl an Boutiquen und Produkte und bis die neusten Kollektion heraus kommen, sind sie wieder out! Deshalb bestellen die meisten auch im Internet!!!

  • Sea of Tea am 14.09.2017 23:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein danke

    Wie wäre es mit lernen zu schätzen was es gibt, die eigenen Sinne live zu nutzen und so das Einkaufserlebnis zu geniessen? Was auch noch toll wäre: nicht 2Mal pro Woche ein neues Sortiment, ist ja wahnsinn was da teilweise abgeht! Siehste was, kaufst es spontan aus dem Gefühl heraus (obwohl du sonst gerne Mal drüber schläfst) und am nächsten Tag ist es bereits wieder nicht mehr im Sortiment...

  • Controller am 14.09.2017 20:46 Report Diesen Beitrag melden

    Kernproblem ist die "alte Garde"

    in Verwaltungsrat und GL. Damit der "haben-wir-immer-schon-so-gemacht"-Faktor. Und alle 2Monate die Kommunikationsagentur wechseln und den Slogan und das Lookbook austauschbar, wie mit jedem Mitbewerber. Ob Mode, Schuhe, Taschen, Sportswear, Interiors und Möbel, etc. Schauen Sie sich um: Traditionsfirmen versemmeln ihre Standorte und das Geschäftsmodell weil 'der Chef' immer recht hat... Vergleich: Mr.Musk von TESLA muss der Autoindustrie aufzeigen wie "eAuto" effektiv geht. Und aktuell auf der IAA in FRA schwärmen alle Automarken vom Elektro-Fz. Alte Garde eben...

  • W. Online am 14.09.2017 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sortiment, Filter + Gratisversand zählt

    Online wähle ich Grösse, Farbe - scrolle mich durch das grosse Sortiment und sitze bereits im Wohnzimmer - kann Auswahl abspeichern oder gleich bestellen. Warum Anfahrt oder Parkplatz bezahlen?

  • Geronimo am 14.09.2017 19:57 Report Diesen Beitrag melden

    Sry...

    ich will nicht sinnlos Zeit im Laden vergeuden. Entweder der Laden hat das Produkt, dass ich mir wünsche oder nicht. Wenn nicht verlasse ich den Laden in 5 min wieder und gehe um die Ecke in den nächsten Laden in der Hoffnung fündig zu werden. Im Onlineshop nach passenden Artikeln suchen kann ich bei mir zuhause. Da muss ich nicht extra in einen Laden fahren! Und bei Kleiderläden wäre es schon mal hilfreich, wenn man nicht ständig diese langweiligen Mainstream-Klamotten anbietet!