1,4 Prozent Wachstum

16. März 2010 07:50; Akt: 16.03.2010 11:39 Print

Schweiz hat die Krise überstandenSchweiz hat die Krise überstanden

Die Schweiz kämpft sich überraschend schnell aus der Rezession: Der Bund erwartet, dass die Wirtschaftsleistung 2010 um 1,4 Prozent steigt. Auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt entspannt sich.

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Die Ökonomen des Bundes erwarten, dass die Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr um 1,4 Prozent steigt, wie es in einer Mitteilung des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) vom Dienstag heisst. Im vergangenen Jahr war das Bruttoinlandprodukt (BIP) noch um 1,5 Prozent geschrumpft.

Die Experten korrigierten ihre Prognose deutlich nach oben. Bislang waren sie von einem BIP-Wachstum von 0,7 Prozent ausgegangen. Zuvor hatte bereits die Schweizerische Nationalbank ihre Vorhersage nach oben revidiert: Sie erwartet ein Wachstum von 1,5 Prozent. Andere Konjunktur-Auguren erwarten gar ein Wachstum von bis zu 2 Prozent.

Euphorie ist aber nicht angebracht. Der Schwung dürfte im Lauf dieses Jahrs wieder etwas nachlassen. Gebremst wird das Wachstum insbesondere, weil die Impulse aus dem Ausland nachlassen, da staatliche Stützungsprogramme für die Wirtschaft auslaufen. Im kommenden Jahr dürfte die Wirtschaftsleistung gleichwohl um 2,0 Prozent zulegen.

Breit abgestützt

Die Erholung, die Mitte letzten Jahres eingesetzt hat, ist breit abgestützt, wie Brunetti im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA sagte. Die Inland-Nachfrage sei robust, und Schweizer Produkte finden auf dem Weltmarkt wieder mehr Absatz. Die Ausfuhren nehmen dieses Jahr um 4,5 Prozent und nächstes Jahr um 5,7 Prozent zu.

Der Einbruch der Exporte im ersten Halbjahr 2009 war laut Brunetti «dramatisch». Trotz des Wachstums seien die Metall- und die Maschinenindustrie noch lange nicht auf dem Niveau von vor der Krise. Dagegen entwickle sich die Pharmabranche stabil. Ihr sei es zu verdanken, dass die Exporte nicht - wie in anderen Ländern - noch stärker eingebrochen seien.

Der Privatkonsum - eine wichtige Stütze der Konjunktur - nimmt gemäss der neuen Prognose in diesem Jahr um 1,3 Prozent und im nächsten Jahr um 1,5 Prozent zu. Das ist erstaunlich, da in Zeiten mit einer hohen Arbeitslosigkeit in der Regel mehr Geld auf die Seite gelegt wird.

Flaute auf dem Bau

Die Arbeitslosenquote dürfte 2010 im Jahresdurchschnitt 4,3 Prozent betragen. Bisher hatten die Experten des Bundes indes einen Anstieg auf bis zu 4,9 Prozent befürchtet. Für 2011 wird eine unveränderte Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent erwartet. Letztes Jahr hatte die Quote im Schnitt bei 3,7 Prozent gelegen.

Die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt seien weniger düster als noch vor einigen Monaten, konstatieren die SECO-Ökonomen. Ob die in den letzten Monaten festgestellte Stabilisierung bereits den Beginn einer Trendwende bedeute, sei aber fraglich. Viele Unternehmen seien noch zu wenig ausgelastet, um neues Personal einzustellen.

Vor schwierigeren Zeiten stehen die Beschäftigten auf dem Bau. Die Branche dürfte nicht zuletzt wegen des Auslaufends öffentlicher Bauprojekte stärker vom Abschwung erfasst werden. Gemäss der neuen Prognose stagnieren die Bauinvestitionen im laufenden Jahr, und im kommenden Jahr nehmen sie sogar um 0,5 Prozent ab.

Langer Weg zurück

Nach Ansicht von Brunetti bestehen nach wie vor Risiken für die Konjunktur. Eine besondere Herausforderung stelle die hohe Verschuldung vieler Länder dar. Gerade weil die Schweiz besser dastehe als andere Staaten, könnte dies zu einer Aufwertung des Franken führen. Das würde die Exporte bremsen.

Der Ausstieg aus den staatlichen Stützungprogrammen, aber auch die Normalisierung der expansiven Geldpolitik der Notenbanken berge ebenfalls Gefahren, sagte Brunetti. Die Umkehr dürfe «weder zu früh noch zu spät erfolgen, und das ist alles andere als einfach zu bewerkstelligen».

(sda)

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