Software-Probleme

13. April 2018 05:45; Akt: 13.04.2018 08:41 Print

PostFinance kämpft immer noch mit Minus-Saldos

von V. Blank und S. Spaeth - Kunden von PostFinance klagen immer noch über falsche Kontostände – knapp zwei Wochen nachdem das Problem erstmals aufgetaucht ist.

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Das diesjährige Osterwochenende brachte einigen PostFinance-Kunden eine böse Überraschung: Wegen der Umstellung auf eine neue Bankensoftware zeigten ihre Konten plötzlich falsche Kontostände oder sogar Minus-Saldos an.

Am Dienstag nach Ostern liess die Finanztochter der Post verlauten, der Fehler sei behoben worden. Doch offenbar sind die Probleme, die die IT-Migration mit sich brachte, auch knapp zwei Wochen später noch nicht behoben. Nachdem 20-Minuten-Leser L. B.* bereits am Ostermontag Ungereimtheiten bei seinem Kontostand bei PostFinance entdeckt hatte, trat das Problem diese Woche wieder auf: «Mein Konto zeigte auf der App ein Minus von 140 Franken an, obwohl der Saldo etwa 2000 Franken hätte betragen sollen», sagt B.

«Sogar meine Karte wurde gesperrt»

Was den 33-jährigen Bankkunden am meisten ärgert: Sein Konto wurde wegen des Negativguthabens gesperrt. Für B. besonders peinlich war, dass er seine Einkäufe im Supermarkt nicht bezahlen konnte, weil seine Bankkarte wegen des Minus-Saldos nicht funktionierte – «und das, nachdem man mir nach meiner Intervention an der Hotline versichert hatte, dass alles wieder funktionieren sollte».

«Vermeintlich» falsche Saldos

Die PostFinance ist sich des Problems bewusst. «Es kann weiterhin vorkommen, dass Kundinnen und Kunden – beispielsweise aufgrund von verspäteten Belastungen bei Kartenbezügen an Geldautomaten – vermeintlich falsche Kontostände angezeigt werden», sagt Sprecher Johannes Möri.

Will heissen: Obwohl etwa in der der PostFinance-App ein falscher Kontostand angezeigt wird, sind die Kontostände im internen System des Instituts korrekt. So sagt denn auch Sprecher Möri: «Uns ist kein Fall eines tatsächlich falschen Saldos bekannt.» Darüber, wie viele Kunden von den Ungereimtheiten betroffen sind, kann Möri keine Angaben machen. «Das muss von Fall zu Fall überprüft werden.»

Die Spezialisten würden «mit Hochdruck» an einer Lösung arbeiten, heisst es bei der Post-Tochter weiter. Sie empfiehlt ihren Kunden, sich bei Unsicherheiten an das Kontaktcenter zu wenden. Ein schwacher Trost für Leser K.: «Nun muss ich als Kunde eine kostenpflichtige Nummer wählen, um das Problem zu lösen.»

Auch 20-Minuten-Leser B. ärgert sich: «Das Minus wurde ja nicht von mir, sondern vom Insitut selber verursacht.» Immerhin würden nach der zweiten Invervention sowohl seine Bankkarte als auch das Konto wieder funktionieren.

*Name der Redaktion bekannt

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anti-Post am 13.04.2018 06:43 Report Diesen Beitrag melden

    Kunden nicht mehr von Interesse

    Ich war 25 Jahre PostFinance Kunde. Nachdem die Gebühren immer höher und die Systemverfügbarkeit immer schlechter wurde, habe ich mein Konto zur Raiffeisen gezügelt. Hat es jemanden Interessiert? Nein! Genau das ist aus meiner Sicht das Problem, die Kunden sind nicht mehr von Interesse. Das wird sich langfristig rächen. Egal ob es die PostFinance oder der Packetdienst ist.

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  • Byrus am 13.04.2018 06:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur Bares ist Wahres

    das sollte hoffentlich jenen zu denken geben, die Nichts gegen eine Abschaffung von Bargeld haben. Nur Bares ist Wahres. Ausserdem wäre ohne Bargeld unser Geld zu 100% privatisiert, da das elektr. Geld von privaten Banken hergestellt wird - und wir sogar Zinsen dafür zahlen müssen.

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  • Postfinancekunde seit 1996 am 13.04.2018 06:41 Report Diesen Beitrag melden

    So langsam wird's echt mühsam

    Ja, sehr mühsam. Bei mir stimmt der Kontostand auch nicht mehr. Stand schon öfters an der Kasse und da hiess es, Saldo zu klein... Am Montag habe ich Postfinance kontaktiert, da hiess es, "morgen" sollte alles in Ordnung sein. Ja, denkste. Heute Freitag - immer noch Puff. Bin ja sonst eigentlich zufrieden mit Postfinance, aber das Theater seit den Ostern (inkl. kein Zugriff auf e-Finance über die Feiertage) ist echt eine Katastrophe. Die Postfinance sollte ihre Kunden jetzt am Gewinn teilhaben lassen und allen eine Gutschrift überweisen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ArI am 14.04.2018 14:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konto ganz verschwunden

    Mein Konto wurde von Postfinance direkt unter den Teppich gekehrt. Das Konto ist sowohl im System als auch per E-Finance nicht zu finden. Bei einem anderen Konto sind mal schnell über 2000 CHF (auch Postfinace). Von den Mitarbeitern am Telefon wird man nicht mal ernst genommen, es heisst nur es sei alles wieder normal und alles ok. Absolutes No-Go!! Sobald diese Problematik behoben sind wir weg.

  • Wassilij am 14.04.2018 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    time and money

    Als sehr erfahrener Program und Project Manager, kann ich denen denen dieses Problem lösen.

  • Toni am 14.04.2018 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    Intressant

    Bei mir geht alles was ich brauch. Bin immer noch sehr zufrieden.

  • Chänerech am 13.04.2018 22:36 Report Diesen Beitrag melden

    sie greiffen zu

    die Boni der verantwortlichen Chefs und die Tantiemen der Verwaltungsräte (=Politiker die uns routinemässig angelogen haben) sind aber immer im Plus. Das ist sicher. NB die Hotline habe sie auch abgeschafft, jetzt kostenpflichtige Warteschlaufe, Zeit und Nerven des Kunden kosten ja nkix.

  • marko 33 am 13.04.2018 20:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich

    Schrecklich