Schweigegeld-Affäre

09. Mai 2018 23:49; Akt: 09.05.2018 23:49 Print

Novartis kappt Verbindung zu Trumps Ex-Anwalt

Nach Bekanntwerden von Zahlungen an Trumps ehemaligen Anwalt Michael Cohen kündigt Novartis den Vertrag mit dessen Firma.

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Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat die Zusammenarbeit mit der Firma eines Anwalts von US-Präsident Trump beendet, über die Zahlungen an die Pornodarstellerin Stormy Daniels geflossen sind.

Der Pharmakonzern erklärte am Mittwoch, dass ein einjähriger Vertrag mit dem Unternehmen Essential Consultants des Trump-Anwalts Michael Cohen im Februar dieses Jahres ausgelaufen sei.

Novartis sei im November vom Büro von Sonderermittler Robert Mueller im Zusammenhang mit Essential Consultants kontaktiert worden. Mueller untersucht mutmassliche Absprachen zwischen Russland und Trumps Wahlkampfteam 2016.

Zahlung aus Putins Umfeld

Novartis reagierte auf Ausführungen von Daniels-Anwalt Michael Avenatti. Dieser hatte erklärt, der Schweizer Konzern gehöre zu jenen Unternehmen, die Zahlungen an Cohens Firma Essential Consultants geleistet hätten. Andere seien der US-Telekomkonzern AT&T und Korea Aerospace Industries.

Avenatti hatte am Dienstag auch ausgeführt, Cohen habe kurz nach Trumps Wahlsieg 2016 von einem russischen Oligarchen aus dem Umfeld von Präsident Wladimir Putin eine Zahlung von 500'000 Dollar erhalten.

Daniels, deren richtiger Name Stephanie Clifford ist, hatte nach eigener Darstellung eine längere Affäre mit Trump. Nach übereinstimmender Darstellung erhielt sie von Cohen 130'000 Dollar. Die Zahlung wurde über Essential Consultants abgewickelt. Daniels gab an, das Geld sei als Schweigegeld geflossen. Trump weist eine Affäre mit ihr zurück.

Abendessen mit Trump

Novartis zufolge schloss der Konzern im Februar 2017, nachdem sich Trump Gesundheitsthemen zugewandt hatte, einen einjährigen Vertrag mit Essential Consultants zu marktüblichen Konditionen über 1,2 Millionen Dollar ab.

Der Konzern betont, dass Novartis-Chef Vasant Narasimhan in keiner Weise in die Sache verwickelt sei. Die Zahlung habe insbesondere in keinem Zusammenhang mit der Teilnahme des Novartis-Chefs Narasimhan an einem Abendessen mit Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos gestanden. Narasimhan steht seit Februar an der Spitze des Unternehmens.

In US-Medien wurde angesichts jüngst bekannt gewordener Zahlungen an Cohen spekuliert, dass sich der US-Präsident womöglich von Unternehmen als Türöffner zu Trump bezahlen liess. Das Weisse Haus bezog dazu am Mittwoch keine Stellung und verwies auf Trumps persönliche Anwälte..

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wodoomaster am 09.05.2018 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verwaltungsratsmandate

    1.2 Millionen an Trump dafür dass die Medipreise nicht gesenkt werden. Genauso läuft das auch in unserem Land und das muss endlich verboten werden. Das ist gegen die eigenen Wähler.

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  • Sandro am 10.05.2018 07:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Korruption, und ....

    ... wir haben dafür höhere Medikamentenpreise. Ähnlich wird es Novartis in der Schweiz und anderen reichen Ländern machen. Mit diesen Beweis aus den USA sollten Konsumentenschutz und Preisüberwacher unbedingt die Pharmaindustrie/Novartis unter Druck setzen und auch den Bundesrat in die Pflicht nehmen.

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  • Leon am 09.05.2018 17:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hallo

    Sie distanzieren sich, sie leugnen einfach etc.... aber damit ist es ja getan nicht wahr...

Die neusten Leser-Kommentare

  • LikeZone am 10.05.2018 12:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reisserische Titel...

    Kappen die Verbindung... der Vertrag ist ausgelaufen, meiner Meinung nach handelt es sich dabei nicht wirklich um das gleiche ;)

  • Soso am 10.05.2018 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich!

    Für mich mit halbwegs gesundem Menschenverstand langsam nicht mehr nachvollziehbar... da leben wir also aktuell wirklich in einer Zeit, in der eine Prostituerte (äxgüsi Sexarbeiterin) auf höchster politischer und wirtschaftlicher Ebene echt und real Skandälchen lancieren kann und Selbstmörder werden Ticker mässig begleitet und es wird da eine schöne, sinnvolle Situation vorgegaukelt?? Wie oberschräg ist das denn?!!

  • Dr. THC am 10.05.2018 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    Himmeltruurig

    Man sollte Novartis zwingen für die nächsten 12 Monate alle Medikamente Gratis zu produzieren und weiter zugeben. Es gibt für die keine passende Strafe aber ein solches Vorgehen ist bei denen üblich gehört jedoch per sofort unterbunden und bestraft! Basta Pasta! Nur wird wie immer: rein gar nichts passieren und das ist fast noch schlimmer. Leute mit Geld und Macht dürfen einfach immer noch machen was sie wollen. Sie sind halt einige Klassen besser als die hart arbeitende Gesellschaft die genau von denen, immer mehr und mehr ausgerottet wird! Das ist die Realität

  • Susanne am 10.05.2018 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Ich schäme mich für diese schweizer Firma.Die Schweiz ist auch nicht mehr besser.Das sieht man auch bei unserem Bundesrat.Er ist sogar gegen das eigene Volk.

  • Sandro am 10.05.2018 07:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Korruption, und ....

    ... wir haben dafür höhere Medikamentenpreise. Ähnlich wird es Novartis in der Schweiz und anderen reichen Ländern machen. Mit diesen Beweis aus den USA sollten Konsumentenschutz und Preisüberwacher unbedingt die Pharmaindustrie/Novartis unter Druck setzen und auch den Bundesrat in die Pflicht nehmen.

    • Heliamphora am 10.05.2018 09:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sandro

      Den Bundesrat oder die Politik in die Pflicht nehmen? Da wird nichts geschehen ausser ein "empörtes", kurzes, sehr leises Raunen. Schliesslich verdienen unsere Politiker durch ihre Mandate genau an solchen Absprachen - sie kassieren Geld um nichts dagehen zu unternehmen.

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