Männerspielzeug

19. Mai 2017 10:33; Akt: 19.05.2017 10:33 Print

Roboter übernehmen im Garten das Kommando

von K. Wolfensberger - Die Verkäufe von Rasenmährobotern gehen durch die Decke. Im Trend sind Mäher, die sich via App bedienen lassen. Wenig Freude daran haben Tierschützer.

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Wer einen eigenen Garten hat, muss auch in der Freizeit viel Arbeit in diesen investieren. Klassiker unter den lästigen Pflichten ist das Rasenmähen. Bei Schweizer Gartenbesitzern sind deshalb Rasenmähroboter zurzeit sehr angesagt.

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Wie Zahlen des Online-Händlers Digitec Galaxus zeigen, die 20 Minuten exklusiv vorliegen, ist der Verkauf dieser Tools innerhalb des letzten Jahres um gut 50 Prozent gestiegen. Digitec-Sprecher Alex Hämmerli erklärt auf Anfrage, dass man sogar noch höhere Zahlen erwartet habe: «Das schlechte Wetter hat uns bisher einen Strich durch die Rechnung gemacht.»

Verkäufe massiv gestiegen

Nun hoffe man auf mehr Sonne, denn die umsatzstärksten Monate für den Verkauf von Mährobotern seien jeweils April, Mai, Juni und Juli. Insgesamt hat der Verkauf auch bei der Konkurrenz stark zugelegt. Bei Do it + Garden der Migros beispielsweise hat sich der Absatz zwischen 2013 und 2016 verzehnfacht.

Auch bei Coop Bau+Hobby sind die Verkaufszahlen in den letzten Jahren massiv gestiegen. Den Hauptgrund sieht der Händler in der Tatsache, dass in den letzten Jahren viele Geräte für Privathaushalte auf den Markt gekommen sind.

Käufer sind meist Männer

Laut der Auswertung von Digitec ist der durchschnittliche Käufer eines Roboter-Mähers 40 bis 49 Jahre alt und männlich. Nur gerade 12 Prozent der Bestellungen beim Onlinehändler wurden von Frauen aufgegeben.

Das Preisgefälle der Geräte ist beachtlich. So gibt es günstige Geräte ab 500 Franken, für eine Edelvariante muss man aber teilweise mehr als 3000 Franken auf den Tisch legen. Wie Coop Bau+Hobby erklärt, ist aber gerade die Tatsache, dass es heutzutage gute Modelle für unter 1000 Franken gibt, ein wichtiger Grund für die steigende Popularität der Geräte.

Anteil von 20 bis 30 Prozent

Laut Schätzungen der Hersteller beträgt der Anteil der Roboter an der Gesamtzahl der Rasenmäher in der Schweiz zurzeit zwischen 20 und 30 Prozent. Dabei verfügt ein Drittel der Modelle mittlerweile über Steuerungsfunktionen via Smartphone oder auch Tablet. «Das ermöglicht, dass man den Mäher problemlos aus den Ferien steuern kann», so Hämmerli von Digitec.

Noch kein Thema sind in der Branche hingegen Systeme mit GPS: Mäh-Roboter werden nach wie vor durch im Boden verlegte Kabel geführt. Die Kabel geben vor, in welcher Zone der Roboter mähen darf. Hämmerli: «So verhindert man zum Beispiel, dass der Roboter in den Pool fährt und kaputtgeht.»

Tierschützer sind besorgt

Wenig Freude am neuen Trend der Mäh-Roboter haben die Tierschützer. Besonders bei Pro Igel macht man sich Sorgen. Bernhard Bader, Geschäftsleiter des Vereins, erklärt im Gespräch mit 20 Minuten: «Die Begegnung zwischen einem Igel und einem Mäh-Roboter endet für den Igel häufig tödlich. Manchmal müssen die Tiere schwer verstümmelt einen langen Todeskampf erleiden.»

Immerhin würden die Mäher ausgewachsene Igel meist als Hindernis erkennen und umfahren. Jungigel hätten hingegen meist weniger Glück und würden überfahren. Bader erklärt: «Die Jungigel sind besonders gefährdet, weil sie nach sechs Wochen von der Mutter verstossen werden und dann auch tagsüber unterwegs sind, wenn die Leute ihre Mähroboter laufen lassen.» In einem Test von Pro Igel habe sich einzig das Mäher-Modell Automower 330 von Husqvarna als Jungigel-freundlich herausgestellt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Blatti am 19.05.2017 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Selber mähen...

    ...entspannt mich. Ich sitze den ganzen Tag im Büro und die Gartenarbeit entspannt mich.

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  • Peter am 19.05.2017 10:46 Report Diesen Beitrag melden

    Rasenkanten

    jetzt müsste der Mäher nur noch die Rasenkanten besser schneiden, dann hätte ich gar nichts mehr zu tun.

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  • Das Grauen am 19.05.2017 11:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Igelfreundlich

    Gibt es auch solche die auch die ganz kleinen Igel verschonen? Denn nur aber auch nur so einen würde ich kaufen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • fredy Studer am 19.05.2017 20:29 Report Diesen Beitrag melden

    Igelfreundlich

    Warum der Husqvarna igelfreundlich sein soll scheint mir nicht einleuchtend zu sein. Die Husqvarna-Modelle hoben offene Messer, welche seitlich nicht geschützt sind. Ich hätte eher auf die Viking iMow-Modelle getippt. Dort befinden sich die Messer innerhalb einer separaten Glocke, die in der Mährichtung einen Kamm besitzt welcher die zu schneidenden Gräser ein lässt. Es wäre für uns Gartenbesitzer eine Hilfe, wenn es Testkriterien gäbe, nach denen die Igel-Freunlichkeit überprüft und verglichen werden könnte.

  • marko 32 am 19.05.2017 20:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Super

  • H.Ganer am 19.05.2017 17:26 Report Diesen Beitrag melden

    Schluss

    An die linksrotgrünen kommunistischen kommentarschreiber hier sei gesagt das ein teuerer mähroboter kein igel verletzen kann. Insekten und bienen wie hier von rotgrünen extremisten genannt werden ist mir auch nicht bekannt und wenn das vorkommt ist das eine bagatelle die nicht nennenswert ist auch wenns tausende wären! Somit ist das thema beendet und abgeschlossen!

  • Kevin am 19.05.2017 16:50 Report Diesen Beitrag melden

    Begleiter

    Solang er sich nach einem Atomkrieg als guter Begleiter herausstellt, wie der Codesworth aus Fallout 4...

  • Dani Düsentrieb am 19.05.2017 15:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmmmmmm....

    Wir haben uns entschlossen, uns einen Roboter zu leisten, da meine Frau und ich in der nächsten Zeit gesundheitlich nicht in der Lage sind, den Rasen zu mähen. Trotz dem kurzfristigen Ausfall bin ich überrascht, wie toll der Mäher funktioniert. Meine Frau kontrolliert vor Inbetriebnahme, ob noch was im Weg liegt. Diese Massnahme muss in unseren Augen genügen, sonst müssten wir alle Katzen einsperren, die Mäuse, Vögel und anderes jagen. Man kann nicht immer alles verhindern!!!!! Einziges Ärgernis ist, dass wir den Roboter erst jetzt gekauft haben.

    • Eric am 19.05.2017 17:13 Report Diesen Beitrag melden

      Ein Haus ist Arbeit

      Danke Dani. Geht mir auch so.

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