Caritas Schweiz

17. Dezember 2012 13:14; Akt: 17.12.2012 13:37 Print

Rumäninnen sollen Betagte pflegen

Die Schweizer Caritas will mit gut ausgebildetem Pflegepersonal aus Rumänien betagte Schweizer pflegen lassen. Die einheimischen Pflegerinnen sollen damit nicht verdrängt werden.

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Für ältere Schweizer sollen bald Rumäninnen sorgen. (Bild: Keystone)

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Caritas Schweiz stellt Pflegerinnen und Pfleger aus Rumänien an, die in der Schweiz ältere Menschen zuhause betreuen. Zusätzlich zur Caritas-Betreuung müsse die qualifizierte Pflege weiterhin von der Spitex erbracht werden, wurde am Montag an einer Medienorientierung in Zürich erläutert.

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Die gut qualifizierten Betreuerinnen und Betreuer leisteten unter fairen Arbeitsbedingungen einen zeitlich befristeten Einsatz bei älteren betreuungsbedürftigen Personen, sagte Caritas-Direktor Hugo Fasel. In der Pilotphase ist das Projekt auf die Kantone Zürich, Zug und Luzern beschränkt.

Anlass für die Zusammenarbeit mit einer Partnerorganisation im rumänischen Siebenbürgen ist laut Fasel die sogenannte «Care Migration». Zunehmend verlassen in Rumänien - wie in anderen Oststaaten - ausgebildete Pflegerinnen und Pfleger aus finanziellen Gründen ihre Heimat in Richtung Westen.

Die für das Caritas-Pilotprojekt engagierten rumänischen Pflegerinnen verpflichten sich, nach ihrem dreimonatigen Einsatz in der Schweiz wieder - mindestens drei Monate - als Krankenpflegerinnen beim Caritas-Spitex-Dienst in Rumänien zu arbeiten.

Im Interesse von Rumänien und der Schweiz

Mit dem Projekt können gemäss Fasel die Anliegen der Betreuungsbedürftigen in der Schweiz und jene des Gesundheitswesens in Rumänien unter einen Hut gebracht werden. In der Schweiz gibt es immer mehr betagte Menschen, die möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben möchten. Doch vielen Angehörigen fehlt neben Beruf und Familie die Zeit für eine intensive Rundum-Betreuung.

Häufig würden dafür Migrantinnen aus Osteuropa engagiert, aber vielerorts ausgebeutet, indem Hungerlöhne bezahlt würden. Caritas biete für die professionelle Betreuung zuhause korrekte Arbeitsbedingungen. Gemäss Projektleiter Beat Vogel beträgt der Bruttolohn 4400 Franken.

Nach Abzug von Kost und Logis sowie aller Versicherungen und Steuern würden 2700 Franken aufs Lohnkonto in Rumänien überwiesen. Mit einem dreimonatigen Einsatz in der Schweiz verdienten die Pflegerinnen etwa so viel wie in einem Jahr in Rumänien.

Keine Konkurrenz zu einheimischen Pflegerinnen

In der Schweiz sollen die Rumäninnen nicht die einheimischen Pflegerinnen konkurrenzieren, sondern sich auf die Betreuung beschränken. Begründet wird dies damit, dass sonst die Diplome in der Schweiz erst anerkannt werden müssten. Zudem seien in der Regel die Deutschkenntnisse nicht ausreichend für die Pflegearbeit.

Die Betreuerinnen führen den Haushalt, leisten Gesellschaft und bieten einfache Handreichungen für die Körperpflege. Auch begleiten sie die älteren Leute beispielsweise zu Arztterminen, und beobachten Veränderungen. Diese melden sie den Angehörigen oder der Caritas-Einsatzleitung. Zudem holen sie im Notfall Hilfe.

Die Rundum-Betreuung bedeutet täglich je acht Stunden Arbeit, Freizeit und nächtliche Präsenz. Die Kosten für die Betreuung betragen 5500 Franken pro Monat. Zudem müssen Unterkunft in der Wohnung und Verpflegung angeboten werden.

Bis Mitte 2013 zehn Betreuungen geplant

Eine Frau im Kanton Zürich ist die erste Person, die im Rahmen des Pilotprojekts betreut wird. Im Kanton Luzern wird ab Januar eine weitere Person betreut. Bis Mitte 2013 sind 10 Betreuungen geplant, in den ersten zwei Projekt-Jahren insgesamt etwa 50.

Bereits habe es etwa 40 Anfragen für eine Betreuung in den eigenen vier Wänden gegeben, sagte Projektleiter Vogel. Meist komme die Anfrage von Töchtern oder Schwiegertöchtern, die für ihre betagte Mutter, ihren Vater oder für beide eine Betreuungsmöglichkeit suchen.

Betroffen seien meist Menschen über 80. Etwa die Hälfte von ihnen leben auf dem Land. Einige der Interessierten leiden an chronischen Erkrankungen wie Parkinson oder an einer leichten bis mittelschweren Demenz. Einzelne Anfragen habe es auch für Betreuung in der Sterbephase gegeben.

(sda)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Die Betreuung von Betagten durch Leute, welche nicht sehr gut Schweizerdeutsch verstehen und auch sehr gut Deutsch sprechen - am besten Schweizerdeutsch oder Süddeutscher Dialekt, ist sehr problematisch. Gerade bei hilflosen Menschen ist es nämlich sehr wichtig, dass sie ihre Probleme und Anliegen mitteilen können und auch verstanden werden. Oft sind ältere Menschen selbst für ihre Angehörigen und nahestehende Personen schwer zu verstehen, wie sollen da Pflegekräfte aus Rumänien die Betagten verstehen können? – Peschä

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tina721 am 18.12.2012 09:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Voll daneben!!!

    Super! Danke! Da bin ich echt entäuscht von der Caritas! Es gäbe genug Schweizer die diese Arbeit verrichten möchten. Aber die kosten halt ein paar 100.-- mehr. Und wie sollen sich die ältern Menschen mit ihren Pflegern unterhalten? Schickt man sie zuerst in einen Sprachkurs, damit sie dann ihre Betreuer verstehen?

  • fritz imishti am 17.12.2012 19:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alles komisch langsam!

    hallo zusammen was soll das !! meine frau hat auch ein migrationhintergrund also sogesagt sie ist auch nicht schweizerin ist verheiratet und wir haben zwei kinder! an 3 altersheimen in der region bern thun hat sie sich als hilfsarbeiterin in der pflege beworben. alle negativ zurückgeantwortet. ach ja sie lebt auch schon seit 6 jahren hier...ich denke gibt noch mehr schweizerbürgerInnen die gerne diesen job machen würden. okey dann holt man halt noch mehr leute in die schweiz!

  • laluna am 18.12.2012 07:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ohnein

    Meine Freundin liess ihre Mutter genau 5 Tage von einer Rumännin betreuen. Nieee wieder!!!! Jedes mal wenn sie ihre Mutter besuchte (täglich) war ihre Mutter um 11 uhr weder gebadet noch angezogen. Sie erfuhr auch das die Mutter ans Bett gebunden wurde über Nacht. Die Rumännin wurde umgehend nach Hause geschickt trotz 3000 fr strafe für nichteinhalten des Vertrags. Jetz ist sie in einem Demenzhaus.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Michelle Speiser am 18.12.2012 10:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht in ordnung !

    Muss ja auch toll sein von jemand betreut zu werden der nicht mal deine Sprache spricht. Man sollte lieber zu erst die Schweizer arbeitslosigkeit bekämpfen als irgendwelche Rumänen in die Schweiz zu bringen!

  • Tina721 am 18.12.2012 09:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Voll daneben!!!

    Super! Danke! Da bin ich echt entäuscht von der Caritas! Es gäbe genug Schweizer die diese Arbeit verrichten möchten. Aber die kosten halt ein paar 100.-- mehr. Und wie sollen sich die ältern Menschen mit ihren Pflegern unterhalten? Schickt man sie zuerst in einen Sprachkurs, damit sie dann ihre Betreuer verstehen?

  • Lvi am 18.12.2012 07:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toll

    Hoffentlich finde ich meine Frau. Die inneren Werte von Ausländerinnen gefallen mit besser als von Schweizerinnen.

  • laluna am 18.12.2012 07:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ohnein

    Meine Freundin liess ihre Mutter genau 5 Tage von einer Rumännin betreuen. Nieee wieder!!!! Jedes mal wenn sie ihre Mutter besuchte (täglich) war ihre Mutter um 11 uhr weder gebadet noch angezogen. Sie erfuhr auch das die Mutter ans Bett gebunden wurde über Nacht. Die Rumännin wurde umgehend nach Hause geschickt trotz 3000 fr strafe für nichteinhalten des Vertrags. Jetz ist sie in einem Demenzhaus.

  • Mimo Grench am 18.12.2012 07:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch schweiz

    Aha, und weshalb, weil man einem gut ausgebildeten Schweizer mehr Zahlen muss als einem Rumänen! Das ist der grund! Im Sozial/Pflegebereich sollen so oder so endlich mal bessere löhne bezahlt werden! Eine gewerkschaft muss her!