Düstere Prognosen

13. Februar 2012 22:31; Akt: 14.02.2012 10:24 Print

Moody's stuft Italien und Spanien herabMoody's stuft Italien und Spanien herab

Die Ratingagentur Moody's hat in der Nacht zu Dienstag die Kreditwürdigkeit mehrerer EU-Staaten herabgestuft. Betroffen sind Italien, Portugal, Spanien, Malta, die Slowakei und Slowenien.

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Besonders hart traf es Spanien mit einer Abstufung der Kreditwürdigkeit gleich um zwei Stufen. Bis auf Portugal besitzen aber alle genannten Länder immer noch ein gutes bis befriedigendes Rating.

Italien und Malta wurden von A2 auf A3 herabgestuft, die Slowakei und Slowenien von A1 auf A2, Spanien von A1 auf A3 und Portugal von Ba2 auf Ba3. Alle wurden mit der Prognose «negativ» bewertet.

Dies bedeutet, dass Moody's eine mindestens 40-prozentige Wahrscheinlichkeit sieht, dass die Kreditwürdigkeit in den kommenden 18 Monaten herabgestuft werden könnte.

Erhebliche Risiken

Als Begründung gab die Agentur an, alle neun Länder seien durch die Eurokrise erheblichen finanziellen und volkswirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Die schwachen wirtschaftlichen Aussichten bedrohten zudem die Umsetzung notwendiger Sparanstrengungen zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit.

Frankreich und Österreich behalten bei Moody's zwar ihr Spitzen- Rating, doch ist der Ausblick bei beiden Staaten nun negativ. Das heisst, dass die Gefahr einer Abstufung wächst. Der Spielraum als Schuldner wird damit enger. Auch dem bislang mit einer Bestnote bewerteten Nicht-Euroland Grossbritannien droht dieses Schicksal.

Unverändert blieb das Rating für Deutschland (Aaa), ebenso die Bewertungen von Dänemark, Finnland, Luxemburg, den Niederlanden, Schweden (alle ebenfalls Aaa), Belgien (Aa3), Estland (A1) und Irland (Ba1). Der europäische Rettungsfonds EFSF behielt seine Bewertung von Aaa.

Frankreich: «Warnung gehört»

Frankreich signalisierte umgehend, dass es den Warnschuss gehört hat. Finanzminister Francois Baroin beteuerte kaum eine halbe Stunde nach der Entscheidung von Moody's, das Land werde seine Reformen durchziehen und seinen Schuldenberg abtragen.

Auch Grossbritannien wertete das Signal der Experten als Bestätigung seines Sparkurses. Die Entscheidung sei ein Beleg dafür, «dass Grossbritannien in der gegenwärtigen globalen Lage nicht von seinem Kurs abweichen darf», erklärte Finanzminister George Osborne.

Die anderen beiden grossen Ratingagenturen, Fitch und Standard & Poor's (S&P) hatten die Euro-Staaten bereits zuvor herabgestuft. S&P stufte im Januar gleich neun europäische Staaten herab und entzog Frankreich und Österreich die Spitzennote AAA. Fitch senkte im vergangenen Monat die Bonitätswerte von Italien, Spanien, Belgien, Zypern und Slowenien.

Eine solche Herabstufung bedeutet im allgemeinen, dass ein Staat bei der Ausgabe von Staatsanleihen höhere Zinsen zahlen muss.

Spanische Banken herabgestuft

Fitch und S&P hatten zuvor am Montag die Kreditwürdigkeit spanischer Banken herabgestuft. Nach der Senkung der Bonität der Staatsanleihen aus Spanien im vergangenen Monat seien die Banken einem erhöhten Risiko ausgesetzt, teilte Fitch mit.

Bei den von Fitch herabgestuften Banken handelte es sich um die Banco Bilbao Vizcaya Argentaria, Bankia, CaixaBank und Caja de Ahorros y Pensiones de Barcelona. Diese Kreditinstitute bewertete auch Standard & Poor's schlechter. Zudem senkte die Ratingagentur den Ausblick für elf spanische Banken auf «negativ».

(sda/dapd)

20min Login Facebook Connect
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.
  • Hansli am 14.02.2012 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso regt ihr euch so auf?

    Wir können stolz darauf sein, dass wir das einzige Land in Europa sind welches noch funktioniert. Deutschland & Co. gehören ja alle zur EU Truppe. Die müsste man als Kollektiv auch abwerten und nicht jeden Einzelnen. Die EU wird ja als Team bezeichnet. Im Team gibts keine Einzelnen Gewinner oder Verlierer, es verlieren alle oder keiner. Die EU hat somit verloren.

  • Denker am 14.02.2012 10:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stell dir vor Moody's stuft runter...

    und keiner guckt hin!!

  • Smiley am 14.02.2012 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    das ist mal ein Titel...

    Kreditwürdigkeit: EU stuft Ratingagenturen ab!

Immobilien

powered by

Immobilien finden

PLZ
Preis bis
Zimmer bis

Nachmieter finden? Jetzt bei homegate.ch inserieren