Zu wenig Lernende

10. August 2014 06:25; Akt: 10.08.2014 06:35 Print

Lehrlinge sollen mehr Geld verdienen

Der Lehrlingsmangel bleibt akut. Damit sich mehr Jugendliche für eine Lehre entscheiden, sollen die Gehälter für Lernende steigen. Laut der Unia fühlen sich viele Lehrlinge ausgenutzt.

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Die Unia fordert mehr Lohn für Lernende. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Diesen Sommer konnten über 8000 Lehrstellen nicht besetzt werden. Um die Attraktivität für Jugendliche zu steigern, fordert die Gewerkschaft Unia nun ein höheres Gehalt für die Auszubildenden. In der aktuellen Lehrlingsumfrage der Unia gibt jeder Dritte der 1500 Befragten an, unzufrieden mit seinem Gehalt zu sein. «In einigen Branchen bekommen die Lehrlinge deutlich zu wenig für die geleistete Arbeit», sagt Corinne Schärer, Geschäftsleitungsmitglied der Unia, gegenüber der «Schweiz am Sonntag». Das gelte besonders für das dritte Lehrjahr, wenn die jungen Erwachsenen meistens als vollwertige Arbeitskraft eingesetzt werden. Darunter habe zuletzt der Ruf der Berufslehre gelitten, sagt Schärer. Viele Jugendliche fühlten sich ausgenutzt.

Deshalb soll das Lehrlingsgehalt künftig in den Gesamtarbeitsverträgen geregelt werden. Natürlich dürfe der Lohn nicht das Niveau eines Angestellten erreichen, sagt Schärer, doch die im Durchschnitt etwas mehr als 1000 Franken – über die gesamte Lehrzeit hinweg – seien deutlich zu wenig. Je nach Branche verdienen die Lehrlinge unterschiedlich viel Während eine Bekleidungsnäherin im ersten Lehrjahr 350 Franken im Monat verdient, erhält ein Gebäudereiniger 875 und ein Winzer bis zu 1450 Franken. Ausserdem erhalten nicht alle Lehrlinge einen 13. Monatslohn.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M.K am 10.08.2014 07:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umdenken

    Lehrlinge sollten nicht allgemein mehr verdienen. Ich finde nur gute engagierte und motivierte Lehrlinge sollten individuell mehr verdienen. Und damit meine ich nicht 100 Franken mehr als irgendeine unmotivierte Pflaume. Da so viele Lehrstellen offen bleiben denken Lehrlinge heutzutage mann muss ihnen zu füssen liegen. Und die Unia machts auch nicht besser mit ihrer ewigen querulanz.

  • Reseph am 10.08.2014 07:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuerst lernen zu arbeiten

    Lehrlingsjahre sind Lehrjahre. Zuerst müssen sie lernen zu arbeiten und Leistung zu erbringen. Das können die meisten in der heutigen Zeit nicht mehr, weil sie zu Hause nicht mehr gelernt haben zu arbeiten.

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  • Stefan Mader am 10.08.2014 06:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Instsllateur

    Elektromonteur 2999-2003 (heisst heute Elektroinstallateur) 1. Lehrjahr 400.- 2. Lehrjahr 500.- 3. Lehrjahr 600.- 4. Lehrjahr 800.- ausgelernt 3500.- Davon das meiste Geld fürs Mofa und später fürs Auto, welches benötigt wird um die Srbeitsorte zu erreichen draufgegangen. Das schlimme ist nicht der Lohn... Verrückt ist, dass niemand mehr seine Berufsbezrichnung krnnt, weil die ständig neue Berufsnamen erfinden...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter am 12.08.2014 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    GENAU DAS GEGENTEIL MUSS PnASSIEREN

    Es braucht Lohnstufen nach Alter. Die Lohn-Spirale nach oben muss massiv nach unten korrigiert werden.

  • val am 12.08.2014 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht Beschweren

    ich verdiente 600, 800, 1000, 1200 in meiner Lehrzeit. Guterweise zahlte der Arbeitgeber das GA. Während dieser Zeit wohnte ich noch Zuhause. Im ersten LJ war es wenig, da die Abbruchrate recht hoch war, doch war es das erste Geld, das ich verdiente und ich war zufrieden damit. Klar muss man Abstriche machen, man kann halt nicht mehr jedes WE Party machen, shoppen wann man Lust hat und sich das neuste Gadget kaufen. Aber so ist es halt Erwachsen zu werden und sein eigenes Geld zu verdienen. Wir hatten nicht viel und ich war vom Elternhaus mit sparen vertraut. Ende Lehre hatte ich einen 5-Stelligen Betrag zusammen und lebe jetzt in einer WG. Für die Ausbildungsjahre fand ich meinen Lohn ok. Wer mit Elan weitermacht verdient danach mehr als genug zum Leben. Ich bin jetzt 21 jahre alt aber die Jugendlichen sollen sich nicht beklagen, dass sie jetzt selbst für ihren Lebensstandard aufkommen müssen. Das geht allen so! Daddy zahlt nicht ewigs. Ausser Löhne von 300 oder 500fr finde ich definitiv zu niedrig! Das wird ja alles nur schon von den Versicherungen/Krankenkasse etc. verschluckt! Davon kann man definitiv nicht leben.

  • manuel c. am 12.08.2014 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    Gerechtigkeit

    Das Problem sind nicxht die Löhne sondern die Löhne NACH der Ausbildung. Ich verdiene als Grafiker im ersten Jahr 350 Franken. Damit kann man überleben auch wenn man gerne etwas mehr hätte. Aber ich kenne niemanden der nach der Ausbildung zum Mindestlohn arbeiten konnte. (4500.-) Selten kriegt man mehr als 3500.- Mein kleiner Bruder lernt Motorradmechaniker. Auch er hat 4 Jahre Ausbildung. der Lohn nach der Ausbildung? 3900.- Maximal... Ein Fahrradmechaniker, welcher eine tiefere Ausbildung hat und nur 3 Jahre lehrt verdient 4500.- Von Akademikern fange ich gar nicht erst an...

  • FranziskaHR am 12.08.2014 09:42 Report Diesen Beitrag melden

    Lehrjahre sind keine Herrenjahre

    ... Ein wohlbekantes Sprichwort und immer noch aktuell. Ich finde nicht dass Lehrlinge mehr verdienen müssen, jedoch sollten alle Lehrlingslöhne einheitlich angepasst werden und in allen Berufen der selbe Lehrlingslohn (inkl. 13.) vergütet werden. Zudem würde ich ein Bonussystem befürworten um die Leistung (schulisch oder praktisch) individuell belohnen zu können und die Motivation der Lehrlinge zu fördern. Nur wer etwas leistet hat auch mehr verdient...

  • Seila Breitenstein am 12.08.2014 09:26 Report Diesen Beitrag melden

    dem Gewerbe den Rücken zeigen

    ja genau - Lehrlinge sind für das Gewerbe Fachkräfte zu billigstlöhnen. Darum wurden viele Lehren verlängert, aus 2 wurden 3 Jahre Lehrzeit. Aus 3J wurden 4J. Und nach der Lehre sieht es nicht besser aus mit der Lohntüte. Und mit einem Chef-Posten sieht es auch düster aus. Nur sehr wenige werden mal Chef, also richtiger Chef mit dazupassender Lohntüte. Besser an die Hochschule gehen und dem Gewerbe den Rücken zeigen.

    • M.L. am 12.08.2014 12:49 Report Diesen Beitrag melden

      Wunderbare Idee

      und wenn Sie dann Akademiker sind mit gutem Lohn finden Sie niemanden mehr der Ihnen Ihr Haus baut oder etwas repariert, weil keiner mehr eine Lehre macht :-DDD

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