Air Berlin

13. September 2017 03:56; Akt: 13.09.2017 04:23 Print

Minister ruft Piloten ins Cockpit zurück

Durch die vielen Krankmeldungen der Piloten sieht Air Berlin ihre Rettung in Gefahr. Derweil ist ein Angebot aus China eingetroffen.

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Nach den massenhaften Krankmeldungen bei Air Berlin hat der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt eine Rückkehr der Piloten an den Arbeitsplatz gefordert. Air Berlin sieht ihre Rettung durch die vielen Krankmeldungen in Gefahr.

«Die Insolvenz von Air Berlin ist eine grosse Belastung für alle Mitarbeiter, vor allem auch wegen der Unsicherheiten bezüglich der Entwicklung der Arbeitsplätze. Aber gerade deswegen ist es wichtig, den Flugbetrieb jetzt bestmöglich aufrecht zu erhalten und nicht die Kunden in Mitleidenschaft zu ziehen,» sagte Dobrindt der «Bild»-Zeitung vom Mittwoch.

Die deutsche Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries forderte den Zusammenhalt von Belegschaft und Unternehmen. «Ich wünsche mir, dass alle Beteiligten an den Gesprächen um die Zukunft von Air Berlin die Nerven behalten und versuchen, das Beste für die Beschäftigten zu erreichen», sagte Zypries.

Air Berlin sieht ihre Rettung durch Krankmeldungen vieler Piloten in Gefahr. Denn mitten im Verkaufsprozess musste die insolvente Fluggesellschaft am Dienstag rund 100 Flüge streichen und dürfte damit weiteres Vertrauen bei ihren Kunden verloren haben.

Chinesischer Bieter will Air Berlin nach China holen

Ins Bieterverfahren um die insolvente Air Berlin hat sich einem Medienbericht zufolge ein neuer Interessent eingeschaltet. Demnach teilte die chinesische Betreibergesellschaft des Flughafens Parchim, LinkGlobal, schriftlich ihr Interesse an einer Übernahme mit.

«Wir wurden informiert, dass Air Berlin einen verlässlichen Investoren für eine Übernahme sucht. Hiermit bekunden wir unser Interesse und unsere Absicht in dieser Angelegenheit», zitierte die deutsche «Bild»-Zeitung am Mittwoch den Geschäftsführer von LinkGlobal, Jonathan Pang, aus einem Schreiben, das auf den 31. August datiert sei.

Ein konkretes Angebot soll demnach vor Ablauf der Frist an diesem Freitag um 14 Uhr beim Insolvenzverwalter eingereicht werden. Offenbar plane Pang eine Verlegung der Airline nach Parchim.

«Wir glauben, dass wir eine Win-Win-Situation für Air Berlin und den Flughafen Parchim schaffen können, wenn wir die Basis der Fluggesellschaft auf unseren Flughafen in Parchim verlegen können», schreibt Pang laut der Zeitung weiter. Der Insolvenzverwalter von Air Berlin äusserte sich auf Anfrage des Blattes nicht zu dem Schreiben.

Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet, weil der Grossaktionär Etihad den Geldhahn zudrehte. Nun lotet der Sachwalter Lucas Flöther zusammen mit dem Management Lösungen für eine Sanierung aus.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • giorgio1954 am 13.09.2017 04:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quittung

    Die Piloten machen das schon richtig. Die Sache sollte dem Management und auch den Politikern vor Augen führen, das eine Firma von Menschen lebt und nicht von Managern und Erbsenzählern. Wäre diese im Fall von AB über Jahre loyal und fair zu ihren Mitarbeitern gewesen, könnten sie heute im Krisenfall sicher auf sie zählen. Ich denke, das was die Piloten heute tun, ist die Quittung für die Vergangenheit.

  • Typhoeus am 13.09.2017 05:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auf die Chinesen

    haben die Berliner gerade noch gewartet.

  • Fritz Holmer am 13.09.2017 06:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kapitalismus in Reinkultur

    So läufts nunmal. Alle machten mit. Alle suchen via Internet die billigsten Flüge. Völlig normal. Und dann merkt man, dass man nicht vom Umsatz lebt sondern vom Gewinn. Die Verlierer in diesem Spiel sind die vielen Mitarbeiter. Das ist der Auswuchs des reinen Kapitalismus. Auch der reine Sozialismus geht nicht. Was dann? Der reine Idealismus! Jeder Mensch muss beginnen, sein Denken und Handeln besser zu überlegen.. Ich weiss: bin wohl ein Träumer...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mitch am 13.09.2017 14:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Minister Dobrindt...

    ... mehr als peinlich. Erst einmal wünscht man Kranken eine gute Besserung. Wenn die Piloten krank sind sollen sie nicht fliegen. Ausserdem sieht Dobrindt die Verschacherung von Air B. an die Lufthansa gefährdet. Den Deal hat er mit einfädeln wollen. Da passt es ihm natürlich nicht, dass die Air B. aus diesem Grund unattraktiver für die Lufthansa wird.

  • Positiv am 13.09.2017 13:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egoismus

    Jeder sucht für sich selber das Beste.

  • gecko am 13.09.2017 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    chinesische hand...

    genau.. die chinesen.. ist ja schon ein nettes volk.. aber wer einfach nur das sieht ist blind. china ist eine weltmacht - nicht so prozig und vorlaut wie andere - aber im stillen kaufen die alles auf. im gegenzug haben sie eine überbevölkerung und saugen die erde aus. die quittung kommt - egal ob für airlines, wohnungsfläche, firmen usw.. wir menschen sollten uns besinnen.

  • Lancelot am 13.09.2017 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so

    Liebe Piloten, ihr macht das genau richtig. Firmen meinen immer, dass der Mitarbeiter sich verpflichtet fühlen sollte. Geht es aber um Gewinnmaximierung wird ohne Rücksicht auf Verluste gekündigt und da zeigen die Firmen ja auch, dass sie keinerlei Verantwortung für die Mitarbeiter übernehmen. Leider sehen diese abgehobenen und überbezahlten Manager die Realität nicht mehr und leben in einer völlig eigenen Welt in der sie sich immer rechtfertigen können und meinen sie seien die Grössten. Der Gewinn kommt von den Arbeitern, nicht vom Managment und Sesselfurtzern.....

  • Das Wort am 13.09.2017 07:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Piloten bleibt zu Hause

    Liebe Piloten bleibt zu Hause. Es steht in der Bibel man soll nicht füra Geld arbweiten, da werdet Ihr nur ausgenutzt. Der Lebensunterhalt kommt auch so.