Gefährdete Tiere

03. März 2018 14:49; Akt: 06.03.2018 08:25 Print

Lacoste ersetzt sein Krokodil-Logo

von R. Knecht - Das Krokodil auf dem Polo-Shirt von Lacoste kennt wohl jeder. Neuerdings gibt es stattdessen aber auch Affen und Tiger.

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Das ikonische Krokodil-Logo von Lacoste verlässt zum ersten Mal seit der Gründung der Kleidermarke im Jahr 1933 seinen angestammten Platz: In einer streng limitierten Auflage bringt das französische Unternehmen, das seit 2012 der Schweizer Investorenfamilie Maus gehört, Poloshirts mit anderen Tieren auf dem Logo.

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Der Grund dafür ist eine Kooperation mit der Tier- und Umweltschutzorganisation International Union for Conservation of Nature. Das Krokodil wird durch gefährdete Tiere ersetzt. Ausserhalb der Limited Edition bleibt das klassische Krokodil aber auf dem Logo. Sehen Sie die alternativen Sujets in der Bildstrecke.

Weniger als 2000 Exemplare

Der Clou: Es gibt von jedem der zehn Polohemden nur so viele Exemplare, wie es noch lebende Tiere der jeweiligen Spezies gibt. Beim kalifornischen Schweinswal, auch Golftümmler genannt, sind es darum nur 30 Shirts. Die gesamte Limited Edition beinhaltet insgesamt nur 1775 Hemden. Laut der Website von Lacoste sind die auch bereits ausverkauft, obwohl sie erst gerade ins Sortiment genommen wurden.

Der Preis pro Hemd lag bei 150 Euro, also rund 170 Franken, wie Adweek.com berichtet. «Schön wäre es natürlich, wenn Gewinne aus einer solchen Aktion dann auch dem Artenschutz zugute kommen würden», sagt Philipp Scharfenberger, Marketingexperte am Institute for Customer Insight der Universität St. Gallen.

Alle Exemplare zusammen dürften umgerechnet 306'800 Franken in die Kassen des Herstellers gespült haben. Eine Sprecherin von Lacoste sagt zu 20 Minuten: «Der Erlös der verkauften Shirts fliesst zu 50 Prozent direkt in den Artenschutz der IUCN, 50 Prozent fliessen in die Kommunikationskampagne zu Save Our Species, um die Menschen über den Artenschutz zu informieren, und zum Spenden zu motivieren und aufzurufen.»

Lacoste erscheint aktiv

Scharfenberger findet die Aktion gelungen: «Die Aktion ist meines Erachtens eine kreative Massnahme, um in positiver Form auf ein ausgesprochen wichtiges Thema aufmerksam zu machen», so der Experte. Aktionen dieser Art würden einerseits einen ethischen Zweck erfüllen, gleichzeitig aber auch dem Unternehmen zugutekommen – schliesslich würden viele Konsumenten ein solches Engagement schätzen.

Eine knappe Serie ist laut Scharfenberger zudem eine populäre Methode, um auf eine Marke aufmerksam zu machen. Für den Experten kann die Aktion auch als Guerilla-Massnahme eingeordnet werden: Bei verhältnismässig niedrigem finanziellem Aufwand könne man damit sehr viele Konsumenten erreichen.

Die Aktion dürfte für Lacoste also ein Marketing-Schnäppchen sein. Selbst einige Hunderttausend Franken dürften bei einem jährlichen Umsatz von rund 2 Milliarden Franken kaum ins Gewicht fallen.

Aktion könnte Herstellungsrichtlinien in den Vordergrund rücken

Unternehmen müssen laut Scharfenberger bei solchen Engagements allerdings bedenken, dass manche Konsumenten gerade in Reaktion darauf hinterfragen, wie es mit den ethischen Grundsätzen des Unternehmens steht. Bei Kleiderfirmen gehe es hier etwa um die Herstellungsrichtlinien. Hier müsse dann die Botschaft der Aktion auch mit dem allgemeinen Verhalten des Unternehmens übereinstimmen.

Lacoste betont, dass bei der Produktion hohe soziale und ökologische Qualitätsstandards gelten, unabhängig davon, in welchem Teil der Welt sich die Werke befinden. Das Unternehmen ist unter anderem seit 2012 Mitglied des United Nations Global Compact, einer Initiative für Nachhaltigkeit. Lacoste lancierte bereits 2009 ein Tierschutzprogramm für Krokodile und deren Lebensräume.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • The Guescht am 03.03.2018 14:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Finde...

    ...eine originelle Idee. Obwohl es den Tieren ja nicht gross helfen wird. Ist tragisch und traurig wieviele Tierarten vom Aussterben bedroht sind!! Hoffe aber trotzdem, dass es vielleicht für ein Umdenken in der Gesellschaft hilft.

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  • Jenny Friedel am 03.03.2018 15:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fände..

    ... ich gut wenn der gewinn zur artenrettung gespendet wird. Wäre ein toller nebeneffekt und hätte auch mehr sinn als "nur" aufmerksam machen. die meisten kaufen sich das shirt sowieso nur mit dem gedanken "oh es ist limitiert und von lacoste"

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  • Gulli am 03.03.2018 15:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Schöne Aktion! Tolle sache, natürlich auch sehr gut für ihr Image (verdienter weise)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • marko 33 am 31.03.2018 21:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich

    Das ist nicht gut

  • Klatsch am 05.03.2018 22:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für was so teuer???

    Ich würde nich einmal 1.- Franken zahlen für die T-Shirts egal ob Krokodil oder Delfin.

    • marko 33 am 31.03.2018 20:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Klatsch

      Super

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  • Nikos am 05.03.2018 20:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Evolution

    So läuft die Welt nunmal. Lebewesen sterben aus und es entstehen neue. So war es immer und so wird es immer bleiben.

    • Fatima am 05.03.2018 20:48 Report Diesen Beitrag melden

      @Nikos

      nur ist es traurig, dass ein Wesen, welches sich "intelligent" schimpft, lernresistent dazu beiträgt, dass es sich den Ast, auf welchem es sitzt, absägt. Da hofft man doch, dass dieses Wesen sehr rasch ausstirbt und nicht noch mehr kaputtmacht.

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  • D. Artenschützerin am 05.03.2018 19:18 Report Diesen Beitrag melden

    Schmutzige Absatzförderung

    Artenschutz als Verkaufsbooster, ohne zu sagen was, wann, wem und wie viel sie spenden, nutzt den Goodwill der Käufer aus und ist kein sauberes Geschäft.

    • marko 33 am 31.03.2018 20:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @D. Artenschützerin

      Wirklich

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  • Giovanni Tripatoni am 05.03.2018 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    Mir egal

    Ich kauf eh nur die mit den galloppierenden Pferden, die sterben nicht aus.