Banken-Eigenmittel

22. September 2011 08:47; Akt: 22.09.2011 11:56 Print

Nationalrat lenkt bei «Too big to fail»-Vorlage einNationalrat lenkt bei «Too big to fail»-Vorlage ein

Nach dem Bundesrat und dem Ständerat will nun auch die grosse Kammer, dass die Grossbanken auf ihren risikogewichteten Aktiven künftig bis zu 19 Prozent Eigenmittel halten müssen.

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Das Parlament hat die Eigenmittelanforderungen für systemrelevante Grossbanken verschärft. (Bild: Keystone)

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Die Eigenmittelanforderungen für systemrelevante Grossbanken werden vom Parlament definitiv verschärft. Der Nationalrat hat am Donnerstag das Ansinnen aufgegeben, die Vorschläge des Bundesrats aufzuweichen.

Systemrelevante Grossbanken sollen damit auf ihren risikogewichteten Aktiven bis zu 19 Prozent Eigenmittel halten müssen. 10 Prozent davon sollen sie in hartem Eigenkapital bereitstellen und 9 Prozent in Form von Pflichtwandelanleihen (CoCo-Bonds), die im Fall drohender Insolvenz in Eigenkapital umgewandelt werden müssen.

Der Nationalrat wollte in der ersten Beratung der Vorlage, dass die Behörden den Grossbanken auf diesen Eigenmittelanforderungen den vollen Rabatt gewähren, wenn sie durch organisatorische Massnahmen dafür gesorgt haben, dass im Fall drohender Insolvenz ihre systemrelevanten Funktionen weitergeführt werden können.

Ständerat setzt sich durch

Im Ständerat stiess dieses Ansinnen auf starken Widerstand. Die kleine Kammer sah darin eine Aushöhlung der Eigenmittelanforderungen. Damit werde die gesamte Vorlage in Frage gestellt. Gemäss Angaben der Nationalbank würden die Eigenmittelanforderungen an die systemrelevanten Grossbanken auf 13 bis 14 Prozent sinken, wenn der vollständige Rabatt gewährt werden muss.

Im Nationalrat wurden die Verwässerungspläne am Donnerstag nun diskussionslos und ohne Abstimmung aufgegeben. Der Nationalrat nahm auch von seiner Forderung Abstand, dass der Bundesrat neben den vorgeschlagenen Pflichtwandelanleihen weitere Instrumente zur Stärkung der Eigenkapitalausstattung vorsehen kann.

Hingegen besteht der Nationalrat darauf, dass die Finanzmarktaufsicht (Finma) die Öffentlichkeit nur in den Grundzügen über die Anforderungen informieren soll, die eine systemrelevante Grossbank erfüllen muss. Der Ständerat möchte, dass der gesamte Inhalt bekanntgegeben wird. Mit 84 zu 78 Stimmen lehnt dies der Nationalrat ab.

Nationalrat pocht auf Mitsprache bei Verordnung

Ausserdem pocht die grosse Kammer darauf, dass der Bundesrat die Verordnung, in der die genauen Regeln zur Bemessung der Eigenmittelanforderungen an Grossbanken festgehalten werden, dem Parlament bei der ersten Verabschiedung zur Absegnung vorlegen muss.

Vergeblich argumentierte Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf, dass dies unüblich und rechtlich ein «Unikat» sei. Der Bundesrat könne die Verordnung jederzeit wieder abändern. Mit einer deutlichen Mehrheit von 128 zu 37 Stimmen hielt der Nationalrat an seiner Forderung fest.

Festhalten will er auch an seinen Plänen, Pflichtwandelanleihen (CoCo-Bonds) steuerlich noch stärker zu entlasten als vom Bundesrat vorgeschlagen. Mit 108 zu 62 Stimmen hielt der Nationalrat seinen Vorschlag aufrecht, die Zinsen auf CoCo-Bonds und ähnlichen Instrumenten während fünf Jahren von der Verrechnungssteuer zu entlasten.

Das Geschäft geht mit diesen Differenzen zurück in den Ständerat.

(sda)

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  • Conrad am 22.09.2011 12:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur weiter so.

    Weiter so. Zahlt noch höhere Boni. Dann kommt das Ende schneller! Ich hab nichts mehr bei UBS.

  • Markus Heeb am 22.09.2011 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    Too-Big-To-Fail? Wenn, dann enteignen!

    In einer Marktwirtschaft ist Too-Big-To-Fail Schwachsinn! Ein Unternehmen muss IMMER Konsequenzen für sein Handeln übernehmen. Und wenn was schief geht, dann lasst es doch untergehen! Die UBS Rettung war bereits ein Fehler, andererseits hätte man nach einer Rettung duch den Staat gleich ein Enteignungsverfahren einleiten sollen und die UBS vollumfänglich verstaatlichen - wenn schon.

  • Steuerzahler am 22.09.2011 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    Eigenverantwortung

    Recht so! Wer etwas verbockt, soll selbst dafür aufkommen müssen und nicht der Steuerzahler.

    • Moser am 22.09.2011 11:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Big to fail

      Ok, dann weniger Gewinn ergo keine Steuergelder mehr von Banken, es ist ein geben und nehmen wobei der Steuerzahler einmal gegeben hat, es wieder mit Gewinn bekommen hat. Bis anhin haben die Banken immer nur gegeben, oder glaubst du die Schweiz ist durch Enzian reich geworden?

    • B S am 22.09.2011 12:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Sorry

      Durch die Banken auch nicht!!! Ja es gibt da ein paar milliarden jedoch auch umgekehrt und sowiso was die zur zeit machen, auch mit unversteuertem geld?? Wenn der geldbringer nicht nachweisen kann dass sein Geld versteuert ist wird einfach 10 bus 20% abgezogen und dem rechtmässigen staat unter abzug des aufwandes gutgeschrieben. Ist eigentlich logisch.

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