Verfünffacht

18. Mai 2017 05:43; Akt: 18.05.2017 05:43 Print

Schweizer Crowdfunding bricht die 100-Mio-Marke

von Isabel Strassheim - Schweizer haben 2016 insgesamt 128 Millionen Franken via Crowdfunding gesammelt. Sportvereine entdecken es, aber auch Firmen suchen so Kredite.

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Onlinebanking geht auch ohne Bank: Wer einen Kredit will, macht das auch in der Schweiz zunehmend über eine Crowdfunding-Plattform. Geldgeber ist dann die Crowd, dass heisst eine Vielzahl von Investoren. Dem herkömmlichen Crowdfunding als Spende gibt das einen neuen Boost: Die Schwarmfinanzierung in der Schweiz insgesamt hat sich 2017 von rund 28 Millionen Franken im Vorjahr auf 128 Millionen Franken fast verfünffacht, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Erhebung der Hochschule Luzern zeigt. Dieses Jahr dürfte das rasante Wachstum demnach weitergehen und das Volumen auf 300 bis 400 Millionen Franken steigen.

«Im vergangenen Jahr haben auch professionelle Anleger das Crowdfunding entdeckt», sagt Studienautor und Finanzprofessor Andreas Dietrich zu 20 Minuten. Insgesamt machten über 100'000 Personen und Firmen 2016 mit. Als das Crowdfunding aufkam, waren es Konzerte oder Charity-Projekte, für die online Geld aufgetrieben wurde. Das waren meistens Spenden. Inzwischen breitet sich der Markt jedoch auf Kredit-Finanzierungen aus (siehe Box zu den verschiedenen Crowdfunding-Arten). Und das gilt nicht nur für Start-ups, sondern auch für KMU. In der Schweiz wuchs diese neue Finanzierungsart für Firmen oder Private im vergangenen Jahr fast um 600 Prozent auf 55 Millionen Franken.

Neuer Geldkanal auch für Sportvereine

Die Plattformen verändern sich: Zunächst vermittelten sie zwischen Privaten und wurden oft als Tool genutzt, um einfach Geld unter Familie oder Freunden zusammenzubringen. «Inzwischen vermitteln die rund 50 Crowdfunding-Plattformen auch Unternehmen, die Geld suchen, mit Pensionskassen, die Geld anlegen wollen», sagt Dietrich. Für die institutionellen Anleger kann das wegen der niedrigen Renditen auf dem Anleihemarkt interessant sein, die Renditen für KMU-Crowdkredite liegen laut Dietrich zwischen 4 bis 6 Prozent.

Zugleich aber weitet sich der Kreis auch fürs gemeinnützige Crowdfunding aus: «Immer mehr Sportvereine nutzen dies», sagt Dietrich. Sie finanzierten damit spezielle Anschaffungen, die Renovationen ihrer Clubhäuser oder den Bau neuer Anlagen. In Biel sammelt etwa der Verein Tennis Champagne per Wemakeit.org Geld für zwei neue Tennisplätze. Laut dem Breitensportverband Sport Union Schweiz wird die Schwarmfinanzierung langsam, aber sicher zum zusätzlichen Werkzeug für Vereine: «Wir können durch neue Kanäle andere Gönner erreichen», sagt Sprecherin Brigitte Senn.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Typhoeus am 18.05.2017 06:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bisher lief der Begriff

    unter Sponsoring.

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  • Cherokee am 18.05.2017 06:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Direkt

    Zitat:"um einfach Geld unter Familie oder Freunden zusammenzubringen" (Zitat Ende). Wäre es da nicht einfacher die Familie oder Freunde direkt zu fragen?

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  • Anubis X treme am 18.05.2017 07:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Crowdfundet

    besser mal die AHV. Armut in der Schweiz usw. Hässlich wie heutzutage Geld vorhanden ist für z.t unnütze Projekte, wo bedarf hescht ist aber kein Rappen da.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • L.Claude am 18.05.2017 12:14 Report Diesen Beitrag melden

    Sponsorien wer nichts hat ?

    Da kann man es gleich zum Fernster hinauswerfen. Wer nichts hat bekommt eben kein Geld bei der Bank. Risiko zu hoch. Warum sollte ich jemanden sponsoren?

  • Mike Beck am 18.05.2017 09:57 Report Diesen Beitrag melden

    Onlinebanking geht auch ohne Bank

    Was bitte hat das mit Onlinebanking zu tun? Habe noch nie ein Onlinebanking gesehen, dass hunderttausende von Franken Kredit einfach so ohne Sicherheiten vergibt...

  • M.Lo am 18.05.2017 09:38 Report Diesen Beitrag melden

    Für eigene Zwecke?

    Angenommen ich würde für ein Projekt Crowdfunding betreiben, aber das Geld dann selber einsacken. Ist das strafbar oder nicht? Mich interessiert wirklich ob man damit Geld machen könnte.

  • Martin Wipf am 18.05.2017 09:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Crowdfunding 2mal

    Ich habe bis jetzt an zwei Spielen mich beteiligt bzw unterstützt. Einen kleinen Betrag für das Mittalterspiel: Kingdom come Deliferance. Und der grösste Betrag geht an Chris Roberts Star Citizen, wo ich schon ganz spitz drauf bin. Ach und SC hat schon seine 149Mio zusammen. Der Titel der zeigt, dass ein Traum auch verwirklicht werden kann (mann muss denen genug Zeit geben) und das man keinen Publisher haben muss, der das Spiel verbuggt ausliefert. Schönen Tag wünsche ich allen.

  • Herrcool.es am 18.05.2017 08:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toll für gemeinnützige Zwecke

    Aber als Investition echt gefährlich bis ungeeignet, weil in der Branche keine Kontrolle stattfindet