Jungfernflug

11. Mai 2015 09:20; Akt: 11.05.2015 14:34 Print

Schweizer Jet PC-24 hat den Erstflug absolviert

von Sandro Spaeth, Buochs - Historischer Tag für die Schweizer Luftfahrt: Der Pilatus-Jet PC-24 absolvierte seinen ersten Testflug. Es ist der erste Schweizer Jet seit 50 Jahren.

Bildstrecke im Grossformat »
Der Erstfug des PC-24 dauert exakt 57 Minuten. In der Diashow nochmals die wichtigsten Momente des Jungfernfluges. Der PC-24 macht sich bereit. Der Start erfolgt in Richtung Vierwaldstättersee. Die ganze Belegschaft von Pilatus stellt sich am Rande des Flugfeldes auf. Im PC-24 sitzen Testpilot Paul Mulcahy aus England und Pilatus-Chefpilot Reto Aeschlmann. Rund 2500 Schaulustige wollen das Spektakel live miterleben. Und er ist in der Luft Begleitet wird er von einem Pilatus PC-21 Die Pilatus-Flugzeugwerke hatten mit viel Pomp am Freitag, 1. August 2014, ihren neuen Business-Jet PC-24 vorgestellt. Das Datum des Erstflugs hielt man aber geheim. Das Rollout wurde mit einer gigantischen Show zelebriert. Doch bei der Entwicklung des Fliegers stehen den Pilatus-Flugzeugwerken noch immer Probleme im Weg. So haben sie mit Patenträubern und Gewichtsproblemen zu kämpfen. Trotzdem wurde das Rollout so richtig gefeiert. Zum Anlass kamen zahlreiche Politiker, Vertreter der Armee und Schaulustige. Als Bundesrat Ueli Maurer neben dem Jet stand, konnte er seine Begeisterung kaum verbergen. «Ich platze fast vor Stolz­», sagte er zur Zuschauermenge. Maurer gab in seiner Rede bekannt, dass der Bundesrat seine Reisen künftig mit dem neuen Jet machen werde. Rund 20'000 Gäste wurden am Flugplatz in Buochs NW zum Rollout erwartet. Auch eine Flugshow durfte an diesem Tag nicht fehlen. Das Spektakel dauerte den ganzen Tag. Damit die zahlreichen Gäste nicht verhungern, haben die Veranstalter auch beim Essen mit der grossen Kelle angerührt. Zum Glück der Zuschauer spielte das Wetter mit. So war die Flugshow umso eindrücklicher.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Um die Pilatus-Werke in Stans haben sich heute die Spotter gesammelt. Der Grund: Der erste Jet aus Schweizer Produktion seit 50 Jahren hat zum ersten Mal abgehoben. Diesen Zeitpunkt hatten die Pilatus Flugzeugwerke lange geheim gehalten. Das offizielle Statement aus Stans lautete nur, man werde im Mai die ersten Testflüge durchführen. Bis anhin hatte der Jet auf dem Flugplatz Stans/Buochs lediglich Rolltests absolviert. Doch heute ist es so weit. Der Flug dauerte exakt 57 Minuten, der Jet befand sich dabei auf 10'000 Fuss. An Bord waren der Pilatus-Chefpilot und ein erfahrener Testpilot aus England.

Am vergangenen 1. August hatte Pilatus das erste Exemplar des Düsenjets mit viel Pomp und Patriotismus der Öffentlichkeit vorgestellt. Das 75-Jahre-Jubiläum des Flugzeugbauers verbunden mit dem Rollout des Super-Jets lockte rund 20'000 Besucher auf den Flugplatz Stans/Buochs. Der bis 787 km/h schnelle Düsenjet bietet je nach Ausstattung Platz für zehn Personen und hat eine Reichweite von 3600 Kilometern. Der Listenpreis beträgt rund 8,9 Mio. Dollar. Die Zulassung des Jets für den Weltmarkt durch die europäischen und amerikanischen Behörden ist für 2017 vorgesehen, zuvor soll der Flieger während rund 2400 Flugstunden getestet und allenfalls überarbeitet werden.

Produktion während Jahren ausverkauft

Pilatus hatte den PC-24 vor rund einem Jahr an der European Business Aviation Convention & Exhibition (EBACE) in Genf erstmals zum Verkauf angeboten. Obwohl das Flugzeug damals lediglich als Modell existierte, gingen in nur zwei Tagen 84 Bestellungen ein, wie Pilatus stolz vermeldete. Damit sei gleich die Produktion für bis zu fünf Jahre ausverkauft. Namhafte Persönlichkeiten, darunter auch Nestlé-Präsident Peter Brabeck, hatten sich für den Kauf des Jets entschieden. Später bestellte auch die Schweizer Landesregierung einen Pilatus-Jet. Dem Vernehmen nach plant Pilatus den Prototypen des PC-24 für die diesjährige EBACE nach Genf zu fliegen. Die Messe beginnt am 19. Mai.

Der grosse Vorteil des PC-24 ist, dass er auch auf unebenen Pisten landen kann. Im Interview mit 20 Minuten sagte Pilatus-Chef Schwenk einst: «Wir können weltweit doppelt so viele Flugplätze anfliegen wie unser nächster vergleichbarer Konkurrent. Somit ist der PC-24 für all jene Kunden attraktiv, die näher und schneller an ihr Ziel fliegen wollen.» Als einziger Jet verfügt der PC-24 über ein Frachttor, mit dem auch sperrige Güter innert weniger Minuten geladen werden können.


Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Take off am 11.05.2015 10:05 Report Diesen Beitrag melden

    Super!

    Freut mich sehr, dass Pilatus aus der Schweiz ein offenbar konkurrenzfähiges Flugzeug anbieten kann. Bravo!

    einklappen einklappen
  • Chrigu BE am 11.05.2015 10:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation

    Ich gratuliere - sicherlich im Namen Vieler hier! Und: wir wünschen allzeit guten & sicheren Flug!

  • Pilatus am 11.05.2015 10:10 Report Diesen Beitrag melden

    Macht mich Stolz

    Ist einfach zu geil, hätte ich das nötige kleingeld würde ich mir auch einen leisten.

Die neusten Leser-Kommentare

  • guildo Merino am 12.05.2015 07:34 Report Diesen Beitrag melden

    Super Projekt

    Freut mich sehr das in der Schweiz solchen Maschinen gebaut wird.

  • Peter G. am 12.05.2015 06:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da kriegt der Begriff ...

    ... made in Switzerland eine ganz neue Bedeutung. Bravo Pilatus Werke!

  • carl-fritz relztneik am 11.05.2015 23:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Swiss made

    Super! Ich warte darauf, dass der A380 in der CH hergestellt wird. Alles Swiss Quality, das wär der "Börner"!

    • Chris am 12.05.2015 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Pilatus

      Einiges davon wird schon in der CH hergestellt, unter anderem bei Pilatus und Ruag.

    einklappen einklappen
  • Peter Schr. am 11.05.2015 23:04 Report Diesen Beitrag melden

    Nationalstolz

    liegt mir nicht. Es ist ja schön, dass die ein neues Flugzeug bauen. Aber stolz bin ich nur auf meine eigenen Leistungen, oder wenn ich jemandem sehr verbunden bin, auf seine Leistung.

  • Anonym am 11.05.2015 22:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pilatus ist gute Qualität

    Warum sollte man nicht stolz sein? Pilatus Flugis sind rund um die Welt bekannt. Ziviel und Militärisch. Sogar die Amis nutzen PC 9 militärisch. Pilatus steht für sehr gute Qualität. Wen man sieht wie viel Pilatus Nutzer und Kunden rund um den Globus es giebt, ist das ja der beste Beweis.