Quartalszahlen

26. April 2018 07:27; Akt: 26.04.2018 14:49 Print

SNB fährt Verlust von 6,8 Milliarden Franken ein

Die Schweizerische Nationalbank hat das Resultat fürs erste Quartal 2018 bekannt gegeben. Es fällt nicht gut aus.

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Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im ersten Quartal 2018 einen Verlust von 6,8 Milliarden Franken eingefahren. Grund ist insbesondere ein Verlust auf den Fremdwährungspositionen in der Höhe von 7,0 Milliarden Franken.

Die SNB erzielte zwar Erträge aus Zinsen und Dividenden von 2,4 Milliarden beziehungsweise 0,6 Milliarden Franken, wie sie am Donnerstag mitteilte. Diesen standen aber Bewertungsverluste gegenüber: Auf Zinspapieren und -instrumenten etwa resultierte ein Verlust von 3,9 Milliarden.

Das negative Börsenumfeld führte zudem zu einem Verlust von 3,3 Milliarden auf Beteiligungspapieren und -instrumenten. Die wechselkursbedingten Verluste beliefen sich laut SNB auf insgesamt 2,8 Milliarden Franken.

Auf dem mengenmässig unveränderten Goldbestand resultierte derweil ein Bewertungsverlust von 0,2 Milliarden Franken, wie die SNB am Donnerstag mitteilte. Das Gold wurde per Ende März 2018 zu 40'643 Franken pro Kilo gehandelt, Ende 2017 waren es noch 40'859 gewesen. Einen Gewinn von 0,5 Milliarden Franken haben dagegen Frankenpositionen gebracht. Dieser resultierte im Wesentlichen aus den Negativzinsen auf Girokontoguthaben.

Die SNB betonte wie üblich, dass ihr Ergebnis überwiegend von der Entwicklung der Gold-, Devisen und Kapitalmärkte abhängig sei. Starke Schwankungen seien deshalb die Regel und Rückschlüsse auf das Jahresergebnis nur bedingt möglich.

Im Rahmen der Erwartungen

Der Verlust ist keine Überraschung. Experten hatten wegen steigender Zinsen, eines schwächeren Dollars und der Entwicklung der Aktienmärkte mit einem Minus in etwa dieser Höhe gerechnet. Das Ergebnis kann auch nicht mit den Zahlen von sonstigen Unternehmen verglichen werden: Das Ergebnis ist Folge der SNB-Geldpolitik.

Im Gesamtjahr 2017 hatte die Nationalbank im ersten Quartal einen Gewinn von 7,9 Milliarden erzielt, der im zweiten Quartal mit einem Minus von 6,7 Milliarden dann fast wieder aufgehoben wurde. Dank der Frankenschwäche und den guten Aktienmärkte in der zweiten Jahreshälfte resultierte im Gesamtjahr dann aber doch ein riesiger Gewinn von 54,4 Milliarden Franken.

Bund und Kantone erhalten damit für 2017 die maximale Ausschüttung von insgesamt 2 Milliarden Franken, wovon jeweils ein Drittel an den Bund und zwei Drittel an die Kantone gehen. Dies entspricht der Gewinnausschüttungsvereinbarung, die seit dem Geschäftsjahr 2016 gilt. Diese sieht vor, dass Bund und Kantone bis 2020 maximal 2 Milliarden pro Jahr erhalten.

Antrag an GV

Die Dividende bleibt für das vergangene Geschäftsjahr bei 15 Franken pro Aktie, was ebenfalls dem gesetzlich festgelegten Maximalbetrag entspricht. An der Generalversammlung, die am (morgigen) Freitag in Bern stattfindet, haben Aktionäre einen Antrag eingereicht, der die Einleitung eines Verfahrens zur Revision des Nationalbankgesetzes im Hinblick auf die Berechnungsgrundlage der Dividende fordert.

Der Bankrat beantragt der Generalversammlung aber, den Antrag abzulehnen. Eine Überraschung diesbezüglich wird es nicht geben, da die öffentliche Hand die Mehrheit an der SNB hält. Trotzdem hat die Aktie zuletzt mit Kurssprüngen auf Spekulationen über eine möglicherweise höhere Dividende reagiert und Anfang April gar die Marke von 9000 Franken - zumindest kurzfristig - übersprungen.

Dies ist ein massiver Anstieg seit Mitte 2016 - bis dahin hatte die Aktie nämlich um die Marke von 1000 Franken gedümpelt. Vor allem in deutschen Anlegerbriefen wird die SNB-Aktie immer wieder empfohlen. Grösster Einzelaktionär ist der deutsche Theo Siegert mit einem zuletzt gemeldeten Anteil von 6,7 Prozent.

(oli)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus am 26.04.2018 07:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    und die Euro Käufe?

    Etwas erstaunt, wenn man bedenkt, wieviele stabilisierende Käufe anderer Währungen getätigt wurden und nun ja eigentlich mehr Wert sein sollten...

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  • Petra am 26.04.2018 07:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verkauft...

    ...dann doch endlich die milliarden von ramsch-euros...

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  • W. Meier am 26.04.2018 07:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kommt draufan wie man die Zahlen schreibt

    Ach die Armen. Wir kriegen keine Zinsen aber die verlieren Milliarden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • play am 27.04.2018 08:39 Report Diesen Beitrag melden

    Rekord

    Weltweite Verschuldung steigt auf 237 Billionen, Zinsen in USA steigen auf 3% - wie soll das gehen? IIF: Gesamtverschuldung des Planeten bei 317 Prozent des globalen BIP. (mmnews)

    • Supermario am 27.04.2018 13:06 Report Diesen Beitrag melden

      Wo liegt denn Dein Problem?

      Und was willst Du mit diesem Kommentar den aussagen (Zusammenhang mit dem SNB-Ergebnis)? NB Mit einem Betrag von 27'882 Dollar Schulden kann ich wirklich noch gut leben; zumindest wenn sie denn auch in nutzbare Infrastruktur investiert sind!

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  • Randy6003 am 26.04.2018 21:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Realität

    Die SNB kann keine Gewinne und auch keine Verlust einfahren! Sie verleihen einem Papier Geld und bestimmen dessen Wert sowie die Menge!

  • Leo am 26.04.2018 19:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Steuererhöhungen in den Kantonen...?

    da weinen die kantone ende jahr wenn die verluste bleiben oder noch höher ausfallen werden.

  • Klarer / Fall am 26.04.2018 19:48 Report Diesen Beitrag melden

    Kantone Defizit bezahlen!

    So. Nun sollen die Kantone, welche sonst vom positiven Ergebnis profitieren, auch den Schaden bezahlen. Nur so würde es richtig laufen. Aber eben, würde. Bezahlen müssen sie ja nichts, sie bekommen dann wieder eine Dividende, wenn es besser läuft.....

    • Supermario am 27.04.2018 13:00 Report Diesen Beitrag melden

      Reserven, Bilanz lesen bildet

      Für solche Ergebnisse hat die SNB schon längstens satte Schwankungsreserven zurückgestellt. Kritischer wäre vermutlich ein Rückgang des EUR/CHF auf 1:1 oder so!

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  • Real Ist am 26.04.2018 19:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Problem

    Ist wohl Zeit mit Ripple zusammen zu arbeiten. 50 Zentralbanken Wissen das schon :) Apro po auch Geld wird Digital

    • Supermario am 27.04.2018 12:58 Report Diesen Beitrag melden

      Aber von gestern

      Geld ist schon längstens (zumindest grösstenteils) digital, falls Du das noch nicht bemerkt haben solltest!

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