Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Zweitreichster Schweizer
30. November 2012 17:21; Akt: 01.12.2012 15:18 Print
Milliardär – dank Bier und Burgern
von Sandro Spaeth - Was Jorge Lemann anfasst, wird zu Gold. Der Nachkomme eines nach Brasilien ausgewanderten Käsehändlers ist zum zweitreichsten Schweizer aufgestiegen. Diskretion ist sein oberstes Gebot.
Eigentlich müssten die Kinder von Jorge Paulo Lemann tot sein. Ende der Neunzigerjahre gerieten sie bei einem Entführungsversuch auf ihrem Schulweg in Brasilien in einen Kugelhagel. Getroffen wurde nur der Fahrer der gepanzerten Limousine. Grund für das Attentat war der enorme Reichtum der Familie.
Jorge Lemanns Vater – ein aus Langnau stammender Käsehändler – war vor Jahren nach Bahia im Nordosten Brasiliens ausgewandert. Das Attentat bewog Lemann, mit seiner Familie an den Zürichsee umzuziehen. Es heisst, anfänglich sei der Milliardär jeweils am Freitag zwischen São Paulo und der Schweiz gependelt – standesgemäss mit dem Privatjet.
Jorge Paulo Lemann ist der Aufsteiger im am Freitag publizierten Ranking der 300 reichsten Schweizer des Wirtschaftsmagazins «Bilanz». Das Vermögen des Brasilien-Schweizers ist innerhalb eines Jahres um 9 auf 17 bis 18 Milliarden Franken gestiegen. Den gewaltigen Vermögenszuwachs verdankt der 73-Jährige seinen auf verschlungenen Pfaden gehaltenen Anteilen am Brauerei-Riesen Anheuser-Busch-InBev. Die Aktien schossen innert Jahresfrist zeitweise 80 Prozent nach oben.
Goldman Sachs als Vorbild
In Brasilien geniesst Lemann den Ruf eines «Midas». Alles, was er anfasst, wird zu Gold. Wie nur wenige hat er das Gespür, zum richtigen Zeitpunkt auf die Branchen mit den grossen Renditen zu setzen. Lemann studierte in Harvard Wirtschaft und stieg danach bei der Credit Suisse ein. Zehn Jahre später machte er sich selbständig und gründete Banco Garantia, die erste echte Investmentbank Brasiliens. Das Vorbild: die legendäre Goldman Sachs.
In der Welt der Manager gilt der grossgewachsene Lemann als einsilbig. Der Frühaufsteher höre mehr zu, als er spreche, schrieb der in Brasilien lebende Journalist Alexander Busch einst über den heutigen Multimilliardär. Selbst in den glorreichsten Zeiten seines Investmentbanker-Lebens hat Lemann Bescheidenheit vorgelebt und ist mit einem einfachen Gol, dem in Brasilien gefertigten Modell des Volkswagen Konzerns, zur Arbeit gefahren.
Später verkaufte Lemann seine Bank seinem Ex-Arbeitgeber Credit Suisse – allerdings nicht ganz freiwillig. Garantia war durch die Krise in Russland und Asien in Schieflage geraten. Dadurch liess sich Lemann aber nicht unterkriegen. Seinen Ehrgeiz hatte der Brasilien-Schweizer unter anderem im Sport entwickelt, denn Lemann wollte ursprünglich Tennis-Profi werden. Er wurde in den Sechzigerjahren fünffacher brasilianischer Meister und spielte sogar in Wimbledon. Bis ins hohe Alter soll Lemann täglich in den frühen Morgenstunden Tennis gespielt haben.
Lemann als Bierkönig
Das Geld aus dem Bankenverkauf investierte Lemann ins Brauerei-Geschäft und fädelte gemeinsam mit anderen reichen Partnern Milliardendeals ein. Der grösste Coup: Die Fusion des brasilianischen Bierkonzerns AmBev mit der belgischen InBev. Als InBev später die US-Brauerei Anheuser-Bush einsackte und daraus der weltweit grösste Brauereikonzern wurde, soll Lemann die Fäden gezogen haben – gemeinsam mit seinem Freund und Grossinvestor Warren Buffett. Noch heute sitzt Lemann im Verwaltungsrat von Anheuser-Bush-InBev.
«Anders als die Amerikaner, die nur in Technologie investieren wollten, expandierten die Brasilianer gerne in alte Branchen, wie Bier, Stahl und Zement», soll der 72-Jährige kürzlich bei einem seiner raren öffentlichen Auftritte gesagt haben. Gefallen findet der Investor aber auch an der Gastronomie. 2010 erkaufte er sich über seine Beteiligungsfirma 3G Capital das Sagen beim Fastfood-Riesen Burger King.
Stiftung für Studenten
Lemann dürfte seine prominente Erwähnung in der Reichen-Liste und das damit verbundene Aufsehen wenig Freude bereiten. Er tritt ausschliesslich in Zusammenhang mit seiner in Rapperswil domizilierten Bildungsstiftung auf, die brasilianischen Studenten Stipendien für US-Elite-Universitäten gewährt. Interviews gibt der Milliardär keine, denn Presse und Spenden-Galas für Schöne und Reiche – bei denen überall irgendwo ein Fotograf lauert – bedeuten Gefahr. So heisst es über Lemanns zweite Frau – eine ehemalige Lehrerin einer Schweizer Schule – dass aus Sicherheitsgründen keine Fotos von ihr abgedruckt werden dürfen.
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.
-
Alle 24 Kommentare

Die Printausgabe von 20 Minuten gibts jetzt auch als ePaper.
Die 20 Minuten App Familie
Thank god it's Friday!
DIE Nightlife-Website für Partyverrückte aus aller Welt





















Bier
Also ab jetzt investiere ich nur noch in Bier.
Bier 2.0
Ich auch da ist das Geld am besten angelegt. Ich unterstütze lieber die Eichhof als die Schnorrer und Schwindler die jeden Tag vor der Tür stehen und einem "Güselversicherungen" und sonstigen Gerümpel andrehen wollen den keiner braucht.
Guter Investmen Tipp
Mache ich schon länger....immerhin garantierte 5 % (je nach Sorte) Bruttorendite, doch schon eine im Promille Bereich liegende Nettorendite kann ganz schön berauschen sein. Der Fonds (äh Bauch) wächst auch stetig
Investmentbank
Ps: ich kenne da eine ganz gute Investmentbank! Hat ihre Wurzeln in Irland und vertreibt 1a Investmentprodukte. Mein favorisiertes Produkt: Kilkenny
Platz 8
Weshalb lebt das Staatsoberhaupt von FL in der Schweiz?
Weils ihm hier gefällt?
wegen den schönen Bergen (an Steuereinsparungen) - es Lebe die Schweiz! Das Manhattan von Europa.
ganz einfache Antwort
Weil es hier in der Schweiz einfach wunderschön ist ;-)
Felsa-Sepp
falsch,er lebt in Vaduz,FL.
Europa
Als Milliardär würde ich nie in Brasilien leben,höchstens 1 Monat Urlaub.Den Rest würde ich in Europa und Karibik verbringen.
Ou ja....
oder nur in der Karibik...