Nach Skandal

10. Juni 2018 19:07; Akt: 10.06.2018 22:10 Print

Post-Chefin Susanne Ruoff tritt zurück

Die Untersuchungen zum Postautoskandal sind abgeschlossen – jetzt zieht die Postchefin Konsequenzen.

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Post-Chefin Susanne Ruoff ist am Freitag wegen des Buchungsskandals bei Postauto per sofort zurückgetreten. Sie übernehme die Verantwortung für die Tricksereien in dem Unternehmenszweig, teilte die von ihr beauftragte Kommunikationsagentur am Sonntagabend mit.

Ruoff habe nach Einsicht in die Untersuchungsberichte festgestellt, dass es zwischen 2007 und 2015 Hinweise auf die widerrechtliche Buchungspraxis bei Postauto gegeben habe, schreibt die Kommunikationsagentur Christine Maier in einem Communiqué an die Nachrichtenagentur Keystone-sda.

Es gebe keine Beweise, dass Ruoff von der Praxis Kenntnis gehabt habe. Ruoff hält gemäss der Mitteilung «deutlich» fest, dass sie nichts von den fiktiven Buchungen gewusst habe, die auch schon vor ihrer Zeit als Chefin getätigt worden waren. Sie habe sich auf interne und externe Kontrollen verlassen.

Übernimmt Verantwortung

Als Leiterin des drittgrössten Konzerns der Schweiz übernehme sie aber «selbstverständlich die Gesamtverantwortung». Den Informationen zufolge besprach sie sich auch mit dem Verwaltungsrat. «Für die Vorfälle und die Unruhe bei Postauto möchte ich mich persönlich entschuldigen», lässt sich Ruoff zitieren.

Der Post-Verwaltungsrat nahm die Kündigung der Konzernchefin vor dem Hintergrund des Untersuchungsberichts zur Kenntnis. Die Untersuchung sei abgeschlossen und die Berichte würden vorliegen, teilte die Post mit.

Der Verwaltungsrat habe seine Entscheide getroffen. Von Seiten des zuständigen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) war am Sonntagabend auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-sda keine Reaktion zu erhalten.

Nach Auffliegen der Buchhaltungstricksereien bei Postauto hatte der Post-Verwaltungsrat unter Präsident Urs Schwaller Ruoff sein Vertrauen ausgesprochen – zumindest bis der Untersuchungsbericht vorliegt. Auch die oberste Postchefin, Bundesrätin Doris Leuthard, sah zunächst keinen Grund, Ruoffs Rücktritt zu fordern.

Ergebnisse am Montag

Die Ergebnisse der externen Untersuchung will die Post am Montag zusammen mit den Entscheiden des Verwaltungsrats vor den Medien präsentieren.

Anfang Februar war bekannt geworden, dass die Postauto AG jahrelang im subventionierten Geschäftsbereich Gewinne erzielt und zu hohe Subventionen von Bund und Kantonen bezogen hatte. Letztere verlangen deshalb 78,3 Millionen Franken von der Post zurück.

Neben der posteigenen externen Untersuchung ist zur Postauto-Affäre ein Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet worden. Der Bundesrat hat auf Antrag des Uvek das Bundesamt für Polizei (Fedpol) damit betraut.

(woz/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mack am 10.06.2018 19:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rücktritt?

    Willkommene Frühpensionierung für Ruoff Abfindung und goldenem Fallschirm. So wird es in Realität aussehen. Mit Verantwortung hat das rein gar nichts zu tun.

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  • Thomy8703 am 10.06.2018 19:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ruoff

    die soll ihre Gage zurückzahlen.

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  • Claudia am 10.06.2018 19:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Welche Verantwortung wird übernommen?

    Die hochbezahlten Manager sagen immer wie sie Verantwortung übernähmen - doch kostet diese gar nichts im Gegenteil sie werden noch lange ihr Millionensalär erhalten. Logisch müssen wir ÖV-Benutzer solche Saläre mitfinanzieren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Zahler am 11.06.2018 21:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wer hat profitiert

    was mir eigentlich immer fehlt: wer hat eigentlich wie von den Mauscheleien profitiert ? Für solche Tricksereien gibt es ja einen Grund. Und da eigentlich kein Gewinn angestrebt wird, wo ist der unzulässige Gewinn geblieben ? Zurückgezahlt kann der ja eigentlich nicht, ohne wieder auf aktuelle Einnahmen zurückzugreifen. Und die sind ja stark subventioniert. Als erfolgt die geforderte Rückzahlung de facto wieder mit Subventionen ?

  • rakete am 11.06.2018 20:05 Report Diesen Beitrag melden

    Leuthard

    Auch Leuthard sollte nachziehen, wäre die logische Komsequenz, es ist in ihrer Verantwortung solxhe Stellen mit den richtigen Leuten zu besetzen, offensixhtlich war sie überfordert.

  • Globi am 11.06.2018 18:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sofort anmelden

    Dann sollte sie sich schon Mal beim RAV anmelden! Sonst könnte sie größte Probleme beim kassieren von Arbeitslosengeld bekommen. Ob sie als Primarlehrerin jemals wieder einen Job bekommt ist ja mehr als fraglich.

  • El Jose am 11.06.2018 17:52 Report Diesen Beitrag melden

    Easy

    Aufgrund Korruption in Spanien erhielten vor einer Woche 2 Minister 51 resp. 33 Jahre Gefängnis.

  • Böhnli am 11.06.2018 16:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konsequenzen?

    Die Verantwortung zu über nehmen würde doch heißen, dass eine fristlose Kündigung ausgesprochen wird. Und zwar ohne Lohn Fortzahlung. Bei jedem einfachen Arbeitnehmer hätten die Verfehlungen Konsequenzen. Die Teppich Etagen müssten ihr Verhalten mit der gleichen Härte beurteilen.