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«Islamic-Leasing»
08. Oktober 2009 19:54; Akt: 08.10.2009 20:29 Print
Mercedes wittert das Geschäft mit Muslimen
«Für praktizierende Muslime ist die Autofinanzierung über eine westliche Bank undenkbar: Die Scharia verbietet nämlich das Zahlen von Zinsen. Der Daimler-Konzern hat nun eine Marktlücke gefunden und bietet Finanzierungen nach dem islamischen Recht.
«Islamic Banking war gestern, heute ist «Islamic-Leasing» im Trend: Der Autokonzern Daimler bietet in den Vereinigten Arabischen Emiranten eine Autofinanzierung nach islamischem Recht an. Zinszahlungen sind den Muslimen eigentlich untersagt. Ebenfalls verboten sind Glückspiele, Spekulationen und Engagements in der Alkohol-, der Tabak- oder der Finanzindustrie. Die findige Finanzbranche hat unter dem Namen Islamic Banking aber Wege gefunden, Scharia konfrom zu investieren.
«Islamic-Leasing» haben Mohammed bin Rashid Al Maktoum und seine Familie nicht nötig. Der Herrscher-Clan der Vereinigten Arabischen Emirate besitzt ein Milliardenverögen (Bild: Keystone)
Zins-Dilemma umgehen
Mit dem islamischen Recht zu vereinbaren ist auch Daimlers neues Angebot in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Finanzierungsgesellschaft des deutschen Autobauers hat gemeinsam mit den lokalen Mercedes-Importeuren eine Unternehmung für Leasing und Finanzierung gegründet, die das Zins-Dilemma umgeht.
Und so funktioniert es: Die Finanzgesellschaft erwirbt das Auto, schlägt die zu erwartenden Zinse auf den Kaufpreis und verkauft das Fahrzeug mit dem Gesamtpreis an den Kunden. Dieser leistet eine Anzahlung und kann den Rest in Ratenzahlung begleichen.
Wichtiger Markt
Die Vereinigten Arabischen Emirate sind für Daimler mit rund
Dem Konzern geht es beim «Islamic-Leasing» laut eigenen Angaben um eine faire Beziehung zwischen Kunde und Konzern. Denn auch diese schreibt das islamische Recht vor. Käufer, die ihr Auto frühzeitig zurückgeben, müssen nicht den gesamten Zinsaufschlag entrichten, sondern nur den angefallenen Anteil. Die Verträge hat Daimler-Financial-Services laut «sueddeutsche.de» durch eine Islamschule kontrollieren und zertifizieren lassen. Für den europäischen Markt ist das islamkonforme Leasing bisher nicht vorgesehen. Sollte das Angebot aber zum Grosserfolg werden, könnte es auch auf westliche Länder ausgedehnt werden, so ein Daimler Sprecher.
Nestlé produziert halal
Anders als Mercedes haben die grossen Lebensmittelhersteller das Geschäft mit dem Islam schon lange gewittert. Internationale Nahrungsmittelkonzerne wie Nestlé oder Unilever bieten eine Vielzahl von Produkten an, die im Sinne des Korans als unbedenklich gelten. Das arabische Wort «Halal» bzw. das türkische «helal» bedeutet «das Zulässige, das Erlaubte».
Viele islamische Länder schreiben korankonforme Lebensmittel vor. Folglich sind Halal-Produkte in den vergangenen Jahren zum globalen Trend mit zweistelligen Wachstumsraten geworden. Der Markt wird auf 525 Milliarden Franken geschätzt. Für die Nahrungsmittelmultis besonders interessant sind Südostasien und der Nahe Osten.
Auch Coop und Migros mischen mit
Halal-Produkte im Sortiment haben auch Migros und Coop. In der Schweiz leben rund
(sas/scc)





























