Kooperation mit Audi

03. September 2014 23:22; Akt: 04.09.2014 12:33 Print

Schweizer Start-up will Kraftstoff revolutionieren

von Laura Frommberg - Eine kleine Schweizer Firma hat ein Gerät entwickelt, das CO2 in neuen Treibstoff umwandeln kann. Nun erhält das Start-up Unterstützung von einem grossen Automobilhersteller.

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Es hört sich an wie die Lösung aller Klimaprobleme: Ein Gerät saugt CO2 aus der Luft und wandelt dieses so um, dass man daraus wiederum neue Treibstoffe wie Diesel, Benzin oder Methan herstellen kann – durch deren Verbrennung wiederum CO2 entsteht.

Das Schweizer Start-up Climeworks hat mit dem CO2-Kollektor eine Maschine entwickelt, die genau das kann. Sie sieht ein bisschen aus wie ein übergrosser Fotoapparat. Acht dieser Kollektoren bilden dann ein Modul, das so gross ist wie ein Schiffscontainer und überall aufgestellt werden kann.

Nun hat Climeworks mit seinem Projekt «den wichtigsten Meilenstein seit der Gründung 2009 erreicht», so Climeworks-Gründer und CEO Christoph Gebald. Das an der ETH Zürich entstandene Unternehmen hat als Kooperationspartner den deutschen Automobilhersteller Audi an Bord geholt, wie an der Konferenz Swiss Energy and Climate Summit in Bern bekannt wurde.

Investitionen und Know-how

Man wolle Climeworks mit signifikanten Investitionen und industriellem Know-how unterstützen, heisst es von Audi. Das Ziel sei, die Kollektoren zur Grossserien-Reife zu bringen. Das ist allerdings noch ein weit entferntes Ziel: «Kurzfristig kostet es zu viel für den Markt», so Gebald. Langfristig seien Kosten von etwa 100 Franken pro Tonne Kohlendioxid zu erwarten – bei 1000 Tonnen, die ein Modul jährlich verarbeite, seien es also Kosten von 100'000 Franken pro Jahr.

Finanziert hat sich Climeworks bisher mit Geldern von Einzelinvestoren, aber auch von Unternehmen wie etwa der ZKB. Ausserdem habe man auch offizielle Fördergelder vom Bund und Preisgelder erhalten, erklärt Gebald.

Das erste industriell gefertigte Modul soll 2015 in einer Anlage von Audi integriert werden, die synthetische Treibstoffe herstellt. Man halte die Anlage für vielversprechend, weil sie keine Konkurrenz für die Nahrungsmittelindustrie darstelle. Viele alternative Treibstoffe werden etwa aus Mais oder Zucker hergestellt.« Ausserdem würden mit den Kollektoren die Gewohnheiten der Menschen nicht zu sehr strapaziert, da keine Extra-Anschaffungen wie Aufladestationen nötig wären», erklärt Hagen Seifert, der bei Audi für die Klimaneutralität zuständig ist. Gleichzeitig wolle man zeigen, dass eine CO2-neutrale Mobilität auch ohne Elektroautos möglich sein kann.