Costa-Kreuzfahrten

13. November 2012 10:55; Akt: 13.11.2012 14:07 Print

Schweizer dürfen wieder fremdbuchen

von A. Hämmerli und S. Spaeth - Reisehungrige Schweizer können Kreuzfahrten wieder in Deutschland buchen. Das Verkaufsverbot des Anbieters Costa wurde aufgehoben. Drüben ist es aber nicht immer günstiger.

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Volle Kraft voraus: Die Costa Magica. (Bild: Keystone)

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Gute Nachrichten für Ferienhungrige: Schweizer Kunden können Kreuzfahrten der Marke Costa neuerdings auch wieder in deutschen Reisebüros kaufen. Die Reederei hatte dem «Buchungstrick» im Frühling 2011 den Riegel geschoben. Dies mit der Drohung, den Reisebüros die Kommission zu streichen, sollten sie ihr Angebot an Schweizer vertreiben.

Der Grund für das damalige Verkaufsverbot über die Grenze ist simpel: So konnte Costa höhere Preise für Schweizer durchsetzen. Ein bislang unveröffentlichter Vergleich zwischen den Angeboten auf den Webseiten von Costa-Kreuzfahrten in der Schweiz und in Deutschland durch 20 Minuten Online zeigt massive Preisunterschiede.

Anfang März 2011 kostete eine siebentägige Mittelmeerkreuzfahrt (mit der in der Zwischenzeit gesunkenen Costa Concordia), die im Dezember desselben Jahres von Italien nach Frankreich und Tunesien führte, beim deutschen Portal umgerechnet ab 388 Franken, für Schweizer dagegen mindestens 920 Franken. Das sind 137 Prozent mehr. Und derart krasse Unterschiede bei letztlich exakt gleichem Angebot waren längst keine Einzelfälle.

Chefin fand Preisdifferenz fair

Auf die Frage, wieso die Preise derart unterschiedlich seien, entgegnete Costa-Schweiz-Chefin Nicole Jordan seinerzeit, dass hierzulande die Lebenshaltungskosten höher seien und dass im kleinen Reisemarkt Schweiz die Konkurrenz weniger stark spiele. Dies beeinflusse eben die Preisgestaltung. Zudem glaubte sie damals noch, dass «die meisten Schweizer Kunden» Verständnis für die höheren Preise hätten. «Persönlich fände ich es unfair, falls jeder Kunde weltweit den gleichen Preis bezahlen müsste», so Jordan. Mit ihren damaligen Aussagen konfrontiert, gab sich die Costa-Managerin zugeknöpft und wollte keine Stellungnahme abgeben.

Dass die Reederei eingelenkt hat, ist auf Protest des deutschen Reisebüroverbandes zurückzuführen, der im Frühjahr 2011 zu einer Vorabklärung der Schweizer Wettbewerbsbehörden (Weko) geführt hat. «Mit der jetzt erfolgten Anpassung von Costa hat sich das Thema für uns erledigt», wird der stellvertretende Weko-Direktor, Patrick Ducrey, im Fachmagazin «Travel Inside» zitiert.

Preise näher beieinander

Dass es zu einer erneuten Verlagerung von Buchungen nach Deutschland kommt, glaubt man bei Costa nicht. Die Preise hätten sich in der Zwischenzeit ohnehin angenähert. Die führende Reederei hatte 2011 schätzungsweise rund 30 000 Schweizer Kunden.

Ein aktueller Preisvergleich auf costakreuzfahrten.de und costakreuzfahrten.ch zeigt, dass die Preisunterschiede heute tatsächlich milder ausfallen: Eine siebentägige Kreuzfahrt mit der Costa Magica mit den Destinationen Griechenland und Kroatien in einer Innenkabine im August 2013 kostet über das Schweizer Portal 1390 Franken, in Deutschland dagegen umgerechnet 1145 Franken. Schweizer zahlen also 21 Prozent mehr.

Die «Grosse Kreuzfahrt zum anderen Ende der Welt», die innert 88 Nächten von Australien zurück nach Europa führt, kostet im Januar ab 5980 Franken für diejenigen, die über die Schweizer Seite buchen. Wer dagegen auf costakreuzfahrten.de bucht, zahlt mindestens 7358 Franken. Wer also in der Schweiz bucht, spart 19 Prozent.

Keine aktive Werbung

Gross rausposaunen dürfen die deutschen Reisebüros das Ende des Verkaufsverbots an Schweizer übrigens nicht: Mit der neuen Regelung dürfen sie lediglich an bereits interessierte Schweizer Kunden verkaufen. Eine aktive Vermarktung in der Schweiz sowie die hiesige Kundenansprache ist weiterhin verboten.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • George Studer am 15.11.2012 01:43 Report Diesen Beitrag melden

    Aufgelaufen II

    Das Preisverordnungsgesetz schreibt der Branche vor, dass man in der Schweiz nur in CHF Reise publizieren darf, anderenfalls werden wir zur Kasse gebeten. Die Deutschen Anbieter dürfen aber Euro in CH publizieren in Print/Online und niemand kümmert es. Da ist kein WEKO Beamter zuständig Devise wegschauen. Ihr klugen CH mit dem Buchen im Ausland schadet ihr der CH-Reisebranche nicht der Reederei. Was sind 10% Einsparung auf CHF 920.-- = Euro 76.--, ein Abendessen. Fazit: Wir schliessen und eröffnen ein RB in D, die haben ja 6.9 Arbeitslose und brauchen uns dringend.

  • Markus W. am 13.11.2012 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    sonnenklar

    ist doch klar, warum hier in der Schweiz die Preise höher sind, einerseits muss das Reisebüro eine viel höhere Miete bezahlen und die Lohnkosten sind um ein x-faches höher als in Deutschland. Dafür müsste doch jeder Schweizer bereit sein, 137% mehr für das Gleiche zu bezahlen.... oder sehe ich das falsch? Ironie aus...... ;-)

  • Peter Laupi am 13.11.2012 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    Ist schon traurig!

    das der deutsche Reisebüroverband sich für die Schweizer einsetzen(natürlich aus Eigeninteresse)muss und auch etwas erreicht ist wirklich traurig und stimmt einem nachdenklich wie bedeutungslos wir sind.Wir werden wirklich von allen Seiten abgezoggt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ferdinand T. am 15.11.2012 17:36 Report Diesen Beitrag melden

    Andere Länder

    sprechen in derartig gelagerten Fällen eine Busse aus, so dass der Steuerzahler entlastet werden kann.

  • George Studer am 15.11.2012 01:43 Report Diesen Beitrag melden

    Aufgelaufen II

    Das Preisverordnungsgesetz schreibt der Branche vor, dass man in der Schweiz nur in CHF Reise publizieren darf, anderenfalls werden wir zur Kasse gebeten. Die Deutschen Anbieter dürfen aber Euro in CH publizieren in Print/Online und niemand kümmert es. Da ist kein WEKO Beamter zuständig Devise wegschauen. Ihr klugen CH mit dem Buchen im Ausland schadet ihr der CH-Reisebranche nicht der Reederei. Was sind 10% Einsparung auf CHF 920.-- = Euro 76.--, ein Abendessen. Fazit: Wir schliessen und eröffnen ein RB in D, die haben ja 6.9 Arbeitslose und brauchen uns dringend.

  • George Studer CruiseCenter.ch am 15.11.2012 01:34 Report Diesen Beitrag melden

    Aufgelaufen

    Die G7 der CH Kreuzfahrten-Spezialisten versucht seit Jahren eine Preisharmonisierung bei den Reedereien zu bewirken, damit die lieben Schweizer in der CH günstig buchen können. Bei einigen Reedereien wurde dies mit Erfolg erreicht, wie RCI, Celebrity. Nun buchen 30000 CH im Ausland, Umsatz über 57000000.00 gehen so der CH-Reisebranche verloren. Mit diesen Geld könnten wir vermehrt ins online investieren und Arbeitsplätze schaffen und nicht Kurzarbeit einführen. Der Beschluss der WEKO ist ein Kniefall gegenüber des Deutschen Reiseverbandes, welcher nur D einen gefallen macht.

  • Kreuzfahrer, 13,11,12 am 14.11.2012 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    Costa

    Das ist richtig Costa aber auch MSC sind hier Teurer,aber die Getränke für uns Schweizer wieder um einiges Billiger wenn man umrechnet.Ein Großes Bier 5dl,Glas a,Fr,4,50.- oder ein Campari um die 4-6.Fr,Hinzu kommt die Kabinenkategorie da kann es auch für D,Teuerer werden.

  • Stefanie am 13.11.2012 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toll!

    Super, wurde auch Zeit.. Jetzt wo ich grad auf der Costa Fascinosa bin freue ich mich, dass ich das nächste Mal mehr Auswahl beim buchen hab... Allen negativen Erfahrungen zum Trotz - ich bin hier Wunschlos glücklich. Liebe Grüsse aus Bari

    • Aroma Ananas am 14.11.2012 06:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      ahoi und gute fahrt

      Bitte bestelle liebe Grüße an Kapitän Scetino... Und genieß den Urlaub =)

    • miss molly am 14.11.2012 09:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Costa

      Du bist ja so doof. Weißt genau, dass genau dieser Kapitän nie mehr fahren darf. Unnötige Sticheleien.!!

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