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Geplatzte Fusion
22. April 2010 07:25; Akt: 22.04.2010 15:26 Print
«Handymarkt braucht drei Konkurrenten»
Die Wettbewerbshüter lassen ihre Muskeln spielen: Orange darf Sunrise nicht schlucken. Eine gute Nachricht für die Kunden?
Die Wettbewerbskommission (Weko) stellt sich überraschend der Fusion der Telekomunternehmen Orange und Sunrise in den Weg. Sie will so ein Duopol auf dem Schweizer Mobilfunkmarkt verhindern.
Die geplante Übernahme würde laut Weko-Präsident Walter Stoffel zu einem «Schulbeispiel einer marktbeherrschenden Stellung» führen, sagte er an einer Medienkonferenz. Mit drei Anbietern bleibe noch eine gewisse Wettbewerbsdynamik bestehen.
Gemeinsam wären Sunrise und Orange gemäss früheren Angaben auf einen Marktanteil von rund 38 Prozent im Mobilfunk gekommen. Swisscom beherrscht rund 60 Prozent. Laut Weko würden sich das fusionierte Unternehmen und die frühere Monopolistin Swisscom nicht mehr wirksam konkurrenzieren, wenn Sunrise - laut Weko «der aktivste Netzbetreiber» - aus dem Markt verschwinden würde.
Gute Nachricht für die Kunden?
Comparis-Mobilfunk-Experte Ralf Beyeler sieht dies anders: «Aus Sicht der Kunden ist dies ein guter Entscheid.» Der Wettbewerb spiele mit drei Anbietern eher besser. Orange/Sunrise und Swisscom hätten im Markt gut miteinander leben können und sich nicht angreifen müssen.
«Zwei grosse Unternehmen hätten keinen Anreiz mehr gehabt, sich zu bekämpfen, sondern hätten den Markt unter sich aufgeteilt», sagt auch Andreas Tschöpe von der Stiftung für Konsumentenschutz.
Wie geht es nun im Mobilfunkmarkt weiter? «Es ist möglich, dass sich Orange nun aus der Schweiz zurückzieht», sagt Beyeler. Die Firma müsste viel in das Netz investieren, da der Netzausbau lange vernachlässigt worden sei. Durch eine Fusion mit Sunrise hätte Orange dieses Problem elegant lösen können.
Orange wollte keine Versprechen abgeben
Die Kommunikations-Kommission (Comcom) des Bundes müsste neuen Anbietern eine Konzession erteilen. Comcom-Präsident Marc Furrer kann den Entscheid der Weko nachvollziehen. Er hätte lieber drei drei Vollanbieter in der Schweiz: Orange, Cablecom und Swisscom. Orange habe bei den ganzen Fusionsverhandlungen eine «lauwarme» Haltung eingenommen. Das Unternehmen habe keine Versprechungen punkto Preissenkungen machen wollen.
Economiesuisse kann Entscheid nicht nachvollziehen
Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse fürchtet nach dem Entscheid der Wettbewerbshüter, um die Attraktivität des Standorts Schweiz.
Dominique Reber sprach auf Anfrage von einem «schwer nachvollziehbaren Entscheid», dass mehrere Mobilfunknetze mehr Wettbewerb bedeuten sollen. Drei Netze bedeuteten höhere Kosten, sagte Reber, «was zu weniger Preiswettbewerb führt».
Ausserdem zeige das Beispiel Cablecom/Swisscom, dass ein Duopol durchaus zu intensivem Wettbewerb führen könne. Der Entscheid der Wettbewerbskommission sende auch ein fragwürdiges Signal an mögliche Investoren. Der Rechtsweg dauere für einen derart dynamischen Markt viel zu lange, sagte Reber. Der Entscheid mache deshalb den Standort Schweiz unattraktiver.
(am/sda)
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Alle 301 Kommentare
































HALLO? Gehirn nutzen.
Alle jammern immer darüber, dass wir in der Schweiz höhere Preise haben. Das stimmt nicht. Erinnert euch wie die Preise 1999 waren. Wir haben nicht 82 Million Einwohner, damit wir dies auch finanzieren können. Seid doch einfach mal zufrieden, dass ihr günstig (gratis für 125 Fr./mt) telefonieren könnt. Sonst müsste man bald Personal entlassen und ihr könntet über die vielen Arbeitslosen jammern.
Spielregeln Monopolstaat
Wie bei allem ist es doch so das man das Problem am effizientesten an der Wurzel packt. In unserem Fall erbte die Swisscom Dank dem Bund die CH-Weite Infrastruktur. Bis heute profitiert die Swisscom davon und zwingt die Mitbewerber durch überhöhte Mitbenutzungskosten auf die Knie. Ohne Leitung kein Service und dies gilt auch bei einer Mobilfunk Basisstation ! Es wäre also so als würden Sie gegen eine Fussballmannschaft spielen welche den Schietsrichter gleich selber stellt und das Spiel bei 1:0 beginnt. Diese Monopolstaat Spielregeln sind nicht gerade Fair Play für günstigere Preise !
Eine Gesellschaft
Eine Gesellschaft und staatlich verordnete Preise. Als Folge weniger Strahlen, weniger Aufwand. BSP. Tiefste Preise der angrenzenden Länder nehmen und den durchschnitt ausrechnen. So einfach...