Krankenkassen

28. September 2011 10:32; Akt: 28.09.2011 16:50 Print

Prämien steigen um 2,2 ProzentPrämien steigen um 2,2 Prozent

Die Versicherer drehen erneut an der Preisschraube. Für Erwachsene steigen die Prämien 2012 im Schnitt um 2,2 Prozent. Noch deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen die 19- bis 25-Jährigen.

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So sicher wie das Amen in der Kirche ist der Ansteig der Krankenkassenprämien. Nach einem durchschnittlichen Anstieg von 6,5 Prozent fürs laufende Jahr fällt der Prämienanstieg für 2012 geringer aus. Im kommenden Jahr steigen die Tarife für Erwachsene in der Grundversicherung (Franchise 300 Franken) im Durchschnitt um 2,2 Prozent, was monatlich rund 8 Franken 20 Rappen entspricht.

Stärker betroffen sind jedoch die 19- bis 25-Jährigen, die für ihre Krankenversicherung 4,4 Prozent mehr bezahlen müssen - oder monatlich 14.60 Franken - wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch mitteilte. Für Kinder bis 18 Jahre steigen die Durchschnittsprämien um 1,4 Prozent. Dies entspricht monatlich rund 1 Franken 30 Rappen.

11 Kantone mit überdurchschnittlichem Ansteig

In sieben Kantonen (BE, GR, NE, OW, TG, TI und VD) liegen die Prämienanpassungen unter dem gesamtschweizerischen Durchschnitt, die Veränderungen bewegen sich hier in einer Bandbreite zwischen minus 1 und 2 Prozent. In weiteren acht Kantonen (AG, BL, GE, LU, SH, SO, SZ und VS) beträgt die durchschnittliche Prämienanpassung 2,2 bis 2,8 Prozent. Die übrigen 11 Kantone (AI, AR, BS, FR, GL, JU, NW, SG, UR, ZG und ZH) verzeichnen überdurchschnittliche Anpassungen von 3,1 im Kanton Jura bis 5,5 Prozent in Appenzell Innerrohden.

Positive Bilanz über getroffene Massnahmen

In Zusammenhang mit der Bekanntgabe der Prämienanpassungen zog Bundesrat Didier Burkhalter eine erste Bilanz über die bisherigen Sparmassnahmen bei den Medikamenten. In Zukunft soll der Anteil der Generika an den verkauften Medikamenten weiter erhöht werden.

Der Mechanismus zur Senkung der Medikamentenpreise wurde dynamischer gestaltet. Allein damit sollen im Verlauf der nächsten Jahre jährlich rund 230 Millionen Franken eingespart werden. Weiter werden Patentabläufe das Generikapotenzial erhöhen und den dynamisch gestalteten Preismechanismus weiter unterstützen.

Gleichzeitig wies Bundesrat Burkhalter darauf hin, dass damit nur ein Etappensieg erreicht worden sei. Gefordert seien weiterhin alle Beteiligten im Gesundheitswesen. Um die Kosten langfristig in den Griff zu bekommen, seien grundlegende Reformen nötig, mittel- und langfristigen Massnahmen, um die Qualität im schweizerischen Gesundheitswesen weiter zu verbessern und damit das Sparpotenzial besser auszuschöpfen. Zu diesen Reformen und Massnahmen gehört unter anderem die Managed-Care-Vorlage mit einem zusätzlich verfeinerten Risikoausgleich, die im Parlament am Freitag zur Schlussabstimmung kommt.

Ständiger Anstieg

Seit der Einführung des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) im Jahr 1996 stiegen die durchschnittlichen Prämien für die Grundversicherung ohne Berücksichtigung der Teuerung um 121 Prozent oder um 209 Franken. Der jährliche Anstieg der Krankenkassenprämien zwischen 1996 und 2012 betrug ohne Berücksichtigung der Teuerung 5,1 Prozent.

Den stärksten durchschnittlichen Prämiensprung hatten die Versicherten im Jahr 2002 zu verkraften. Er betrug satte 9,7 Prozent. Der geringste Anstieg resultierte mit 0,5 Prozent im Jahr 2008. Der Anstieg fürs kommende Jahr ist der zweitniedrigste, seit das KVG in Kraft ist.

(sas/sda)

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  • Markus R. am 29.09.2011 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    Behandlung oder Heilung?

    Gemäss KVG müssen Leistungen wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sein. Doch es wird viel zu viel behandelt anstatt geheilt. Alles, was nicht zur Heilung führt sollte nicht mehr von der obligatorischen KK bezahlt werden müssen. Von mir aus wäre eine mehrklassige Medizin eh sinnvoller, kann dann ein jeder selber Entscheiden, was ihm seine Gesundheit wert ist. Oder noch besser, das Obligatorium wieder abschaffen. Ich bin schon lange frustriert über die Wohlfühlmedizin, die sich andere auf meine Kosten leisten.

  • Cecile am 29.09.2011 11:30 Report Diesen Beitrag melden

    unverständlich

    Das aller schlimmste finde ich, dass Arbeitslose keinen Rappen bezahlen und andere die den Minimallohn erhalten alles selber bezahlen müssen. Warum noch arbeiten?

    • kellerpeter am 05.04.2012 06:51 Report Diesen Beitrag melden

      verständlich

      Arbeitslose bezahlen, Sozialhilfeempfänger nicht. Ich arbeite nicht mehr (die letzten 10 Jahre temporär). Heute bin ich ein Sozialfall...und ja: Arbeit lohnt sich nicht mehr, da haben Sie leider recht.

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  • Päde am 29.09.2011 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Boni/Medikamentenpreise

    Ich denke, solange die Medikamentenpreise und die Löhne/Boni in gewissen Bereichen von Pharmaindustrien so hoch sind, wird sich in absehbarer Zeit auch nicht viel ändern...

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