4000 Franken pro Monat

08. April 2014 10:47; Akt: 08.04.2014 11:21 Print

Seco-Chefin findet Mindestlohn zu hoch

Ein Mindestlohn von 4000 Franken pro Monat sei zu hoch, findet die Seco-Direktorin. Sie fürchtet, dass sich Junge nicht mehr ausbilden lassen, sollte die Initiative angenommen werden.

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SECO-Direktorin Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch ist gegen die Mindestlohn-Initiative. (Bild: Keystone)

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Die Initiative des Gewerkschaftsbundes setze falsche Anreize, so Seco-Direktorin Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch. Für sie ist ein Mindestlohn von 4000 Franken pro Monat für Berufseinsteiger zu hoch.

Eine Annahme der Volksinitiative könnte aus der Sicht von Ineichen-Fleisch dazu führen, «dass sich Junge nicht mehr ausbilden lassen». Dies, «weil sie auch ohne Ausbildung diesen Lohn bekommen», wie die Leiterin des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) in einem Interview mit dem «St.Galler Tagblatt» vom Dienstag sagte.

Stellen würden wegfallen

Das Volksbegehren würde zu steigenden Lohnkosten führen und dadurch würden in einzelnen Branchen Stellen wegfallen. Betroffen wären gemäss Ineichen-Fleisch insbesondere Dienstleistungsberufe wie etwa Coiffeure, Kosmetiksalons und Wäschereien.

Die Seco-Direktorin verwies im Interview zudem darauf, dass ein Mindestlohn von monatlich 4000 Franken im internationalen Vergleich sehr hoch wäre. Die Schweiz müsse weiterhin auf die von den Sozialpartnern ausgehandelten Gesamtarbeitsverträge setzen.

Bundesrat gegen Mindestlohn-Initiative

Dieselben Argumente führt auch Ineichen-Fleischs Vorgesetzter, Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann, gegen die Mindestlohn-Initiative ins Feld. Bundesrat und Parlament sowie ein überparteiliches Komitee aus SVP, CVP, FDP, GLP, BDP und EVP lehnen die Initiative ab. SP und Grüne hingegen sind für die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes.

Erste Umfragen zeigten eine hohe Akzeptanz der Mindestlohn-Initiative in der Bevölkerung. Die Abstimmung findet am 18. Mai statt.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • LadinaM am 08.04.2014 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Sinnlos

    Ich hab so meine Zweifel mit der Initiative. Werde sie daher auch ablehnen. Ich seh das Problem genauso. Warum noch eine Ausbildung machen wenn man ja eh 4000.-- bekommt. Es ist ebenfalls nicht fair gegenüber jenen die eine Ausbildung abschliessen und dann auch "nur" 4000.-- erhalten. Man müsste dann schon differenzieren jene mit Ausbildung und jene ohne. Und bei denne mit Ausbildung den Mindestlohn bei 5000.-- ansetzen. Irgendwo muss man doch noch eine Grenze setzen und nicht alles gleichstellen. Muss ja die, die eine Ausbildung machen auch irgendwo "belohnen" und nicht noch bestrafen.

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  • MD am 08.04.2014 16:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ruhig sein 

    Ich bin zwar kein Freund dieser Initiative finde aber dass solche ChefbeamtInnen die sich ihre Arbeit vergolden lassen, sich mit Auslassungen über Initiativen zurück halten sollten. Diese Dame verdient beim Bund so unverhältnismässig viel für ihre gesicherte und fast unkündbare Position dass sie gar nicht wissen kann wovon sie spricht. Ausserdem ist es nicht Sache dieser Chefbeamten Politik zu machen, die sollen gefälligst ohne Murren dass ausführen was das Volk beschliesst. Sie kann sich als Privatperson äussern, dass reicht.

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  • tr5pi am 08.04.2014 13:48 Report Diesen Beitrag melden

    Im Leben gibt's (fast) nichts gratis

    und schon gar nicht 4'000.- Fr. einfach so auf die Hand. Das ist doch ein Witz, wenn fleissige und motivierte Arbeitende mit Ausbildung in etwa gleich viel bekommen sollen wie die faulen Nichtstuer........! Nur eine kranke Gesellschaft führt so etwas ein - unsere Gesellschaft belohnt leider die Ausschöpfungsmentalität der cleveren, wieso noch arbeiten wenn's umsonst 4'000.- auf die Hand geben würde? Und wer bezahlt's? Ja klar immer die Anderen, die fleissigen Dummen die brav Steuern zahlen! 1000x NEIN für diese kranke Initiative!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Philipp am 08.04.2014 23:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausbildung nötig?

    Ich verdiene trotz Ausbildung und 5 Jahre Berufserfahrung 4200 Franken, Freunde von mir ohne Ausbildung und Erfahrung 5000 Franken. Da frage ich mich schon wofür ich eine Ausbildung gemacht habe. Im Allgemeinen für den Mindestlohn

  • Bob am 08.04.2014 23:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unmöglich

    So kann ich meine Firma gleich dicht machen. Bezahle meinen Leuten 8.- die Stunde und auch die kommen durch. Viele wohnen bei ihren Familien oder Verwanten, doch sag ich mir immer, solange die noch genug Geld haben um ihre Zigaretten zu kaufen, kanns denen ja nicht so schlecht gehn oder?

  • multikulti am 08.04.2014 23:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    überlegt mal...

    auf die einzelperson beschränkt ist die initiative ja schôn und gut, aber man sollte das ganze im grossen rahmen bzw. aus volkswirtschaftlicher sicht betrachten. die konsequenzen fallen nicht gerade positiv aus. auch wenn ich die idee dahinter begrüsse, so bin ich doch gegen die initiative. wo die lôhne erhöht werden, müssen die zusätzlichen zahlungen wieder eingeholt werden. über den konsumenten, über kündigungen, weniger personal, das dann mehr arbeiten muss für die 4000.- pauschallohn.

  • Gymnasiast am 08.04.2014 23:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kassier

    Meine meinung : es ist so, die initiative soll die mittlere unterschicht stärken, finde ich nicht schlecht, nur wer überlegt wird feststellen das die mittelschicht (bürger mit 4000-6000) durch den mindestlohn eigentlich weniger verdienen wird, denn nehmen wir an, dass gewerbe entlässt niemanden und erhöht den lohn, es gibt eine teuerung von sagen wir 10 prozent. Durch das wird der mittelstand am schluss ohne lohnerhöhung weniger verdienen da die kosten bei gleichem lohn steigen werden. und das ist meiner meinung mach einer von vielen negativen aspekten... lg Patrick (17) PS: ich arbeite momentan an der kasse und verdiene weniger als der mindestlohn verspricht!

  • Carlo am 08.04.2014 22:25 Report Diesen Beitrag melden

    Zusammen 8000.-

    Mindestlohn 4000.- das heisst, wenn ich mit meiner Freundin zusammen lebe haben wir zusammen 8000.- das ist doch ein schöner Anfang.