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Bschiss mit System?
10. Januar 2012 23:21; Akt: 10.01.2012 23:21 Print
Media Markt preist Occasionen als neu an
Mit dem Slogan «Wir wissen was ihr wollt!» wirbt Media Markt um Kunden. Was diese sicher nicht wollen, ist für blöd verkauft zu werden. Ihnen soll gebrauchte Ware als neu angedreht werden.

Ein Blick in eine Media-Markt-Filiale und die Frage: Stand ein «neuer» Fernseher bereits in der Stube eines Kunden? (Bild: Keystone)
Im «Kassensturz» erhebt eine ehemalige Mitarbeiterin des Media Markts schwere Vorwürfe. Benutzte, von Kunden zurückgegebene Geräte würden im Laden wieder als neu verkauft. Die SF-Sendung berichtet beispielsweise über einen Kunden, in dessen brandneuem Autoradio sich eine selbstgebrannte CD befand.
Offenbar hatte ein Kunde das Gerät gekauft, es ausprobiert und dann zurückgebracht. Im Media Markt wurde die Schachtel ein zweites Mal verschweisst und wieder ins Regal gelegt – als wäre nichts gewesen. Der Kunde reklamierte und bekam von Media Markt einen Gutschein im Wert von 50 Franken. Dutzende Zuschauer der Fernsehsendung reklamierten in deren Onlineforum umgehend, ihnen sei dasselbe passiert.
Auf Befehl der Vorgesetzten
Media Markt ist an sich kundenfreundlich. Wem ein gekaufter Artikel nicht gefällt, der kann ihn ohne Angabe von Gründen innerhalb von zwei Wochen zurückgeben. Aber wohin mit diesen Geräten? Im «Kassensturz» deckt eine ehemalige Kundendienst-Mitarbeiterin der Filiale in Oftringen auf: Sie gelangen wieder in den Verkauf.
Sie hätten die Geräte entgegen genommen und in einen Hinterraum gebracht, erzählt die Ex-Angestellte. «Dort versuchten wir, die Geräte wieder möglichst original zu verpacken, was eigentlich fast unmöglich ist. Dann stellten wir das Paket aufs Regal und am gleichen Tag, oder einen Tag später, kam es wieder zu den neuen Geräten in den Verkauf.»
Ein Geheimnis ist das intern nicht. In diese Praxis würden Mitarbeiter vom ersten Tag an eingeweiht, berichtet die Frau weiter. Ob Fernseher, Computer oder Handys: Alle Geräte seien später im Laden wieder als «neu» angepriesen worden. Bevor sie gekündigt habe, habe sie sich mehrfach bei Vorgesetzten über dieses Vorgehen beschwert.
Media Markt widerspricht
Der Chef von Media Markt Schweiz, Michael Rupp, bestätigt in der Fernsehsendung, dass es ein «klares Prozedere» gibt im Umgang mit Waren, die gebraucht zurückkommen. Die Geräte würden von Fachleuten geprüft: auf Vollständigkeit, auf Beschädigungen und auch darauf, ob auf Speichermedien Daten zu löschen sind.
«Wenn alles zu unserer Zufriedenheit gelöst ist», so Rupp, «wird der Karton mit einem Aufkleber versehen, der klar macht, dass es sich um ein Vorführgerät handelt.» So gehe der Artikel zurück in den Laden. Der Vorwurf der Ex-Mitarbeiterin, das das Gerät ein zweites Mal als «neu» angepriesen werde, stimme aber nicht: «Es wird mit einem Preisabschlag verkauft.»
Bleibt die Frage, ob es sich um Einzelfälle handelt oder ob wirklich System dahinter steckt. Er könne nie ausschliessen, dass Fehler gemacht werden, sagt Media-Markt-Chef Michael Rupp dazu. Die Aussagen der ehemaligen Mitarbeiterin würden sehr ernst genommen. Doch er verspricht: «Es steht mit Sicherheit keine Methode dahinter.»
(rme)
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Alle 328 Kommentare




























Saubere Reparatur
Festplatte defekt. Reparatur in einer Filiale. Funktioniert? Super! Aber: Auf der festplatte aren noch Daten einer mir fremden Person die selber gelöscht habe.
Kunde wird Bedrogen
Es ist ein masiver Betrug was MM macht. Ein KMU könnte sein Geschäft zusperren nicht aber MM weil das ein grosser ist und die können machen was sie wollen.Meiner Meinung sollten die Leute solche Geschäfte meiden.
MM NAtel
Habe bei MM ein Natel gekauft. Kam aus der Verpackung, hatte jedoch schon Bilder drauf... uA von einer ganzen Familie und andere Bilder die man sonst nicht wild fremden zeigen würde! Wäre das Natel als Ausstellungsstück gewesen und etwas herunter gesetzt wär es ok gewesen... aber so ein NoGo!