Kahlschlag

18. Mai 2017 14:58; Akt: 18.05.2017 18:21 Print

Novartis baut in Basel 500 Jobs ab

Der Pharmariese Novartis streicht Jobs. In Basel werden 500 Stellen abgebaut. Der Konzern wird aber gleichzeitig 350 neue «Hightech-Jobs» schaffen.

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Der Pharmakonzern Novartis will in den nächsten anderthalb Jahren am Hauptsitz in Basel bis zu 500 Stellen streichen. Gleichzeitig sollen aber 350 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Seine Umbaupläne am Hauptsitz machte der Pharmagigant am Donnerstagnachmittag publik. Wie der für die Schweiz zuständige Novartis-Manager Matthias Leuenberger an einer Telefonkonferenz sagte, falle ein Teil der 500 Stellen ganz weg, andere würden aber verlagert, beispielsweise nach Indien.

Noch keine Details

Betroffen vom Abbau sind Arbeitsplätze in der traditionellen Produktion sowie in der Koordination und in der Entwicklung. Zu den Details wollte Leuenberger noch keine Angaben machen. Erst müsse das Ergebnis des Konsultationsverfahrens mit der Belegschaft abgewartet werden, das nun gestartet wird.

Nach Angaben Leuenbergers ist unter anderem geplant, zwei alte Produktionsstätten zu schliessen. Die eine befindet sich auf dem Campus in Basel, die andere in Schweizerhalle.

Novartis sicherte den vom Abbau betroffenen Mitarbeitenden eine respektvolle und faire Behandlung zu. Leuenberger geht davon aus, dass viele über die interne Jobbörse eine neuen Arbeitsplatz finden, im Konzern selbst oder ausserhalb. Vorgesehen sind zudem Frühpensionierungen und ein Sozialplan.

350 neue Hightech-Jobs

Gleichzeitig mit dem Abbau will Novartis am Konzernsitz in den nächsten 18 Monaten auch 350 neue Jobs schaffen. Es handelt sich dabei laut Leuenberger um Arbeitsplätze mit hoher Wertschöpfung.

Die geplanten Hightech-Stellen befinden sich vorwiegend in der Medikamentenentwicklung sowie in der Herstellung innovativer Biologika, schreibt Novartis in einem Communiqué. Vorgesehen ist, eine bestehende Anlage für solche Medikamente auszubauen.

Hintergrund der Umbaupläne ist die 2016 gestartete weltweite Umstellung des Konzerns auf ein integriertes Betriebsmodell. Mit diesem will Novartis die Innovation stärken sowie Qualität und Effizienz steigern.

Für Novartis seien die personellen Anpassungen nötig, um auch in Zukunft konkurrenzfähig zu bleiben, sagte Leuenberger. Der Aufbau von 350 Stellen unterstreiche zugleich das langfristige Engagement des Konzerns für den Standort Schweiz.

Landesweit beschäftigt Novartis derzeit 13'000 Mitarbeitende, davon rund 10'000 im Raum Basel. Weltweit sind es 118'000.

(sas)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peti60 am 18.05.2017 15:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heuchlerei in Reinkultur

    Ja klar.... extrem sozial. Jobcenter für über 50 jährige.... wie heuchlerisch.... passt ja wunderbar zum Reingewinn... Aber eben Wasser predigen und Wein saufen

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  • Cavi33 am 18.05.2017 15:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Profit über alles, CEO sagt alles

    Was habt ihr denn erwartet, in Indien produzieren ist einiges billiger. Nach der gestrigen Sendung im ARD über gepanschte, gefälschte Pharmaprodukte hoffe ich auf gute Gesundheit. Was da in der Pharmabranche weltweit abläuft ist schon spektakulär. Hoffe dass unsere Politiker und BR Berset bald erwachen.

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  • Schweizer. am 18.05.2017 15:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    500-350= 150

    Nur 150. Sind sicher alle über 40. Gute Entwicklung !

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Herrcool.es am 19.05.2017 23:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dieser Artikel ist schon steinalt

    andere dagegen werden nach 2h geschlossen. How comes? Die Kommentare sind nicht mehr mit der Problematik des Artikels in Bezug zu bringen.

  • Laura am 19.05.2017 22:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wandel der Zeit

    Für die Betroffenen ist dies immer eine extreme Situation, mein Mitgefühl gilt vorallem den schwer Vermittelbaren! Dennoch sollten langsam alle verstanden haben, dass der Wandel nicht kommt, sondern schon voll im Gange ist. Die Industrie 4.0 wird noch Tausende Jobs kosten und gleichzeitig Tausende neue verhindern durch die Automatisierung. Wer glaubt bis zur Rente hin noch eine ruhige Kugel schieben zu können, geht das Risiko ein sich enorm zu verrechnen... egal wie alt und wie erfahren man auch sein mag, ein Programm oder ein Roboter wird immer zuverlässiger sein und unermüdlich arbeiten.

  • Eagle am 19.05.2017 20:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Temp. Jobs

    In ein paar Jahren gibt es nur noch Temp. Jobs. Hire and Fire. In den Labors gibt es ja jetzt schon Rollwägeli, das man sich am Morgen schnappen und dann einen Arbeitsplatz suchen muss. Dito bald in Grossraumbüros - keine fixen Sitzplätze. Dito mit den Leuten... wie lange schauen wir noch zu ?!

    • Laura am 19.05.2017 22:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Eagle

      Nicht alles daran ist falsch. Wir werden alle mobiler im Alltag und in der Freizeit... Warum nicht auch am Arbeitsplatz, solange dies die Tätigkeit zulässt. Viele richten sich regelrechte Wohlfühloasen ein mit Spa im Büro... die sind dann halt nicht mehr so flexibel ;) Der Arbeitsplatz muss heute nicht mehr ein Ort sein, sondern vielmehr der Raum, der sich für die aktuelle Aufgabe eignet... das werden noch viele lernen müssen.

    • Mitarbeiter am 19.05.2017 23:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Eagle

      Ich arbeite bei einer Tochtergesellschaft von Novartis und bei uns werden schon seit einigen Jahren nur noch Temporäre Mitarbeiter eingestellt. Ich hatte vor 5 Jahren noch das Glück eine Festanstellung zu bekommen, war aber eine der letzten. Das schöne bei uns ist das gute Temporär MA gerne und lange bei uns arbeiten.

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  • Sein am 19.05.2017 18:58 Report Diesen Beitrag melden

    Grenzgänger schuld!?!

    In vielen Kommentaren lese ich dass es hoffentlich die Grenzgänger trifft. Man könnt meinen die sind für alles negative in der CH schuld. Es geht um 500 Menschen...egal ob aus der CH, D oder F. Alles gute den betroffen!

  • Patrick Müller am 19.05.2017 18:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir sind nicht doof!

    Wir merken doch alle, dass bei den meisten Grosskonzernen ein böses Spiel gespielt wird. Leider sind wir im Moment noch schier machtlos. Aber irgendwann wird sich das drehen, so dass wieder der gesunde Menschenverstand die Regie übernehmen wird...

    • Laura am 19.05.2017 22:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Patrick Müller

      Wenn wir etwas nicht aufhalten können, dann ist dies wohl das Rad der Zeit. Nurzen sie die Veränderungen als Chance! Jede Gegenwehr wird bloss schmerzhaft für alle Betroffenen... ein "zurück" gab es noch nie und das mit dem Menschenverstand ist ein relativ breites Band an Meinungen ;)

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