Nespresso und Post

08. Januar 2018 16:15; Akt: 08.01.2018 16:15 Print

Pöstler holt Kaffeekapseln auch ohne Bestellung

von R. Knecht - Um das Recycling zu vereinfachen, passt Nespresso sein Abholsystem für Kaffeekapseln an. Dafür arbeitet das Unternehmen mit der Post zusammen.

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Kunden können ihre Nespresso-Kapseln neu ohne Voranmeldung oder Neubestellung vom Pöstler abholen lassen. Mit einem gelben Plastikstreifen signalisieren sie dem Pöstler, dass er etwas mitnehmen muss. Von Montag bis Freitag nimmt der Pöstler die Beutel auf seiner täglichen Tour mit, schreibt Nespresso. Über die postinterne Logistik gelangen die Kapseln dann ins Recyclingsystem von Nespresso. Das Ganze sei für die Kunden kostenlos, schreibt das Schweizer Unternehmen in einer Mitteilung. Sie können die Recycling-Beutel in Nespresso-Boutiquen abholen oder online, per App oder telefonisch bestellen. In einen Sack passen 200 Kapseln. Nespresso hat das angepasste System in Zusammenarbeit mit der Post vor der schweizweiten Einführung in neun Städten getestet. Ulrich Hurni, Leiter Postmail, sagt zur Zusammenarbeit mit Nespresso: «Die Briefmengen gehen laufend zurück. Ziel der Post ist es, mit neuen Dienstleistungen das postalische Kerngeschäft zu ergänzen und zu stützen.» Zudem wolle sich die Post mit Nespresso für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft von wiederverwertbarem Aluminium engagieren. Trotz ihres schlechten Rufs sind Kaffeekapseln laut einer Studie gar nicht umweltschädigend. Kaffee aus der Kapsel ist laut Studienautoren von Produktion bis Entsorgung meistens die ökologisch bessere Wahl im Vergleich zu Vollautomaten oder klassischem Filterkaffee. Wenn man die Nachhaltigkeit von Kaffee beurteile, würden in erster Linie der Kaffeeanbau und die Zubereitung ins Gewicht fallen. Die Entsorgung der Verpackung habe die geringsten Auswirkungen auf die Ökobilanz, schreiben die Autoren des Studie. Wie Chahan Yeretzian, Professor an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), erklärt, haben 1,5 Gramm Kaffee etwa den gleichen CO2-Fussabdruck wie die Kapsel selbst. Laut der Quantis-Studie gehen bei Vollautomaten und Filterkaffee etwa 15 Prozent des Pulverkaffees verloren. Dadurch entsteht ein grösserer CO2-Fussabdruck, was laut der Studie den entstehenden Abfall der effizienter dosierten Alukapseln wettmacht. Konsumenten sehen laut Yeretzian von der ZHAW nicht die gesamte Problematik: «Für den Konsumenten ist in erster Linie der Abfallberg sichtbar – und Abfall wird als sehr negativ wahrgenommen.»

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Wer Kaffeekapseln von Nespresso fürs Recycling retournieren will, muss neuerdings nicht mehr extra eine Bestellung aufgeben. Das Unternehmen hat in Partnerschaft mit der Post schweizweit ein neues Rücknahmesystem eingeführt. Es handelt sich dabei um eine Anpassung des seit 2012 existierenden Dienstes Recycling at Home.

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Neu ist, dass Kunden keine Bestellung bei Nespresso aufgeben und auch nicht mehr melden müssen, dass sie alte Kapseln retournieren wollen. Stattdessen können sie die Altlasten in einem speziellen weissen Sack im Milchkasten deponieren. Damit der Pöstler weiss, dass er etwas mitnehmen muss, ragt als Signal ein gelber Plastikstreifen aus dem Kasten.

Von Montag bis Freitag nimmt der Pöstler die Beutel auf seiner täglichen Tour mit. Über die postinterne Logistik gelangen die Kapseln dann ins Recyclingsystem von Nespresso.

Gratis für Kunden

Das Ganze sei für die Kunden kostenlos, schreibt das Schweizer Unternehmen in einer Mitteilung. Sie können die Recycling-Beutel in Nespresso-Boutiquen abholen oder online, per App oder telefonisch bestellen. In einen Sack passen 200 Kapseln.

Nespresso hat das angepasste System vor der schweizweiten Einführung in neun Städten getestet. Das Ziel des Konzepts sei, Recycling von zu Hause einfacher zu machen, sagt Frank Wilde, Marketing Direktor Nespresso Schweiz. Das trage auch dazu bei, dass der Wiederverwertungsprozess insgesamt effizienter werde. Auch der Beutel selbst ist laut Hersteller wiederverwertbar.

Ulrich Hurni, Leiter Postmail, sagt zur Zusammenarbeit mit Nespresso: «Die Briefmengen gehen laufend zurück. Ziel der Post ist es, mit neuen Dienstleistungen das postalische Kerngeschäft zu ergänzen und zu stützen.» Zudem wolle sich die Post mit Nespresso für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft von wiederverwertbarem Aluminium engagieren.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Susanne am 08.01.2018 16:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verkehrte Welt

    Um meine Kaffeekapseln kümmert sich der Pöstler und um meine Pakete, sowie um meine Einzahlungen das Fräulein aus dem Dorflädeli. Schon etwas verrückt.

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  • Spaniel am 08.01.2018 16:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein bisschen Wahnsinn

    Aus Rücksicht auf unseren ohnehin schon überladenen Pöstler werde ich die Kapseln nach wie vor zurückbringen in den Shop.

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  • Mak am 08.01.2018 16:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke liebe Post

    Super Idee. So ist es noch einfacher. Vorher fand ich es mühsam, dass man nur bei einer Kapselbestellung die Rücknahme bestellen konnte.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • strolch am 09.01.2018 09:14 Report Diesen Beitrag melden

    Nespresso

    Für was? Die Kapseln werden dadurch nicht günstiger und irgendwie macht Nespresso daraus noch gewinn!

  • nesmen am 09.01.2018 06:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    danke

    find ich toll. der pöstler hat genug zeit diese fachgerecht dem recycling zuzuführen. bei den luxusöffnungszeiten der post.

  • Wellendeller am 09.01.2018 06:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Altpapier auch gleich mitnehmen

    Geht das auch mit all dem Altpapier und unerwünschter Werbung welche immer wieder im Briefkasten landet?!

  • RappelZappel am 08.01.2018 21:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Müllentsorger

    Und bitte den Beutel richtig zukleben. Das kann doch nicht so schwer sein.

  • marc am 08.01.2018 21:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kann man auch selbst richtig Entsorgen

    Immer mehr Aufgaben für Angestellt. Ist doch nicht normal!