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Milliarden-Deal
05. Januar 2010 07:32; Akt: 05.01.2010 18:07 Print
Nestlé expandiert im Tiefkühlpizza-Geschäft
Nestlé übernimmt das Tiefkühlpizza-Geschäft von Kraft Foods in den USA und Kanada. Der Preis beträgt 3,7 Milliarden Dollar in bar. Zugleich meldet sich der Westschweizer Nahrungsmittelkonzern aus dem Rennen um den britischen Getränke- und Süsswarenhersteller Cadbury ab.
Rund 3,7 Milliarden Dollar zahlt Nestle für die nordamerikanischen Pizza-Marken von US-Konkurrent Kraft Foods, wie der Konzern am Dienstag bekannt gab. Zu den von Nestle übernommenen Pizzamarken gehören DiGiorno, Tombstone, California Pizza Kitchen, Jack's und Delissio.
Die USA seien der weltgrösste Markt für Pizzen mit einem Umsatz von rund 37 Milliarden Dollar, betonte Nestle. Den Preis von 3,7 Milliarden Dollar werde in bar bezahlt. Die Transaktion soll im laufenden Jahr abgeschlossen werden. Erst am Montag war bekannt geworden, dass Nestle die zweite Tranche seiner Beteiligung am US-Augenheilmittelkonzern Alcon an den Pharmakonzern Novartis verkauft und dafür 28,1 Milliarden Dollar löst.
Lieferungsorganisation auslasten
Konzernchef Paul Bulcke sagte, mit der Ausweitung der Aktivitäten im Bereich der Tiefkühlprodukte werde das für Speiseeis existierende Direktlieferungssystem komplettiert. Ob dieses Jahr noch weitere Akquisitionen geplant sind, wollte er an einer Medienkonferenz in Santiago de Chile nicht kommentieren. Bulcke erinnerte bei einer Einweihung eines Entwicklungszentrums daran, dass das wichtigste Wachstum für Nestle das innere Wachstum sei. Akquisitionen würden dann gemacht, wenn es dazu gute Gelegenheiten gebe.
Aktien im Minus
Die Übernahme des Tiefkühlpizza-Geschäfts von Kraft sei «nicht gerade ein Schnäppchen», sagte ein Analyst der Zürcher Kantonalbank. Angesichts erwarteter Synergien von sieben Prozent des Umsatzes innerhalb von fünf Jahren sei der Deal aber vertretbar. An der Börse gaben die Nestle-Namenaktien um 2,4 Prozent auf 49,75 Franken nach.
Cadbury soll an Kraft gehen
Im Fall des Süsswarenherstellers Cadbury will Nestle dem Konkurrenten Kraft das Feld überlassen. Nestle wolle weder ein formelles Angebot für Cadbury machen, noch sich an einem solchen beteiligen, teilte Nestle mit und reagierte damit auf Spekulationen, der Konzern könnte das feindliche Übernahmeangebot von Kraft Foods mit einem eigenen Angebot kontern. Diese Spekulationen hatten am Montag durch den Verkauf der Alcon-Beteiligung von Nestle neuen Auftrieb erhalten.
Kraft Foods gab gleichentags in Northfield im US-Bundesstaat Illinois bekannt, nach dem Pizza-Deal werde die Bargeldkomponente im Angebot an die Cadbury-Aktionäre aufgestockt. Jeder Cadbury-Aktionär solle mit 60 Pence (rund 0,99 Franken) pro Aktie vom Verkauf des nordamerikanischen Pizza-Geschäfts profitieren. Der Gesamtwert des Gebots für Cadbury soll aber gleich bleiben: Kraft bietet den Cadbury-Aktionären Bargeld und Aktien im Gesamtwert von 9,8 Milliarden Pfund (rund 16,2 Milliarden Franken). Die Deadline für die Annahme des Angebots verlängerte Kraft bis zum 2. Februar.
Buffett gegen Kauf von Cadbury
Kraft-Grossaktionär Warren Buffett kündigte allerdings an, den Plan so nicht mittragen zu wollen: Man habe gegen das Vorhaben von Kraft votiert, zur Finanzierung der feindlichen Cadbury-Übernahme 370 Millionen neue Aktien auszugeben, teilte Buffetts Unternehmen Berkshire Hathaway mit. Berkshire ist mit fast zehn Prozent an Kraft beteiligt.
(sda)



























