Herkunftsranking

27. März 2017 11:11; Akt: 27.03.2017 16:28 Print

Made in Germany überflügelt Swiss made

Made in Switzerland sticht vor allem bei Uhren und Schoggi. Über alle Produktekategorien gesehen hat Deutschland die Nase vorn.

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Sie gelten als Statussymbole und als Garanten für hohe Qualität: Schweizer Uhren, Schweizer Sackmesser, Schweizer Schoggi. Diese Wahrnehmung zeigt nun auch der erstmals veröffentlichte Made-In-Country-Index des deutschen Datenbankanbieters Statista. 43 Prozent der Befragten gaben an, Schweizer Produkte mit hoher Qualität in Verbindung zu bringen.

Umfrage
Swiss made oder made in Germany - was ist besser?
54 %
27 %
19 %
Insgesamt 2211 Teilnehmer

Die Nase vorn haben Schweizer Produkte bei den Einzelkriterien «Authenzität» und «Statussymbol». Im Vergleich mit der Konkurrenz schlecht schneiden die Swiss-made-Produkte hingegen beim Preis-Leistungs-Verhältnis ab: Sie belegen dort lediglich Platz 32 von 50. Die Produkte aus der Schweiz hinken erstaunlicherweise auch beim Punkt «Nachhaltigkeit» hinterher.

«Made in Germany» hat die Nase vorn

Über alle Kategorien gesehen hat made in Germany die Nase vorn. Die deutschen Produkte schwangen vor allem bei den Punkten «Qualität» und «Sicherheitsstandards» oben aus, wie der Index zeigt. Deutschland erreicht im Gesamtranking den Wert von 100 Punkten, die Schweiz liegt mit 98 Zählern auf Rang zwei. «Mit Herkunftsländern verbinden Konsumenten ganze Bündel von Eigenschaften, und diese beeinflussen Kaufentscheidungen oft wesentlich», sagt Studienautor Nicolas Loose. Einige Produkte seien ganz untrennbar mit bestimmten Ländern verbunden, beispielsweise Espresso mit Italien.

Der Index, der als Gradmesser der Markenstärke einzelner Nationen gilt, basiert auf einer Umfrage bei mehr als 43'000 Konsumenten in 52 Ländern. Erfragt wurde die Reputation von 50 Herkunftsbezeichnungen, wobei nicht zwischen Konsum- und Industriegütern unterschieden wurde.

Infografik: Die Welt liebt Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

China hat bestes Preis-Leistungs-Verhältnis

Beim Preis-Leistungs-Verhältnis liegt China an der Spitze, gefolgt von Japan und Thailand. Letzteres siegt in der Kategorie «fortschrittliche Technik», während Italien – ganz dem Klischee entsprechend – in der Kategorie «Design» an vorderster Front liegt. Am meisten gemocht werden die Schweizer Produkte von den Befragten aus Thailand. Pro Land wurden mindestens 2500 Personen befragt.

Überraschend gut schneidet die Herkunftsbezeichnung made in EU ab, die die Europäische Union seit fast fünfzehn Jahren zu etablieren versucht. Mit 92 Punkten schafft es das länderspezifisch unscharfe Label hinter Deutschland und der Schweiz auf den dritten Platz. «Hergestellt in der EU wirkt längst nicht mehr wie eine gewollte Aufwertung», sagt Studienautor Loose. Es stehe für kurze Transportwege, faire Arbeitsbedingungen und nicht zuletzt für eine hohe Qualität.

Schlecht entwickelt hat sich die Wahrnehmung für US-Produkte, weshalb die Studienautoren auf einen Trump-Effekt schliessen. Die USA liegen mit 81 Zählern gemeinsam mit Japan und Frankreich noch auf Rang 8. «Politische und gesellschaftliche Umbrüche wirken sich auf das Image von produzierenden Ländern aus», sagt Loose. So seien die USA, die Türkei und Griechenland weltweit unter den zehn Ländern mit den am wenigsten positiven Entwicklungen.

Infografik: Qualitätslabel Schweiz | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Markenimages von Ländern blieben über Zeit meist relativ stabil, erklärt der Markenexperte Thomas Ramseier, Geschäftsführer der Agentur Brandpulse im Gespräch mit 20 Minuten. «Auch wenn es in einem Land zu einem Skandal kommt, dauert es sehr lange, bis das gesamte Länderimage deswegen in Veruf gerät.» Umgekehrt erstaune es nicht, dass Deutschland und die Schweiz die ersten beiden Plätze im Ranking einnehmen. Sie hätten schon lange ein international hervorragendes Image und schwängen entsprechend obenauf.

(sas)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Paul am 27.03.2017 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Wäre eigentlich klar

    Wer sich selber im Einkauf beobachtet, muss feststellen, dass das Resultat viel vernichtender für die Schweiz ausfallen müsste. Patriotismus hört auf, wenn man es zahlen muss.

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  • Fred F. am 27.03.2017 11:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lediglich

    unsere Uhren sind schon einzigartig. Jedoch muss man mittlerweile auch aufpassen welche Marke man erwirbt (Rado hat zwischenzeitlich auch chinesische Werke). Alles andere wie z.B. Elektrogeräte (Haushalt, etc.) taugen nichts.

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  • Quasi Modo am 27.03.2017 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    Numero Uno

    DE ist 10 mal so gross wie die Schweiz und stellt vermutlich auch viel mehr Artikel her wie die Schweiz. Viele andere Länder sind ebenfalls um ein vielfaches grösser und stellen auch mehr her als die Schweiz, sind aber hinter uns. Insofern ist die Schweiz im Verhältnis zur Grösse Numero Uno! DE möchte ich aber trotzdem gratulieren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Alpenrose am 28.03.2017 17:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klein aber fein ist besser

    Ist wieder die Pro-Deutschland Kampagne unterwegs, überall Deutschland am besten, aber es ist ja klar, bescheiden waren sie noch nie, aber ich mag es ihnen gönnen, alles was ich mir wünsche, ist wieder eine echte Schweiz und seine echten Produkte.

    • Doppelagent am 29.03.2017 00:17 Report Diesen Beitrag melden

      Warum immer diese Opferrolle?

      Mal als Gegenfrage: Warum leiden so viele Schweizer unter der Zwangsvorstellung, dass die nördlichen Nachbarn irgendwie auf sie herabsehen und sie dagegen anargumentieren müssen? Diesen Eindruck muss man jedesmal gewinnen, wenn man irgendwelche Ranglisten oder Vergleiche sieht - da wird sofort reflexartig argumentiert, relativiert oder sich sonstwie aufgeplustert, warum man das ja eigentlich ganz anders sehen müsse, die Datenerhebung fehlerbehaftet sei und die Schweizer Produkte/Entscheidungen/Skigebiete/... ja eigentlich klar überlegen seien. Amüsant oder peinlich, je nachdem.

    • Soziologiestudent am 29.03.2017 00:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Doppelagent

      Schweizer propagieren zwar Gleichheit, Sie sehnen sich paradoxerweise aber nach einem Klassensystem und leben ein solches auch sehr flexibel. Deshalb sind Neid und Arroganz hier auch so nah beieinander. Es ist dies ein Phänomen, das von den meisten Ausländern innert kürzester Zeit mit zumeist grossem, aber unausgesprochenem Erstaunen erkannt wird.

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  • Rico S am 28.03.2017 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Schiefe Ebene

    Je mehr die Schweiz der EU und allen schlechten Rezepten aus den umliegenden europäischen Staaten "hintendreinhasnet", desto verliert sie. Wirtschaftlich, politisch und auch in Sachen Bürgersinn befindet sich die Schweiz längstens auf einer schiefen Ebene und zwar gegen unten. Die nächste Abstimmung steht bereits vor der Tür und damit die noch rasantere Weiterentwicklung in diese Richtung und das noch schnellere Abgleiten.

  • Fritz am 28.03.2017 10:11 Report Diesen Beitrag melden

    Schreiben kann man was man will

    Für teure Uhren ist die Schweiz immer noch Nr. 1 wegen der Präzission und eine billig Uhr kaufe ich aus China.

    • Elvis Action am 28.03.2017 11:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fritz

      Auch hier ist die Schweiz längst nicht mehr die 1. Schon ewigs lange überholt oder mindestens auf gleicher Stufe. Die Schweizer Firmen wollen nur Geld Geld und schlecht bezahlte Mitarbeiter. Fertig.

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  • Silvia Meier am 28.03.2017 08:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gefummelt?

    Wer ist Nicolas Loose? Genau, ein Deutscher. Ob es wohl so sein mag, dass es der gleiche Fall ist wie damals mit ADAC? Ein deutsches Auto war in Sachen Pannen das beste Fahrzeug, bis sich herausstellte, dass geschummelt wurde. Der wahre Sieger hiess Toyota.

    • Peter Schnoog am 28.03.2017 10:21 Report Diesen Beitrag melden

      Naja

      Liebe Silvia, weisst Du was die Statista GmbH so treibt? Kennst Du deren Reputation, weisst Du was die zu verlieren hätten (im Gegensatz zum ADAC ist das kein Club)

    • Lola Müller am 28.03.2017 20:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Silvia Meier

      Wurde Toyota letztes Jahr nicht auf Platz 2 verwiesen?

    • Salvator am 28.03.2017 20:45 Report Diesen Beitrag melden

      Silvia Meier

      Dann kaufen Sie bitte Toyota, kein Problem. Ich kaufe mir Jeans die mir gefallen und keine billigen Cordhosen, nur weil die 10 Jahre halten. Geschmäcker sind nun halt mal verschieden. Der eine will eine attraktive Frau, der andere ein Mauerblümchen, weil er weiss, die hat er ewig.

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  • Anti Heidi am 28.03.2017 08:07 Report Diesen Beitrag melden

    Klarstellung

    Hören sie doch mal auf mit ihrem medialen Geschwätz von Schokolade- und Käseexport. Finde es regelrecht peinlich. Wir sind stark im Export von Pharma, Chemie, Uhren, Maschinen und veredelten Rohstoffen.