Preismauscheleien

11. Juni 2018 10:49; Akt: 20.06.2018 06:09 Print

Postauto-Geschäftsleitung per sofort freigestellt

Im Skandal um die Post-Tochter hat der Mutterkonzern jetzt reagiert: Die gesamte Führungsriege von Postauto Schweiz AG wird per sofort freigestellt.

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Die gesamte Geschäftsleitung der Postauto AG wird per sofort freigestellt. Weiter werde die Revisionsstelle KPMG ausgewechselt und der entsprechende Auftrag neu ausgeschrieben. Die Stimmung im Unternehmen sei gedrückt, die Mitarbeiter der Post litten unter dem Zustand, schreibt «Tages-Anzeiger» mit Berufung auf interne Quellen.

Im Zusammenhang mit der Affäre um die Post-Konzerntochter Postauto Schweiz AG hat zudem der Bundesrat bekannt gegeben, dem Verwaltungsrat der Post für das Geschäftsjahr 2017 keine vollumfängliche Décharge zu erteilen. Ausserdem werde die Regierung die Corporate Governance des Konzerns extern überprüfen lassen.

Grund für diesen Entscheid seien laut Medienmitteilung die «festgestellten Unregelmässigkeiten beim Bezug von Subventionen im regionalen Personenverkehr.»

Gehalt soll gedeckelt werden

Der Bundesrat verlangt künftig auch «eine grössere Zurückhaltung und Vorbildfunktion» bei den Kaderlöhnen bundesnaher Unternehmen. Er erwartet vom Post-Verwaltungsrat eine Senkung der maximalen Gesamtbeträge für die Vergütung der obersten Kader ab dem Jahr 2020.

Für das Geschäftsjahr 2019 stimmte die Regierung den beantragten maximalen Gesamtbeträgen für den Verwaltungsrat, das Verwaltungsratspräsidium und die Geschäftsleitung zu, wie sie am Montag mitteilte. Diese maximalen Beträge bewegen sich auf dem Niveau des Jahres 2016.

Der Bundesrat erwartet von der Post weiter, dass sie die genehmigte Obergrenze für die Vergütung der Geschäftsleitung bereits im Geschäftsjahr 2019 nicht vollständig ausschöpft.

Buchhaltungstricksereien

Anfang Februar war bekannt geworden, dass die Postauto AG jahrelang im subventionierten Geschäftsbereich Gewinne erzielt und zu hohe Subventionen von Bund und Kantonen bezogen hatte. Letztere verlangen deshalb 78,3 Millionen Franken von der Post zurück.

Neben der posteigenen externen Untersuchung ist zur Postauto-Affäre ein Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet worden. Der Bundesrat hat auf Antrag des Uvek das Bundesamt für Polizei (Fedpol) damit betraut.

Urs Schwaller, VR-Präsident der Post, wird heute Mittag die Resultate der unabhängigen Untersuchung in der Postauto-Affäre bekannt geben. Am Nachmittag will auch Doris Leuthard vor die Medien treten. Ihr Departement (Uvek) ist für die Post zuständig.

(jdr)