Werbemarkt

03. Mai 2018 15:33; Akt: 03.05.2018 15:33 Print

Publicitas befindet sich in Nachlassstundung

Die Werbevermarkterin schafft es nicht aus den roten Zahlen. Bei einem Treffen mit Verlegern will Publicitas ihr Sanierungskonzept vorstellen.

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Der Sitz von Publicitas im Glattpark in Opfikon. (Bild: Keystone/Walter Bieri)

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Die Werbevermarkterin Publicitas befindet sich in provisorischer Nachlassstundung. Der Antrag sei vom Bezirksgericht Bülach bestätigt worden, sagte Publicitas-CFO Carsten Brinkmeier am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Bei einem Treffen werde das Unternehmen den Verlegern am Donnerstagnachmittag ein Sanierungskonzept vorstellen, sagte Finanzchef Brinkmeier. Sie hofften, dass möglichst viele dem Vorschlag zustimmten und die Publicitas danach ihre Dienstleistungen weiterhin erbringen könne.

Ausstehende Zahlungen

Vergangene Woche hatten gleich mehrere grosse Medienhäuser mitgeteilt, die Zusammenarbeit mit der Publicitas per sofort aufzugeben. Begründet hatten sie das mit ausstehenden Zahlungen.

Den Anfang gemacht hatte Tamedia, zu der auch 20 Minuten gehört, danach folgten Ringier und Admeira sowie die NZZ. Und zuletzt kündigten dann noch die AZ Medien ihre Zusammenarbeit. Die Kunden wurden aufgefordert, offene Rechnungen direkt bei den Verlagen statt bei Publicitas zu zahlen.

Sanierungskonzept

Publicitas bedauerte die Ausstiege. Schon nach der Kündigung von Tamedia hatte Publicitas bekanntgegeben, an einem Sanierungskonzept zur mittelfristigen Stabilisierung zu arbeiten. Die Werbevermarkterin leidet wie die Medienhäuser unter dem markanten Rückgang der Printwerbung. Das Unternehmen schrieb schon mehrfach rote Zahlen.

Die Nachlassstundung nach Schweizerischem Recht soll dem Nachlassschuldner Zeit geben, einen Nachlassvertrag mit seinen Gläubigern auszuarbeiten. In dieser Phase können gegen das angeschlagene Unternehmen keine Massnahmen wie eine Betreibung oder die Konkurseröffnung ergriffen werden

(woz)