BIP steigt 0,6 Prozent

29. November 2012 08:01; Akt: 29.11.2012 10:55 Print

Rezession abgewendet

Das Bruttoinlandprodukt der Schweiz ist von Juli bis September im Vergleich zum Vorquartal um 0,6 Prozent gestiegen. Verantwortlich sind unter anderem der private Konsum und die Warenexporte.

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Das Bruttoinlandprodukt der Schweiz ist von Juli bis September im Vergleich zum Vorquartal um 0,6 Prozent gestiegen. Innerhalb eines Jahres ist die Wirtschaftsleistung gemäss Angaben des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) damit um 1,4 Prozent gewachsen.

Zum BIP-Wachstum beigetragen haben namentlich der private Konsum und die Ausgaben der öffentlichen Hand, aber auch die Warenexporte, wie es am Donnerstag in einem Communiqué hiess. So sind die Konsumausgaben der Schweizer Bevölkerung im Quartalsvergleich um 0,1 Prozent gestiegen, die Ausgaben des Staats und der Sozialversicherungen um 1,7 Prozent.

Plus bei Warenexporten

Bei den Warenexporten wurde ein Wachstum von 2,3 Prozent verzeichnet. Rückläufig waren dagegen die Exporte von Dienstleistungen, wo die Statistik des Seco wie bereits im 2. Quartal ein Minus von 1,4 Prozent ausweist. Gleichzeitig schrumpften aber auch die Dienstleitungsimporte (-1,9 Prozent), wogegen die Warenimporte zulegten ( 0.8 Prozent).

Negativ aufs BIP wirkte sich auch der Rückgang der Anlageinvestitionen um 0,5 Prozent aus. Die Ausrüstungsinvestitionen, also etwa der Kauf von Maschinen zur Herstellung von Gütern, bildete sich um 1,2 Prozent zurück. In den Bau und die Renovation von Gebäuden wurde dagegen weiterhin Geld gesteckt. Die Bauinvestitionen stiegen um 0,3 Prozent.

Ökonomen sind überrascht

Das kräftige Wachstum der Schweizer Wirtschaft im dritten Quartal 2012 hat die Ökonomen überrascht. Die weitere Entwicklung bleibe angesichts der anhaltenden Euro-Krise aber schwierig einzuschätzen.

Nach dem leichten Rückgang des Bruttoinlandproduktes (BIP) im zweiten Quartal hatten einige Ökonomen befürchtet, dass die Schweiz in eine Rezession abrutschen könnte. Dieses Szenario ist nicht eingetreten - bislang nicht.

Das Wachstum im dritten Quartal sei zwar überraschend kräftig gewachsen. Gleichzeitig sei aber die Entwicklung im ersten Halbjahr nach unten revidiert worden und damit die historische Basis insgesamt nur leicht verbessert worden, kommentierten die Ökonomen von Bakbasel in einer Mitteilung.

Höhere Staatsausgaben

Die VP Bank verweist darauf, dass für einmal nicht die privaten Haushalte, sondern deutlich höhere Staatsausgaben das Wachstum angetrieben haben. Die Investitionsbereitschaft bilde nach wie vor die Achillesverse.

Ob sich die Schweiz bereits wieder auf einem nachhaltigen Erholungspfad befindet, wird von der VP Bank bezweifelt. Denn die schmerzhaften Anpassungen in vielen Euro-Ländern seien gerade erst angelaufen. Dies werde noch längere Zeit belasten.

Auch im Urteil von Bruno Parnisari vom vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) ist es heikel, aus dem Wachstum der letzten Quartale auf die weitere Entwicklung zu schliessen. Die Schweiz habe aber nicht die gleichen strukturellen Probleme wie die Euro-Zone und das Wirtschaftswachstum sei seit seit einiger Zeit etwas robuster als im Mittel der europäischen Länder.

Trotz Frankenstärke hätten die Exporte im dritten Quartal kräftig zugelegt, hielt Parnisari fest. Eine wichtige Rolle spiele dabei die Chemie- und Pharmabranche, deren Geschäft weniger von der Weltkonjunktur abhängig scheine als bei Unternehmen anderer Branchen.

(whr/sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Röbi am 29.11.2012 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    Augenwischer und Phantasten!

    Die Sache ist einfach, schaut einfach wie die Natur es macht und man kann ganz einfach verstehen, dass es unmöglich immer weiter wachsen kann, ohne das es auch wieder stagnieren muss. Sprüche wie "ehwiges Wachstum" sind so blöd, dass ich sie bald nicht mehr hören kann. Alle die da noch wissen, dass es uns so gut geht, weil wir eben fleissiger sind als all die anderen sind Augenwischer und solche die Zusammenhänge nicht mal im Ansatz verstehen.

  • Tom Grassu am 29.11.2012 11:38 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist hier falsch?

    bei der Konkurrenz mit den grossen Buchstaben wird berichtet, dass die Migros ( oder waren es "alle" Grossverteiler und der Gewerbeverband?) ausrechnen liessen, dass der Einkauf im Ausland 20'000 Stellen, vor allem in Grenznähe (wo ja jetzt nur inländisches personal arbeitet ;o)) kosten wird und hier, dass das BIP vor allem durch den privaten Konsum gesteigert werden wurde? Ob uns da wohl jemand verapplen will?

  • Manu Aargau am 29.11.2012 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Wers Glaubt

    Das sollen wir Glauben? Was ist mit der verarmung und steigenden Kosten in den Sozialwerken? Besser die Steuerreform II korigieren, die uns R. Merz verursacht hat, dann ist genug Geld in allen Kassen. Steuergeschenke von Milliarden für Firmen und Reiche. Das schadet der Wirtschaft, weil weniger Geld zum Konsumieren da ist. Rohstofffirmen Milliarden Steuerfrei GEO 109 Millionen Steuerfrei, alles Legal, dank Merz.

  • Alain Michel am 29.11.2012 10:40 Report Diesen Beitrag melden

    Bauboom und Staatsquote

    ...wer sich die Zahlen genauer anschaut erkennt schnell woher der Wachstum kommt: Bautätigkeit sowie staatliche Infrastrukturprojekte. Beides getrieben von einer beispiellosen Zuwanderung. Anzunehmen derartiges Wachstum sei nachhaltig ist naiv. Einige wenige profitieren, während die Mehrzahl der Schweizerinnen und Schweizer unter den negativen Externalitäten der Masseneinwanderung leiden.

    • Boken am 29.11.2012 11:36 Report Diesen Beitrag melden

      Ja das stimmt

      Bin der selben Meinung

    • Rumms Field am 29.11.2012 11:41 Report Diesen Beitrag melden

      bis zum Zusammenbruch

      und unter dem Zusammenbruch der Infrastruktur (Strassen voll, Bahnen voll und kaputt, Trams und Busse zum Platzen voll, also überall), bezahlen wird er derjenige, der am wenigsten hat

    • tinu am 29.11.2012 13:47 Report Diesen Beitrag melden

      gut geschrieben

      dem stimme ich zu. Dem Urschweizer geht es nicht besser als vor 10 Jahren.

    • Peschä am 29.11.2012 13:51 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig

      Bloss fällt leider eine Mehrheit dieser Mehrheit, die unter den negativen Folgen leidet, immer wieder auf die Behauptungen der profitierenden Minderheit herein.

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  • Ungläubiger Thomas am 29.11.2012 09:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wirtschaftswachstum in alle Ewigkeit

    Einmal mehr wird über das Wirtschaftswachstum berichtet. Dazu meine Frage: Glauben die Wirtschaftssachverständigen eigentlich daran, dass dieses ewig wachsen kann? In den bald 80 Jahren meines Lebens habe ich nur immer Endlichkeit erfahren und nur von der Kirche und eben auch von der Wirtschaft vom Glauben an eine Ewigkeit gehört!

    • Thomas am 29.11.2012 09:32 Report Diesen Beitrag melden

      Natürlich

      Warum sollte es nicht? Solange unsere Bevölkerung wächst und wir uns Jahr für Jahr technisch weiterentwickeln, solange wird die Wirtschaft wachsen.

    • Peter S. am 29.11.2012 09:40 Report Diesen Beitrag melden

      Ewigkeit

      Amen...! Guter Gedanke, leider sind das Statistiker, welche nicht in der Realwirtschaft arbeiten. Nächstes Jahr werden wir sicher eine im Verhältnis massiv höhere Arbeitslosigkeit haben. Ich keine in meiner Region praktisch keine Firma, welche nicht Leute entlassen hat oder einen Einstellungsstop haben. Das wirkt sich natürlich erst Monate später aus, aber wird ganz sicher einen Einfluss haben. Wie hoch das werden wir dann sehen!

    • Peschä am 29.11.2012 09:50 Report Diesen Beitrag melden

      Guter Punkt

      An "ewiges" Wachstum können nur Menschen glauben, welche die Augen vor der Realität verschliessen oder welche sehr einfältig sind. Es dürfte auch Leute geben, denen die Grenzen des Wachstums durchaus bewusst sind, die aber darauf spekulieren, dass sie selber diese Grenze nicht erleben werden.

    • Peschä am 29.11.2012 10:09 Report Diesen Beitrag melden

      @Thomas

      "Warum sollte es nicht?" Weil es physikalische Grenzen gibt: Die Ressourcen sind begrenzt und auch Technologien stossen an physikalische Grenzen. Eine Solarzelle kann z.B. niemals mehr Strom erzeugen, als Sonnenenergie darauf trifft. Der Wirkungsgrad kann nicht grösser als 100 % sein.

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