Frankenkurs

17. April 2018 05:48; Akt: 17.04.2018 14:39 Print

Shoppen im Ausland lohnt sich immer weniger

Der Franken verliert gegenüber dem Euro an Wert. Das hat Folgen für Schweizer Konsumenten, die gern im Ausland einkaufen.

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Der Schweizer Franken verliert seit mehr als einem Monat kontinuierlich an Wert. Seit einigen Tagen ist der Franken zum Euro so schwach wie seit der Aufgabe des Euro-Mindestkurses vor mehr als drei Jahren nicht mehr. Damals lag der Mindestkurs bei 1.20 Franken. Am Montag kostete ein Euro knapp 1.19 Franken.

Der Schweizer Konsument spürt laut Suzanne Ziegler, Professorin für Banking und Finance an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, diese Kursänderung sofort: «Bestellt man jetzt etwa ein Buch bei Amazon, zahlt man mehr dafür als noch vor ein paar Monaten.»

Dasselbe gelte für alle, die dabei seien, ihre Sommerferien zu buchen. Ziegler: «Bei allem, was wir mit Euro bezahlen, spüren wir den Unterschied. Wir müssen mehr Franken für denselben Eurobetrag zahlen als noch vor einem Jahr.» Die Entwicklung führt laut Ziegler dazu, dass es sich weniger lohnt, im nahen Ausland einzukaufen. In vielen Fällen lohne es sich aber trotzdem noch.

«Franken wird nicht schwächer, sondern normalisiert sich»

Für Ziegler bedeutet die Veränderung: «Der Franken wird nicht schwächer, sondern der Kurs normalisiert sich.» Für lange Zeit habe es geheissen, dass der Franken sehr stark sei. Jetzt normalisiere sich «die überbewertete Schweizer Währung». Ein wichtiger Grund dafür sei, dass sich die Eurokrise aufgelöst habe.

Eine Prognose für die kommenden Wochen zu erstellen, wagt Ziegler nicht. «Der Trend hat gezeigt: Es geht in Richtung eines normalisierten Frankenkurses.» Bleibt die Situation in Europa sowohl politisch als auch wirtschaftlich so bestehen, dürfte der Wechselkurs nicht mehr deutlich sinken. «Sobald aber wirtschaftliche Probleme etwa in den südlichen Ländern auftreten, kann sich der Kurs wieder ändern», so Ziegler.

(sil/sda)