Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Rares Gut
17. Dezember 2012 09:57; Akt: 17.12.2012 10:07 Print
Schweizer Christbäume heiss begehrt
Die Mehrheit der in der Schweiz verkauften Christbäume stammen aus dem Ausland. Wer einen Schweizer Baum haben will, muss Glück haben und tiefer in die Tasche greifen.

Jeder will einen, nicht jeder bekommt einen: Einen Schweizer Christbaum. (Bild: Keystone)
Rund eine Million Christbäume werden in der Schweiz jedes Jahr verkauft. Die Mehrheit von ihnen stammt aus dem Ausland. Zwar steigt die Nachfrage nach einheimischen Tännchen, das Angebot ist jedoch zu klein - und das Heranwachsen neuer Bäume dauert Jahre.
Bildstrecken Drei Wintermeister als ChristbaumverkäuferEishockey-Nati verkauft Weihnachtsbäume«Die Tendenz ist deutlich spürbar, dass die Konsumentinnen und Konsumenten einen Schweizer Christbaum bevorzugen», sagt Josef Brägger von IG Suisse Christbaum, die Dachorganisation der schweizerischen Christbaumproduzenten. Um die wachsende Nachfrage zu befriedigen, müssten einheimische Bäume auch erhältlich sein.
Die Aufzucht weihnachtswürdiger Nadelbäume hinkt der Nachfrage hinterher. «Es wird mittlerweile mehr produziert», sagt Brägger. Doch lasse sich die Zahl angebotener Bäume nicht von einem Jahr aufs andere beeinflussen.
Jahrelange Aufzucht
Sieben bis acht Jahre dauert es, bis ein neu gepflanzter Tannenbaum als Christbaum gefällt werden kann. Die Anbaufläche in der Schweiz sei seit mehreren Jahren erhöht worden, hiess es auf Anfrage bei Coop. Der Grossist verkauft nach eigenen Angaben rund 80'000 Christbäume pro Jahr.
Es dauere aber seine Zeit, bis auch das Angebot einheimischer Tannen ausgebaut werden könne. Auf rund 35 Prozent beziffert Coop den Anteil Schweizer Christbäume am gesamten Sortiment, Tendenz steigend. In den vergangenen Jahren seien immer weniger Bäume importiert worden.
Bei der Konkurrentin Migros ist es schwerer, an Zahlen zu kommen; die einzelnen Genossenschaften kaufen die einheimischen Bäume unabhängig ein. Migros-Sprecherin Jeannine Villiger schätzt den Anteil an Schweizer Bäumen auf 50 Prozent.
Gegenüber dem Vorjahr sei dieser Wert konstant geblieben, sagt sie. «Wir stellen jedoch einen Trend fest, dass Bäume aus der Region bevorzugt werden.»
Schweizer Bäume etwas teurer
Egal ob aus der Schweiz oder aus dem Ausland: Beim Preis spielt die Herkunft keine grosse Rolle, wobei einheimische Tannen im Schnitt etwas teuer sind. «Die Unterschiede bewegen sich aber im marginalen Bereich», sagt Brägger. Die momentane Währungssituation habe die Lage nicht zugunsten der Schweizer Bäume verbessert.
Was für die inländische Produktion spreche, sei die Frische: Die importierten Bäume stammen meist aus Dänemark, seltener aus Deutschland. Dort werden sie - ebenso wie in der Schweiz - in grossen Baumschulen aufgezogen. Einige seien bereits Mitte November gefällt worden. «Das sieht man ihnen teilweise sofort an», stellt Brägger fest.
Urs Wehrli, Sprecher des Verbands Waldwirtschaft Schweiz (WVS), geht davon aus, dass sich die Christbaummarkt in Zukunft polarisieren wird. «Die einen werden einfach zuschlagen, wenn sie einen Baum für 20 Franken sehen», sagt er. Auf der anderen Seite beobachte er den Trend - ebenso wie in der ganzen Landwirtschaft -, dass der Käufer die Herkunft des Produkts genau kennen will.
Doch nicht nur über den Anbauort wollten gewisse Konsumenten besser informiert sein. Ihr Wunsch nach präziser Deklaration gehe noch viel weiter: So möchten einige sogar die Mondphase wissen, bei der der Christbaum gefällt wurde.
(sda)
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.
-
Alle 29 Kommentare

Die Printausgabe von 20 Minuten gibts jetzt auch als ePaper.
Die 20 Minuten App Familie
Thank god it's Friday!
DIE Nightlife-Website für Partyverrückte aus aller Welt





















Alle geschält!
Alle Bäume, die man in der Schweiz kaufen kann, sind unten sinnlos geschält. Die halten dann auch nicht lange, egal, woher se stammen.
Schönster Anlass
Bei uns kann jeder Dorfbewohner bei der Ortsgemeinde einen Baum gratis abholen. Dieser Anlass findet jeweils am letzten Samstag vor Weihnachten statt und ist ein Highlight des Jahres. Das halbe Dorf ist dann auf den Beinen und man trifft sich zu Weihnachtsmusik, Glühwein und Bratwurst. Zudem werden die Bäume von den 5. Klässler im Riet jährlich aufgeforstet und gepflegt. Freu mich schon auf nächsten Samstag, dann ist es wieder soweit.
Wie schön!
Das ist einmal ein schöner Brauch! Da könnte sich so manche Gemeinde was abgucken.
subvention
Ich habe einen Kunststoffbaum. Würde ich einen echten wollen(1mal im Jahr) würde ich einen aus der Region kaufen um unsere Buure zu unterstützen.
Keine Sorge,
falls du Steuern zahlst unterstützt du die Bauern schon mehr als genug...