Mehr Übernachtungen

22. Februar 2018 14:04; Akt: 22.02.2018 15:15 Print

Schweizer Tourismus schafft die Trendwende

Die Hotels in der Schweiz haben 2017 die schwierigen Jahre nach der Finanzkrise hinter sich gelassen. Sie verzeichneten wieder fast gleich viele Gäste wie in den Rekordjahren 1990 und 2008.

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Die Schweizer Hotellerie verzeichnete gemäss den am Donnerstag vom Bundesamt für Statistik (BFS) publizierten Zahlen im vergangenen Jahr 37,4 Millionen Logiernächten. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 5,2 Prozent. Die Schweizer Hotels näherten sich damit nach acht schwierigen Jahren wieder den Rekordwerten von vor der Finanzkrise an.

Für den kräftigen Logiernächtezuwachs sorgten sowohl Schweizer als auch ausländische Gäste. So stieg die Zahl der Übernachtungen von Einheimischen um 4,2 Prozent auf 16,9 Millionen. Die Zahl der Übernachtungen von ausländische Touristen erhöhte sich um 6,1 Prozent auf 20,5 Millionen.

Schweizer Tourismus 2017 wieder mit kräftigem Plus

Dafür gesorgt haben vor allem Gäste aus Asien ( 13 Prozent auf 5,2 Millionen) und Amerika ( 12 Prozent auf 2,8 Millionen). Asien sei weiterhin der Wachstumstreiber für den Schweizer Tourismus, schreibt die Branchenorganisation Schweiz Tourismus in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Insbesondere aus Korea und Indien sind 2017 deutlich mehr Touristen in die Schweiz gereist. Den starken Anstieg der amerikanischen Gäste erklärt die Branchenorganisation unter anderem mit der soliden US-Wirtschaft und den zusätzlichen Direktflügen.

Deutsche reisen wieder in die Schweiz

Erstmals seit der Finanzkrise zeichnet sich auch bei den europäischen Gästen eine Erholung ab. Nachdem Schweizer Hotels in den letzten acht Jahren rund ein Drittel der europäischen Gäste verloren haben, sind 2017 die Logiernächte dieser Touristen um 2,2 Prozent auf 11,9 Millionen angestiegen.

Für das grösste Plus sorgten die Belgier. Aber auch Deutsche, Spanier und Russen haben vermehrt in der Schweiz Ferien gemacht. Eine Ausnahme in Europa sind dagegen die Briten. Deren Übernachtungszahlen sind gegen den allgemeinen Trend um 1 Prozent gesunken, was Schweiz Tourismus auf den Brexit zurückführt.

Keine Ausreisser nach unten dagegen gibt es in der Schweiz. Sämtliche Tourismusregionen haben vom Aufwärtstrend profitiert. Mit Zuwächsen zwischen 5 und 8 Prozent verzeichneten insbesondere die Berggebiete nach Jahren im Sinkflug wieder ein deutliches Wachstum.

Für die Branchenorganisation Schweiz Tourismus ist das der Beleg, dass der Schweizer Tourismus die Trendwende geschafft hat. «Die achtjährige Durststrecke ist überstanden», sagte der neue Direktor der Branchenorganisation Martin Nydegger am Donnerstag vor den Medien. «Aus dem wichtigen Markt Europa strömen die Gäste wieder in die Schweiz.»

Nydegger ist darum auch zuversichtlich, dass der Aufwärtstrend anhält. Für die laufende Wintersaison prognostiziert Schweiz Tourismus ein Plus von 4 bis 5 Prozent bei den Logiernächten. Damit ist die Branchenorganisation indes optimistischer als die Konjunkturforschungsstelle der ETH KOF; sie sagt ein Plus von 3,6 Prozent voraus.

Neue Tourismussaison Herbst

Bei der Marketingorganisation will der Nachfolger des langjährigen Chefs Jürg Schmid die Digitalisierung weiter vorantreiben und die Kommunikation stärker auf Frauen ausrichten, weil diese in immer stärkerem Ausmasse entscheiden, wohin die Reise geht. «Unsere Sprache und Ästhetik sollen sinnlicher und verspielter werden», sagte Nydegger.

Inhaltlich will er im Ausland die Schweiz neu auch als Destination für gutes Essen und Gesundheit positionieren. In der Schweiz selbst ist der Herbst Marketing-Schwerpunkt. Schweizerinnen und Schweizern soll diese Jahreszeit als neue, eigenständige Saison angepriesen werden. «Der Herbst hat sich vom grossen Bruder Sommer emanzipiert», sagte Nydegger. Seine Stichworte dazu sind Farben, Kulinarik, Brauchtum und Soft Outdoor, womit vor allem das gute alte Wandern gemeint ist.

(fur/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heinz am 22.02.2018 16:49 Report Diesen Beitrag melden

    Werbung wird überschätzt.

    Bleibt auf dem Teppich. Die Werbeheinis von CH-Tourismus werden massiv überschätzt. Der viele Schnee hat es alleine gebracht.

    einklappen einklappen
  • D. Paul am 23.02.2018 08:16 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Sorge

    Keine Sorge, das Gejammer der Touristiker geht spätestens im Frühjahr wieder los. Sie denken immer nur kurzfristig, melden kurzfristige Erfolge und jammern nachher wieder lange und schreien nach Subventionen. Das kommt ganz sicher bald.

  • roro am 22.02.2018 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Franken Kurs

    Dachte dass der hohe Frankenkurs geschadet hat??? Was also doch nur ein Jammern um Vergünstigungen. Dann sollte es aktuell ja noch besser werden. Kommt nun etwas für die Vergünstigungen zurück?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andreas R. am 09.03.2018 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    So siehts aus

    Schön. Ich habe über 20 Jahre ein Segelboot am Bodensee. Für den Platz bezahle ich Fr.6500. Ich schlafe im eigenen Boot am eigenen (sehr teuren) Liegeplatz. Dann kamen auf einmal jährliche Rechnungen von der Gemeinde, wo ich gezwungen wurde, zu zahlen. Für was? Es hiess, dass wir Betten im eigenen Boot benützten und dafür eine Strafsteuer an die Hoteliers zahlen müssten. Seither kaufe ich in Österreich ein, gehe ich auch dort ins Resti u.v.m.

  • Sven am 23.02.2018 16:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    weiter so

    Bravo Martin Nydegger, kompetent und unaufgeregt wird die unselige Periode Jürg Schmid ad acta gelegt. Der Erfolg zeigt's!

  • rocky am 23.02.2018 15:07 Report Diesen Beitrag melden

    Welches Ziel verfolgt diese Branche?

    Geht es nur mir so, dass diese Aussage über die Gästeanzahl nichts-sagend ist, oder auch anderen? Wo sind die Informationen über die durchschnittlichen Preise, Kosten, Wechselkursvergleich (in den angegeben Jahren) usw. Umsatz- und Gewinnvergleiche würden eher Sinn machen, denn dann sieht man ob die Tourismusbranche gut gewirtschaftet hat. Schliesslich kann man auch die Zimmer gratis anbieten, dann wären die Hotels für das ganze Jahr überbucht.

  • Die Tourismus Musikanten am 23.02.2018 14:26 Report Diesen Beitrag melden

    Sonne am Berg - Sonne im Portemonnaie

    Profitieren all jene welche täglich den A.s.. aufreissen für eine dieser Übernachtungsbetriebe auch von der Sonne? Und kaufen sich die Hoteliers im Schnee jetzt die neuen M-B oder Cayenne 4x4 statt zu renovieren? Wird der reduzierte MWST-Ansatz angeglichen oder wirbeln die Lobbyisten bereits und faseln von "unantastbar"? Klar der nächste Lothar kommt auch wieder mal ...

  • Fippu am 23.02.2018 13:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weinen

    Die Tourismusbranche ist schlimmer als die Bauern mit weinen. Und zum Schluss schreiben sie risen Gewinne