Reinigungskosten

31. Dezember 2017 17:30; Akt: 31.12.2017 18:08 Print

SBB zahlt 10 Millionen für Toilettenunterhalt

Die Bahn hat erklärt, wieviel Geld sie für Reinigungskosten jährlich ausgibt. Die Kundschaft ist punkto Sauberkeit nicht immer zufrieden.

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Saubere Sache: Ein modernes WC für Behinderte in einem SBB-Wagon. (Archiv) (Bild: Keystone/Patrick B. Kramer)

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Die SBB investiert jährlich zehn Millionen Franken in die Instandhaltung der Zugtoiletten. Sie werden mehrmals täglich kontrolliert und mindestens einmal pro Tag gereinigt. Trotzdem muss das «stille Örtchen» zum Ärger der Reisenden manchmal geschlossen bleiben.

Dies betreffe allerdings nur vier Prozent aller Zugtoiletten, teilte SBB-Sprecher Frédéric Revaz am Sonntag auf Anfrage mit. Er bestätigte zugleich eine Meldung der Westschweizer Zeitung «Le Matin Dimanche». In der Ausgabe hatten sich einige Passagiere über die mangelnde Sauberkeit und die Anzahl der Toiletten beschwert. «Wir unternehmen viel, um die Verfügbarkeit und Sauberkeit der Toiletten zu verbessern», so Revaz. Die Reinigungsequipen seien in den vergangenen Jahren verstärkt worden.

Störungen sind selten

In den Toiletten der SBB wird die Spülung 135'000 Mal pro Tag betätigt. Störungen sind dabei vergleichsweise selten. Pro 7500 Spülungen tritt in den Zugtoiletten ein Defekt auf, drei von vier Störungen sind innert Tagesfrist behoben, heisst es bei der SBB.

Laut Marco Scherrer, der bei der SBB für das Reinigungswesen zuständig ist, sind verstopfte Toiletten der häufigste Pannengrund. «Leider sind die Bahnreisenden meistens dafür verantwortlich», sagt Scherrer in einem Informationsvideo auf der SBB-Seite.

Umweltfreundliche Toiletten

Die SBB nutzt fast ausschliesslich geschlossene Toilettensysteme, um die Umweltvorschriften des Bundes aus dem Jahr 1999 einzuhalten. Heute sind rund die Hälfte aller Zugkompositionen mit regelrechten Mini-Klärwerken, den sogenannten «Bio-Reaktoren» ausgestattet.

Die Reinigungsintervalle betragen dann nur noch 60 bis 120 Tage. Am zweithäufigsten sind WCs mit Fäkalientanks im Einsatz – sie haben den Nachteil, dass das WC geschlossen wird, wenn der maximale Füllstand erreicht ist. 10 Prozent der verbauten WCs sind derzeit noch «Plumpsklos», welche die SBB «offene Systeme» nennt. Die SBB verstünde, wenn Kunden darauf unzufrieden reagierten, so Sprecher Revaz. Es werde alles unternommen, um den Service zu verbessern.

Regionalzüge schlechter ausgestattet

Die Zahl der WCs könne in Regionalzügen aber nicht erhöht werden. Die Ausstattung der Züge mit Toiletten richtet sich laut SBB an der Gesamtreisezeit: Für Reisen von weniger als 15 Minuten verfügen die Passagiere nur über eine Toilette für je drei Waggons – anstatt einer Toilette pro Waggon auf den Fernstrecken.

Regionalzüge seien Teil des öffentlichen Nahverkehrs wie beispielsweise eine Metro oder Strassenbahn, in denen die Kunden auch keine Gelegenheit hätten, ihre Notdurft zu verrichten.

(fal/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Na sowas? am 31.12.2017 17:54 Report Diesen Beitrag melden

    Früher war doch vieles besser!

    Jeder Bahnhof in einen noch so winzigen "Kaff" hatte einen Klo und Wartehäuschen. Und Heute? Nichts! Aber die Billettpreise, da würde man meinen man kaufe den Bahnhof gleich mit.

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  • Max König am 31.12.2017 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmm...

    Quatsch mit Sauce! 1.) Ein BIO-Reaktor erhöht nicht das Reinigungsintervall, sondern das Entleerungsintervall. Stellt Euch vor, die Toiletten würden nur alle 120 Tage gereinigt! Lest Ihr Eure Sätze bevor Ihr sie veröffentlicht? 2.) Auch ein Fahrzeug mit BIO-Reaktor erreicht irgendwann mal den Füllstand von 100%, sicher nicht nur Fahrzeuge mit Fäkalientank...

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  • Infinity am 31.12.2017 18:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Polloud lässt zum letzten mal Grüssen

    Oder anders gesagt 5x den Bonus von Fräulein Pilloud... Unterhalt für geschlossene/defekte WCs... Super!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lokführer am 04.01.2018 17:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Saubere Züge

    Wenn wunders: Würde jeder seinen abfall mitnehmen und in den dafür vorgesehen abfallboxen im Bahnhof entsorgen,oder sein Essen nicht im ganzen Zug am Boden oder auf den Sitzen verteilen müsste auch weniger gereinigt werden.Aber wenn ich die heutige Geselschaft ansehe was das für Schweine sind muss man sich nicht fragen warum das es soviel kostet,aber man jammert ja lieber als etwas dazu beizutragen das es besser wird.

  • Max Gasser am 03.01.2018 23:02 Report Diesen Beitrag melden

    Im Bahnhof gratis auf's WC!

    In den Bahnhöfen vermietet die SBB die Flächen für WC's. Warum kann nicht ein Bahnkunde mit gültigem Ticket diese WC's gratis benutzen? Das gäbe eine Entlastung in den Zug-WC's und käme sicher günstiger!

  • Kien R. Nellen am 03.01.2018 19:22 Report Diesen Beitrag melden

    Geld stinkt nicht

    Wäre Madam Piju zum Reinigungsteam umdisponiert worden, würden die Kosten ins Extreme überschiessen! Mensch Meier !

  • Kaker am 03.01.2018 13:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Soso 10 Mio für Toilettenunterhalt

    Kaum glaubhaft dass bei einem Stundenlohn für das Reinigungspersonal um die Fr.20- wenn überhaubt, 10 Mio für den Toilettenunterhalt aufgebracht werden. Eher so dass 8 Mio in verschiedenen Ceos Bonuskässeli verschwinden und mit dem Rest herumgewerkelt werden muss.

  • t.t. am 03.01.2018 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    Vergleich mit Trenitalia

    Am schlimmsten finde ich die Toiletten in den neuen ETR 610er Zügen die z.B. zwischen Zürich und Mailand zum Einsatz kommen. Die Züge sind seit vielleicht 3 Jahren unterwegs und die Toiletten sind bereits in einem miserablen Zustand! Vollkommen verdreckt und häufig stinken sie auch noch. Zum Vergleich: Die Toiletten des Frecciarossa von Florenz nach Mailand waren blitz blank sauber und hatten sogar einen kleinen Lufterfrischer neben dem Spiegel! Die SBB kann sich da eine Scheibe abschneiden.