Mobilität

28. Juli 2017 05:42; Akt: 28.07.2017 05:42 Print

Schweiz soll Benziner und Dieselautos verbieten

von D. Pomper - Die Grünen fordern ein Verbot neuer Diesel- und Benzinfahrzeuge in der Schweiz ab 2025. Bürgerliche Politiker sind skeptisch.

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Ab 2040 werde Grossbritannien den Verkauf neuer Diesel- und Benzinfahrzeuge verbieten, sagte der britische Umweltminister gestern. Zum Klimaschutz sollten auch Hybridautos, die sowohl über einen Elektro- als auch über einen Benzin- oder Dieselmotor verfügen, nicht mehr zugelassen werden. Auf britischen Strassen seien dann nur noch Elektroautos erlaubt.

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Frankreich hatte kürzlich ebenfalls ähnliche Verbote ab 2040 angekündigt. In Norwegen sollen ab 2025 gemäss Verkehrsplan-Entwurf der Regierung nur abgasfreie Fahrzeuge verkauft werden dürfen. In Indien möchte der Energieminister erreichen, dass 2030 nur noch Elektroautos auf den Strassen fahren.

Auch in der Schweiz sieht man Handlungsbedarf. Regula Rytz, Parteipräsidentin der Grünen, fordert ein Verbot von Diesel- und Benzinfahrzeugen in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren. «Ab dann sollen in der Schweiz keine Neuwagen mit Verbrennungsmotoren mehr importiert werden. Die abgasfreie Mobilität wird die europäische Automobilindustrie umgekrempeln.

In diesem Prozess sollten die Schweiz eine Pionierrolle einnehmen und nicht den anderen europäischen Ländern hinterherhinken», sagt Rytz. Die Schweiz habe keine Automobilindustrie und könne als Kundin wichtige Marktsignale senden. Schon 1986 sei die Schweiz mit gutem Beispiel vorangegangen. Damals hat sie als erstes Land im Alleingang den Katalysator eingeführt.

Vorstoss im Parlament eingereicht

Sorgen, dass Besitzer von Diesel- und Benzinautos von einem auf den anderen Tag enteignet würden, brauche sich niemand zu machen, sagt Rytz. «In einem ersten Schritt würde die Zulassung von Neuwagen geregelt, die bestehenden Fahrzeuge aber dürften bis zur Ausmusterung weiterfahren.» Schon heute hätten europäische Städte Umweltzonen eingerichtet, in denen keine Dieselfahrzeuge mehr verkehren dürften.

Rytz ist überzeugt, dass auch die Bevölkerung das Umschwenken auf Elektromobilität unterstützt. «Das deutliche Ja zur Energiestrategie hat gezeigt, dass die Leute etwas verändern wollen und bereit sind, sich von der fossilen Mobilität zu verabschieden.» Autos mit Verbrennungsmotoren seien ja nicht nur klimaschädlich, sondern verbreiteten auch krebserregende Feinpartikel und gesundheitsschädigende Schadstoffe.

In einem nächsten Schritt will Rytz ihre Forderung in die Verkehrs- und Umweltkommission einbringen. Bundespräsidentin Doris Leuthard muss sich schon heute damit beschäftigen. Der Grüne Nationalrat Balthasar Glättli hat in einer Motion den Bundesrat damit beauftragt, die rechtlichen Grundlagen zu schaffen, damit ab 2025 in der Schweiz keine Personenwagen mit Verbrennungsmotoren neu zugelassen werden.

Offene Fragen bei Elektroautos

Auch FDP-Nationalrat Thierry Burkart ist überzeugter Verfechter der Elektromobilität. Dennoch hält er nichts von einem Verbot von Diesel- und Benzinfahrzeugen. «Wir dürfen keine Technologien verbieten, sondern müssen Innovation ermöglichen und vorantreiben.» Dann nämlich würde sich die E-Technologie von selbst durchsetzen. Eine erfolgreiche Zukunft sei ihr gewiss. Es sei auch naiv zu glauben, dass der gesamte Verkehr bis 2040 elektrifiziert sein könne. Entsprechend käme ein Verbot einer Massenenteignung gleich, was inakzeptabel sei.

Andreas Burgener, Direktor vom Importeur-Verband Auto-Schweiz, glaubt, dass die Verkäufe von Elektroautos in den kommenden Jahren aufgrund der strengeren CO2-Grenzwerte deutlich zulegen werden. Ein Verbot lehnt aber auch er ab. «Solche Forderungen müssen realisierbar sein und noch gibt es viele offene Fragen bezüglich der Elektromobilität. Etwa woher die Energie stammt oder wie sie zum Fahrzeug gelangt», so Burgener.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • erelpowerline am 28.07.2017 05:55 Report Diesen Beitrag melden

    abhängig

    jaja, die grünen , wieder verbote organisieren! die schweiz muss eine vorreiterrolle haben- nein, müssen wir nicht!neue technologien ok, aber nicht z. l. des volkes, wer bezahlt dann die infrastruktur und die beschaffung der teuren elektroautos- woher kommt der strom?ja genau- von der dose! gegen atomstrom sein aber dann vom ausland abhängig? löst zuerst die bestehenden stromprobleme anstatt im voraus sich wichtig machen!

  • Atomfrei am 28.07.2017 05:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Atom oder Natur

    Woher nehmen wir den Strom dafür? Kann dann jeder sich ein solches Auto leisten?

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  • Willi Schwyn am 28.07.2017 05:52 Report Diesen Beitrag melden

    Für alle E-motoren ?

    Was passiert dann mit LKW und Bussen ???

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Die neusten Leser-Kommentare

  • SA am 29.07.2017 17:03 Report Diesen Beitrag melden

    Falscher ansatz

    Es sind nicht die Autos die den grössten teil des CO2 produzieren, und gemäss einer Studie entstehen bei der produktion von Elektroautos so viel CO2 das man ein Benzin Auto 10 Jahre fahren kann um gleich viel CO2 zu produzieren. In der heutigen Zeit wo viele ihr Auto c.a. nach 5 Jahren ersetzen ist das nicht Klimaschonend... Man sollte zu erst an anderen Orten anfangen die CO2 billanz zu verbessern.

  • Muss Nachfragen am 29.07.2017 16:38 Report Diesen Beitrag melden

    US 83 Norm

    Soso im Alleingang den Katalysator eingeführt? Schweden und Kalifornien galten ebenfalls schon Abgasharte Länder mit entsprechenden Gesetzen. USA hatte noch vor 1980 Bleifreies Benzin und 1 Weg Katalysatoren. Diese waren in der Schweiz damals verboten und mussten am Neuwagen demontiert werden.

  • P.O am 29.07.2017 13:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo bleibt die Wahrheit?

    Die Schweiz habe als erstes Land den Kat eingeführt?? Dass ich nicht lache!!!! Die USA hat die schon vorher gehabt. Mussten aber für den Europabereich alle wieder ausgebaut werden. Ist die Schweiz immer noch so verlogen?

  • mike am 29.07.2017 12:15 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht realistisch

    Wenn wir vor dem rest der EU ein verbot für Verbrennungsmotoren haben, werden wir mit unseren elektro Autos nicht mehr ins Ausland in Urlaub fahren können, da die Infrastruktur zum laden eines E-Autos noch sehr lange nicht vorhanden sein wird. Ich war gerade mit dem Auto in Italien und Frankreich. Ich habe nirgends Elektro Ladestationen gesehen. Davon braucht es erstmal viel viel mehr.

    • Cara am 29.07.2017 13:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @mike

      Soweit studieren die gar nicht, wie bei vielen! Wenn sie es dann erreicht haben und das Problem selber einsehen, werden sie dann 10 Jahre lang an diesem Problem rum diskutieren bis es dann wieder eine Abstimmung gibt, in den nächsten Schwachsinn! Es leben die Grünen ...ha ha.. schönes Weekend wünsche ich dir. Hätten wir nicht immer mehr auswertige Einwohner gäbe es auch weniger Autos, aber das wär dann wider was für die SVP ;-)

    • Kritiker62 am 29.07.2017 17:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @mike

      kann ich nur zustimmen! und anstelle von 8 std ist man dann mindestens 1.5 tage unterwegs, die batterie muss ja auch geladen werden!

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  • JN am 29.07.2017 08:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Steuerausfall

    Und wie würden der Staat die Steuerausfälle der wegfallenden Mineralölsteuer kompensieren? Wahrscheinlich würden die Strompreise des im Ausland teuer eingekauften Atomstroms zusätzlich besteuert und ins unermessliche steigen.