Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
WEF 2009
28. Januar 2009 20:08; Akt: 28.01.2009 21:59 Print
Putin geht mit dem Westen hart ins Gericht
Der russische Minsterpräsident Wladimir Putin hat am Mittwoch in seiner Eröffnungsrede des Weltwirtschaftsforums (WEF) das Geschäftsgebahren in westlichen Ländern hart kritisiert. Insbesondere die USA bekamen ihr Fett ab.
-
WEF 2009: Merz: Globalisierung braucht Werte und Regeln
-
WEF-Motto: «Die Welt nach der Krise» - nur wann ist das?
-
WEF 2009: Tibeter-Demo in Davos bleibt friedlich
-
Anti-Wef-Protest: Demonstranten werfen Farbbeutel gegen UBS
- Dossiers
-
WEF 2009
- Was meinen Sie?
-
Wer alles nicht am Forum teilnehmen wird
-
WEF Teilnehmer
«Ich möchte Sie daran erinnern, dass vor lediglich einem Jahr amerikanische Delegierte hier auf dem Forum die fundamentale Stabilität der US-Wirtschaft und die wolkenlosen Prognosen betont haben», sagte Putin an der offiziellen Eröffnung des 39. WEF in Davos. Damit zielte der russische Machthaber auf die ehemalige US- Aussenministerin Condoleezza Rice.
Wladimir Putin eröffnete mit seiner Rede das diesjährige WEF in Davos.(Bild: Reuters)
Diese hatte vor einem Jahr zur Eröffnung des WEF betont: «Die US- Wirtschaft ist widerstandsfähig, ihre Struktur intakt und das langfristige wirtschaftliche Fundament gesund.» «Und unsere Wirtschaft wird einführender Motor des globalen Wirtschaftswachstums bleiben», hatte Rice gesagt.
Investmentbanken weg
Heute hätten die Investmentbanken, der Stolz der Wall Street, praktisch aufgehört zu existieren, sagte Putin nun am Mittwoch: «In nur zwölf Monaten haben ihre Verluste die Gewinne der vergangenen 25 Jahre übertroffen.»
Die Welt erlebe jetzt ihre erste richtig globale Krise, die sich mit beispielloser Geschwindigkeit weiterentwickle, sagte Putin. Im Unterschied zur grossen Depression der 1920er und 1930er Jahre treffe die Krise wegen der Globalisierung diesmal jeden. «Unabhängig vom politischen oder wirtschaftlichen System sitzen alle Nationen im selben Boot.»
Obwohl die Krise in der Luft gehangen habe, habe sich die Mehrheit noch ihre Scheibe vom Kuchen abschneiden wollen, «sei es einen Dollar oder eine Milliarde Dollar», sagte Putin. Die «wollten die steigende Welle nicht wahrhaben».
Versagen
Das existierende Finanzsystem habe versagt, den enormen Risiken angemessen Beachtung zu schenken. Die Regulierung sei nicht standardgemäss. Zur Krise hätten auch die kolossalen Ungleichgewichte beigetragen, die in den letzten Jahren angehäuft worden seien.
Dies betreffe insbesondere die Ungleichgewichte zwischen der Grösse der Finanztransaktionen und den fundamentalen Werten der Anlagevermögen. Auch die immer grössere Last der internationalen Kredite kritisierte Putin.
«Das ganze System für Wirtschaftswachstum, in dem ein regionales Zentrum Geld druckt und den materiellen Wohlstand konsumiert, während ein anderes regionales Zentrum günstige Güter herstellt und das Geld spart, das andere Regierungen gedruckt haben, hat einen grossen Rückschlag erlitten», sagte der russische Ministerpräsident im Hinblick auf die USA und China.
Putin forderte eine Stärkung des globalen Regulierungssystems. Dazu brauche es internationale Zusammenarbeit. Man müsse das Konzept einer einpoligen Welt ersetzen durch ein System der Kooperation von mehreren grösseren Zentren.
(dapd)




























