Drohnen als Geschenk

21. November 2014 05:51; Akt: 21.11.2014 08:47 Print

Nach Weihnachten summt es am Schweizer Himmel

von Laura Frommberg - Drohnen sind in der Schweiz ein beliebtes Weihnachtsgeschenk. Das kann zum Problem werden, da die Piloten nicht gut genug informiert sind. Das Bazl handelt.

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An den Weihnachtstagen dürfte es am Schweizer Himmel unruhig werden. Der Grund: Drohnen und Multikopter gehören zu den beliebtesten Geschenken in diesem Jahr. «Der Run auf die Drohnen ist auch bei uns spürbar», berichtet etwa Microspot-Sprecher Luc Suter. Bei Digitec und Galaxus sieht es ähnlich aus. «Bei uns erfreuen sich Drohnen grosser Beliebtheit», so Sprecherin Stefanie Hynek. Media-Markt erklärt, dass Helikopter mit und ohne Kamera sowie ferngesteuerte Quadrokopter «gut laufen».

Beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) hat man den Trend auch bemerkt und spricht von einer zunehmenden Aktivität. Zwar gibt es keine genauen Zahlen, wie viele Hobby-Piloten Drohnen durch die Schweiz steuern – wenn die Drohnen unter 30 Kilogramm wiegen und sich jederzeit in Sichtweite des Steuernden befinden, braucht dieser keine Genehmigung der Behörden.

Nicht gut organisiert

Der Trend birgt auch Probleme. Während Piloten von klassischen Modellfliegern in einem Verband organisiert sind, sind die Multikopter-Piloten das nicht. Daher, so Holderegger, seien ihnen die Vorschriften teilweise nicht bekannt. Viele wüssten gar nicht, dass sie sich mit bestimmten Manövern sogar strafbar machen. So darf man etwa mit dem Gerät nicht ohne eine Sonderbewilligung über Menschenmassen fliegen – etwa bei Veranstaltungen wie der Street Parade. Auch, wenn der Flieger ausser Sichtweite des Steuernden ist, ist das ein Gesetzesverstoss.

Damit Hobby-Drohnenpiloten nicht zum Problem werden, handelt das Bazl nun. In den nächsten Tagen beginnt die Behörde, Flyer an Schweizer Händler zu verteilen, auf denen die wichtigsten Regeln erläutert sind, die Piloten beachten müssen.

Nur geringe Vorfälle

«Das Risiko für die allgemeine Luftfahrt erachten wir nicht als gross», lenkt Holderegger aber ein. Es habe erst einzelne «geringe» Vorfälle gegeben und ein Passagierflieger sei nicht involviert gewesen. Doch die Drohnen schaffen es teilweise auf bis zu 300 Meter Höhe. Und dort müsse man eben auf andere Luftfahrtteilnehmer achten – und sich bewusst sein, wann man die Privatsphäre anderer verletzt.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Drohnenjäger am 21.11.2014 06:28 Report Diesen Beitrag melden

    mein Weinachtswunsch..

    ..eine neue Steinschleuder ;-)

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  • bea am 21.11.2014 06:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es beunruhigt mich

    Unser Nachbar hat eine Drohne.Letzthin surrte das Ding vor unserem verglastem Balkon rum.Ich hatte es mir gerade auf der Polstergruppe gemütlich gemacht.Ich fühlte mich in meiner Wohnung ausspioniert.Da frage ich mich, ob das überhaupt zugelassen ist.Es kann doch nicht sein, dass der Nachbar alles ausspionieren kann.Seit diesem Vorfall schliesse ich die Vorhänge.Schade, so sehe ich die schönen Sonnenuntergänge nicht mehr.

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  • samuel am 21.11.2014 06:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht zu ende gedacht

    Wen die NSA oder der Bund ausspioniert macht ihr nichts, jedoch ein hobby pilot etwas rumfliegt wirds sofort vom Bund verboten. hmm...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Möggu am 22.11.2014 13:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Illegal hin oder her...

    Wenn solch ein Ding in der Nähe unseres Hauses aufkreuzt, kommt mein Kleinkalibergewehr zum Einsatz...

  • Oma am 22.11.2014 11:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Luftpolizei

    Es nimmt mich schon wunder, wie lange es geht, bis so ein Hobbybastler seine Drohne seinen Wünschen entsprechend frisiert.Da wird sich dann sicher eine neue Berufswelt anbieten. Luftpolizei speziell zur Überwachung der Drohnen. Auch die Versicherungen könnten neues anbieten, da so eine Drohne mal einen Passanten treffen kann. Ach in welcher Welt leben denn wir?Sicher wird es nie langweilig.

  • Alexander am 22.11.2014 09:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Panikmacherei

    Ich muss leider feststellen, dass die Medien hier total falsch orientieren und die meisten Leute von Multicoptern keine Ahnung haben. 1. Die Dinger heissen nämlich so und nicht Drohnen, sonst wäre jeder andere Modellflieger auch eine Drohne. 2. Die meisten haben eh keine Kamera, also bitte relaxt ein wenig. 3. Wenn einer eine Kamera hat, dann sind die fast alle weitwinklig, sonst gibt's eh keine gescheiten Aufnahmen. Und mit einem Weitwinkel ist nicht gut zu "spionieren" 4. Wie schon einige hier richtig bemerkt haben, sind die heutigen Mobilephones datenschutztechnisch einiges heikler

  • R.Z. am 22.11.2014 00:09 Report Diesen Beitrag melden

    Datenschutz

    Auf der Homepage des Datenschutzbeauftragten gibt's zum Thema Datenschutz und Flugmodelle (also auch Multikopter, etc) eine gut Zusammenfassung Die Privatsphäre ist zu schützen. So sind Überflüge über Nachbars Grundstück (wenn nicht in einer Höhe, in der man keine Details mehr erkennt) "bewilligungspflichtig", will heissen, Nachbar muss sein Einverständnis geben. Ansonsten gilt gleiches wie bei jeder Handy-, Foto- und sonstiger Aufnahme. Jeder hat das Recht auf sein eigenes Bild und wenn was veröffentlicht wird, auf dem eine Person zu erkennen ist, muss deren Einverständnis vorliegen.

  • Hp. K. am 21.11.2014 21:40 Report Diesen Beitrag melden

    Versicherung

    Was die meisten Piloten/Pilotinnen vermutlich nicht wissen, ist, dass im Fluggesetz für Helikopter/Quadrokopter/Drohnen, etc. (nenn es wie Du willst) ab einem Fluggewicht von 500 Gramm eine spezielle Haftpflichtversicherung mit einer Deckungssumme von min. 1 Million Franken vorgeschrieben ist und der Versicherungsnachweis ständig mitgeführt werden muss, wenn Du mit dem Fluggerät unterwegs bist. Und nein....die normale Haftpflichtversicherung reicht nicht aus. Und nein....Du kannst jetzt nicht mehr sagen, Du hast das nicht gewusst.

    • la dude am 21.11.2014 23:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Falsch

      Falsch...bei den meisten Versicherungen ist der Modellflug bis 1 Mio versichert.....einfach mal nachfragen.....

    • R.Z. am 22.11.2014 00:01 Report Diesen Beitrag melden

      Falsch ist Falsch

      Muss ich dem "Vorschreiber" recht geben. Wenn es abgeschlossen ist, gibt's einen speziellen Versicherungsausweis. Wenn der nicht kommt, ist nix mit schon dabei. Aus eigener Erfahrung: Bei der AXA kostet das z.B. ca. 24.- CHF / Jahr zusätzlich und kann auch nicht mit allen Haftpflicht-Varianten abgeschlossen werden.

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