Wichtige Nord-Süd-Achse

14. September 2017 20:44; Akt: 14.09.2017 21:16 Print

Rheintalstrecke früher als geplant wieder offen

Bei Rastatt ist die für den gesamten europäischen Bahnverkehr wichtige Nord-Süd-Achse blockiert. Nun soll sie früher als geplant wieder befahrbar sein – ab dem 2. Oktober.

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Die wichtige Nord-Süd-Achse zwischen Basel und Karlsruhe ist seit über einem Monat bei Rastatt unterbrochen. Nun soll die Rheintalstrecke fünf Tage früher als geplant wieder befahrbar sein – ab dem 2. Oktober. Das teilte die Deutsche Bahn (DB) am Donnerstag mit.

Die für den gesamten europäischen Bahnverkehr wichtige Nord-Süd-Verbindung ist seit dem 12. August wegen einer Baupanne gesperrt. Damals hatten sich beim Tunnelbau bei Rastatt die Schienen abgesenkt, nachdem Wasser und Erdreich eingedrungen waren. Seither ist der Bahnverkehr auf dem Streckenabschnitt unterbrochen. Busse bringen Bahnreisende weiter.

«Riesige Löcher in den Kassen»

Am Donnerstag gab es eine weitere Sperrung auf der viel befahrenen Strecke, etwas südlich von der bereits gesperrten Strecke bei Rastatt: Ein umgestürzter Baum legte am Morgen die Bahnstrecke bei Emmendingen in beiden Richtungen für Stunden lahm. Nach Angaben der Bahn fiel ein Baum aus einem Privatgelände auf die Oberleitung. Die Rheintalstrecke nördlich von Freiburg wurde in beiden Richtungen für Stunden gesperrt.

Die Sperrung bei Emmendingen sollte noch am Donnerstag wieder aufgehoben werden. Verletzt wurde niemand. Die Bahnsperrung sorgt nicht nur für Unmut bei Reisenden. Auch Güterverbände sind sauer. Sie sprechen von «riesigen Löchern in den Kassen» wegen der Sperrung.

Plus von 300 Franken pro Zug

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat aus diesem Grund beschlossen, den Operateuren im kombinierten Schienengüterverkehr zusätzliche Abgeltungen auszurichten, wie es am Donnerstag mitteilte. Dies federe die negativen Auswirkungen des Streckenunterbruchs ab. Verminderten Umsätzen stünden derzeit höhere Kosten gegenüber.

Ab sofort würden deshalb die abgeltungsberechtigten Mengen auf Ausweichrouten erhöht. Zudem würden Züge und Sendungen, die via Brenner oder andere Alpenübergänge im Ausland umgeleitet werden, abgegolten, schrieb der Bund.

Die Betriebsabgeltung auf den von der Sperre betroffenen alpenquerenden Transporte werde um 300 Franken pro gefahrenen Zug erhöht. Der Bund erwartet, dass die Unternehmen einen bedeutenden Teil der zusätzlichen Mittel zur finanziellen Entlastung an die Eisenbahnverkehrsunternehmen weiter reichen.

Nachtragskredit geplant

Auch nach Umsetzung dieser Massnahmen wird der Kredit von rund 150 Millionen Franken zur Abgeltung des alpenquerenden kombinierten Verkehrs im Jahr 2017 nicht ausgeschöpft werden, wie das BAV prognostiziert. Da eine direkte Übertragung des Kreditrests auf das Folgejahr nicht möglich ist, plant das eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek), den Bundesrat für 2018 um eine Kreditaufstockung im Rahmen des Nachtragskreditverfahrens zu ersuchen.

Dadurch würde erreicht, dass der seit längerem geplante schrittweise Abbau der Abgeltungen im nächsten Jahr moderat ausfallen würde. Dies würde es dem Schienengüterverkehr durch die Alpen ermöglichen, sich nach der einschneidenden Sperrung der Rheintalstrecke wieder im Markt zu verankern und entstandene Verluste wettzumachen. Ein Nachtragskredit müsste im Januar 2018 vom Bundesrat und im Juni 2018 vom Parlament genehmigt werden.

(mch/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mutti Merkel am 14.09.2017 22:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genial

    Das macht sie halt so einzigartig, die Deutschen. Erst hiess es 6 Tage, dann 14 Tage und jetzt feiern sie sich ab weil sie nur 50 Tage brauchten Anstatt 55 ;-) und dies erst noch unter Vorbehalt

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  • Gleismonteur am 15.09.2017 00:59 Report Diesen Beitrag melden

    Fakt

    wenn wir bei uns für eine solche Reparatur mehr als eine Woche Zeit bräuchten, würden wir entlassen.

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  • Das Grauen am 14.09.2017 21:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach, wie bescheiden ausgedrückt.

    Unglaublich diese Aroganz: Ist endlich an der Zeit, die hatten sich genug Zeit gelassen, die Wirtschaft hat schliesslich nicht den grossen Kanton betroffen, ansonsten wäre alles schneller gegangen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Reto Rüdi am 17.09.2017 09:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Menge machts!

    Bei manchen Kommentaren kann man glauben, dass die Strecke nur so lange gesperrt war, um die Schweizer zu ärgern. Die Bahn kann viel von den SBB lernen, da stimme ich euch zu, aber 82 Millionen Deutsche plus das X Fache der Schweiz an Güterverkehr kann man nun mal nicht mit 5 Millionen Schweizerleins und ein wenig Cargo nachts vergleichen.

  • roll2go am 16.09.2017 09:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Problemlösung

    Und einmal mehr ist "Krieg" zwischen DE und der CH. Wieso nur wollen sich viele gegenseitig immer besser und gescheiter wissen? Das schafft doch nur neue Probleme statt die vorhanden zu lösen!

  • jc am 15.09.2017 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    Autoland!

    Deutschland ist und bleibt ein "Bahnentwicklungsland" und noch total auf ihr "liebstes Kind das Auto" fixiert!

  • Cargo Driver am 15.09.2017 11:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Deutschland erklärt der Welt was zu tun ist...

    In der Schweiz gab und gibt es immer wieder Naturereignisse und demzufolge Streckensperrungen. Immer haben es die Schweizerbahnen geschafft innert nützlicher Frist eine Umfahrung oder Notlösung anzubieten. Meine Forderung lautet ganz klar: Sollte die Strecke doch wider erwarten pünktlich in Betrieb gehen, kommen für min. 6 Tage zuerst die Güterzüge statt die vielfach und quersubventionierten Menschenzüge und verklagt den Deutschen Staat auf Schadenersatz......

    • Roxy am 15.09.2017 12:23 Report Diesen Beitrag melden

      @Cargo Driver

      Die kleinen Streckensperrungen in der Schweiz kann man nun echt nicht mit DE vergleichen. Zu lustig und gleichzeitig naiv. Was geht Ihnen das überhaupt an, was die Bahn in DE so macht?

    • Hs am 15.09.2017 12:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Roxy

      Nicht die Grösse der Sperrung, sondern die Ursache spielt eine Rolle. In unserem Land werden solche Sachen schneller behoben, obwohl es von der Topographie her oft schwieriger ist. Bei der DB klappt vieles nicht.

    • Dirk am 15.09.2017 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hs, naja

      Soviel ich weiß, hat die Schweiz mit wenig Schwemmland zu tun.

    • Hs am 15.09.2017 17:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dirk

      Na ja, die grossen Brocken die runterkommen sind auch nicht lieblicher.

    • Hs am 15.09.2017 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dirk

      Ach übrigens, Schwemmland gibt's natürlich auch in der Schweiz.

    • Dirk am 15.09.2017 17:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hs, weiss schon

      Aber in der Größenordnung der Oberrheinebene, wo auch noch sämtliche Nord-Südverbindungen durchlaufen müssen, weniger.

    • Alpöhi am 16.09.2017 07:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Roxy

      Das geht die Schweiz wohl etwas an, weil ihre Güter auch über diese Strecke transportiert werden!!

    • Vandark am 16.09.2017 09:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dirk

      Na und, wenn man das ja weiss muss man halt genügend Vorabklährungen treffen und einen Plan B und C bereit haben! Mehr als 2 Monate Vollsperrung geht gar nicht! In dieser Zeit bauen wir ganz Andere Sachen und ich weiss wo von ich spreche! Da hat alles versagt die Bauunternehmung, Die Bauleitung und auch die Politik! Wenn wir was in den Sand setzen würden, was für die Deutschen zu Mehrkosten führen würde, gäb das bestimmt ein "Donnerwetter". Aber die "Made in Germany" feiert sich dass Sie 5 Tage vielleicht schneller sind...tolle Leistung...Top!

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  • MaMa am 15.09.2017 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    NEAT ahoi

    Das ist doch ein guter Test für das Hochleistungsnetz (genannt NEAT). Ab 2018 dürfen nur noch 680000 LKW's die CH passieren. Dann müssen wir die Grenzen schliessen, und bei einer Durchfahrt durch die Alpentunnel müssen wir endlich Gebüren erheben. Das müsste unsere Antwort sein!!

    • Lorie am 15.09.2017 12:25 Report Diesen Beitrag melden

      @MaMa

      Da haben Sie wohl Pech gehabt, denn DE hat knapp 47% der Kosten übernommen. Aber das wissen die klugen Schweizer wieder mal nicht. Typisch.

    • Kudi am 15.09.2017 22:16 Report Diesen Beitrag melden

      Es gibt mehr

      Lorie: Dann musst Du aber auch wissen, dass die Deutschen (EU), falls die Rheintalstrecke nicht fertig ist bei der Eröffnung des Tunnels(Eröffnung mit dem Flughafen Berlin?), die LSVA erhöhen dürfen. Was leider nicht passiert. Hier kuscht wieder mal unsere Regierung vor der EU. Dabei wäre das DER Zeitpunkt, um Sofortmassnahmen zu treffen.

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