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Uhrenindustrie
09. Februar 2010 07:18; Akt: 09.02.2010 22:57 Print
Schlechtes Jahr für Swatch
Optimismus nach der Krise: Der weltgrösste Uhrenkonzern Swatch hat zwar im vergangenen Jahr weniger verdient und umgesetzt. Dafür ist der Start ins neue Jahr geglückt. Die Aussichten für 2010 seien ausgezeichnet.
Bereits im vergangenen Dezember zogen die Umsätze deutlich an, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Und die Verkaufszahlen des Januars 2010 entsprechen gar dem zweitbesten Monat Januar der Geschichte der Gruppe.
Swatch mit weniger Gewinn.(Bild: Keystone)
Das vergangene Jahr war jedoch stark von der Rezession geprägt, wie die Nummer 1 der Uhrenbranche schreibt. Der Reingewinn sank um 8,9 Prozent auf 763 Mio. Franken. Der Betriebsgewinn sackte gar um ein Viertel auf 903 Mio. Fr. ab. Der Umsatz schrumpfte um 8,1 Prozent auf 5,42 Mrd. Franken.
Trotzdem sieht sich die Swatch-Gruppe als Krisengewinnerin. Denn der Konkurrenz ging es noch schlechter. Die gesamten Uhrenexporte der Schweiz brachen im vergangenen Jahr nämlich um 22,3 Prozent ein.
Marktanteile gewonnen
Das bedeute, dass Swatch die Marktanteile praktisch in allen Preissegmenten und Märkten erhöht habe, teilte die Gruppe weiter mit. Dies, obschon die Swatch-Umsätze im Uhren- und Schmucksegment 2009 um 7,7 Prozent schrumpften.
Grösser fiel der Rückschlag aber im Produktionssegment aus, in dem die Gruppe Uhrwerke und Komponenten herstellt: Hier sanken die Umsätze wegen des Nachfragerückgangs um 17,7 Prozent. Seit Dezember gehen jedoch wieder mehr Bestellungen ein, wie Swatch festhält.
Gar um ein Viertel brachen die Umsätze im dritten Swatch-Segment weg: Der Markt für elektronische Systeme sei sehr herausfordernd gewesen, schreibt der Konzern. Doch auch hier deuteten die aktuellen Bestellungseingänge auf eine Verbesserung hin.
Die Swatch-Gruppe gibt sich nicht nur wegen der höheren Bestellungen zum Jahresbeginn zuversichtlich. Der Konzern erwartet auch, dass sich die weltweiten Märkte verbessern und das Vertrauen der Konsumenten zurückkehrt.
Mit einer Ankurbelung der Umsätze im laufenden Jahr rechnet Swatch beispielsweise dank der Olympischen Winterspiele in Vancouver, die Ende dieser Woche beginnen. Dort ist Swatch mit ihrer Marke Omega als offizielle Zeitmesserin präsent.
Prominenter VR-Zugang
Wie Swatch weiter mitteilte, soll der Verwaltungsrat des Konzerns mit zwei prominenten Neuzugängen verstärkt werden. Der ehemalige Präsident der Schweizerischen Nationalbank, Jean-Pierre Roth, ist einer der zwei Kandidaten, die neu in den Verwaltungsrat des Konzerns gewählt werden sollen.
Auch Swatch-Chef Georges Nicolas Hayek wird für die Zuwahl in das Gremium vorgeschlagen, das sein Vater Nicolas Hayek präsidiert. Für 2009 schlägt der Verwaltungsrat eine leicht tiefere Dividende von 0.80 Fr. pro Namen- und 4 Fr. pro Inhaberaktie vor.
Aktie im Plus
An der Börse startete die Inhaberaktie mit einem Plus von 4,2 Prozent. Dann kletterte sie bis auf 285.50 Franken und ging auch bei diesem Stand mit einem Plus von 4,8 Prozent aus dem Handel.
Die Gewinnzahlen haben die Schätzungen der Analysten trotz des Rückgangs deutlich übertroffen. Die Experten bezeichneten die Zahlen als solide.
Der Swatch seien vor allem auf der Kostenseite deutliche Fortschritte gelungen. Sollten die Umsätze im laufenden Jahr zulegen, dürften deshalb die Erträge überdurchschnittlich stark ansteigen, zumindest im ersten Moment.
Den gesamten Geschäftsbericht präsentiert Swatch an einer Medienkonferenz am 11. März.
(sda)























