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Bilanz 2011
10. Februar 2012 11:17; Akt: 10.02.2012 14:05 Print
Satter Neugeldzufluss bei der ZKB
Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) hat 2011 mehr Gewinn geschrieben als im Vorjahr. Unter dem Strich erhielt die Bank über 12 Milliarden Franken Neugeld.
Die ZKB hat im vergangen Jahr gut geschäftet. Das Konzernergebnis stieg um 5,6 Prozent auf 769 Mio. Franken. Kanton und Gemeinden erhalten insgesamt 377 Mio. Franken. Der Gewinnanstieg basiert hauptsächlich auf dem Zinsgeschäft, dass den Ertrag um 83 Mio. Fr. auf 1,18 Mrd. Fr. steigern konnte, wie die Bank am Freitag in Zürich bekannt gab. Gegen die Möglichkeit sinkender Zinsen habe sich die Bank angesichts der weltwirtschaftlichen Probleme abgesichert.
Der Kommissions- und Handelserfolg ging indessen etwas zurück. Vom Gewinn überweist die Bank dem Kanton 220 Mio. Franken und den 171 Zürcher Gemeinden 110 Mio. Franken. Dazu wird dem Kanton das Stellen des Dotationskapitals mit 47 Mio. Franken abgegolten.
Im Lauf des Jahres 2011 erhielt die ZKB unter dem Strich 12,3 Mrd. Fr. Neugeld. 2010 waren der Bank, die wegen der umfassenden Garantie des Kantons Zürich ein relativ starkes Kundenvertrauen geniesst, 12 Mrd. Fr. zugeflossen. Ende Jahr hatte die ZKB 176,6 Mrd. Vermögen unter Verwaltung, 7 Prozent mehr als im Vorjahr. «Wir sind der fünftgrösste Vermögensverwalter der Schweiz», sagte Bankchef Martin Scholl vor den Medien.
US-Kunden hatten nie Priorität
Für die Zürcher Kantonalbank (ZKB) sei das Geschäft mit amerikanischen Kunden nie eine Priorität gewesen, beteuert Bankchef Martin Scholl. Die Bank habe 2008 noch einige US-Vermögen aufgenommen. 2008, als die ZKB im Zuge des Vertrauensverlusts in andere Banken einen enormen Neugeldzufluss von 16,4 Mrd. Fr. verzeichnete, seien auch einige US-Kunden dazugekommen, sagte Scholl am Freitag vor den Medien in Zürich. Der US-Anteil am Neugeld habe «im tiefen einstelligen Prozentbereich» gelegen.
«Es waren Kunden, die verunsichert waren», erklärte Scholl. Im ersten Halbjahr 2008 sei noch nicht abschätzbar gewesen, wie sich die Lage in den USA entwickeln würde.
Lage «schwer einschätzbar»
Die ZKB ist wie weitere Schweizer Banken Gegenstand von Untersuchungen durch amerikanische Behörden, welche Jagd auf US-Steuerflüchtlinge und deren Bankberater machen. Für die ZKB sei es «schwer einschätzbar», wie die US-Behörden die Faktenlage beurteilten.
Das Zürcher Staatsinstitut setzt aber auf Kooperation. «Das heisst, dass wir Informationswünschen der USA nachkommen, sofern sie mit Schweizer Recht vereinbar sind», sagte Scholl. Dazu gehöre, den Amerikanern zu erklären, was die ZKB sei und wie ihr Geschäftsmodell aussehe.
Die Frage, ob die ZKB Rückstellungen für eine mögliche Strafzahlung in den USA gemacht habe, beantwortete Scholl nicht. Generell sei es seit Gründung der Bank so, dass die Bank immer «Vorkehrungen für Risiken treffe». Eine Strafzahlung würde aber den Gewinn der ZKB belasten, sagte Scholl. Ob das die Gewinnausschüttung an Kanton und Gemeinden tangieren sollte, wäre dann eine Entscheidung des Bankrates.
«Nicht von UBS profitiert»
Vor zwei Wochen war unter dem Druck einer amerikanischen Klage die St. Galler Bank Wegelin zerfallen, indem die Besitzer das Nicht-US-Kundengeschäft überraschend an die Raiffeisengruppe verkauften. Die USA werfen Wegelin vor, nicht deklarierte Vermögen von ehemaligen Kunden der UBS übernommen zu haben.
Die UBS begann sich 2008 von US-Kunden zu trennen, nachdem gegen die Bank eine Untersuchung eingeleitet worden war. Die ZKB könne dokumentieren, dass sie nicht von der Situation der UBS in den USA habe profitieren wollen, beteuerte Bankchef Scholl.
Im Juni 2009 habe sich die Bank von Wertschriftenkunden aus den USA getrennt, sagte Scholl. «Rückblickend wäre ein noch schnellerer Ausstieg aus dem US-Geschäft besser gewesen», sagte er. Im Dezember 2011 entschied die ZKB, sich auch von Schweizer Kunden, die in den USA domiziliert sind, zu trennen.
(sda)
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