Medizinaltechnik

26. November 2012 11:52; Akt: 26.11.2012 11:52 Print

Singapur investiert bei Straumann

Der Staatsfonds aus Singapur baut seinen Anteil am Schweizer Medizinaltechnikkonzern Straumann stark aus. Verwaltungsrat Thomas Straumann verkauft ein eigenes 10-Prozent-Aktienpaket.

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An der Börse kommt das Engagement von Singapurs Staatsfonds gut an: Der Straumann-Aktienkurs steig um rund 5 Prozent. (Bild: Keystone)

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Der Singapurer Staatsfonds GIC stockt seinen Anteil am Basler Zahnimplantat-Hersteller Straumann von 4 auf 14 Prozent auf. Der bisherige Hauptaktionär, Verwaltungsratsvizepräsident Thomas Straumann, dient dem GIC das 10-Prozent-Aktienpaket an.

Nach dem Verkauf wird Thomas Straumann laut einer Mitteilung vom Montag noch 17 Prozent am an der Schweizer Börse SIX kotierten Unternehmen mit seinem Familiennamen halten. Singapur kommt derweil bereits auf einen Anteil von 14 Prozent.

Die Government of Singapur Investment Corporation Pte. Ltd. (GIC) habe bei der Kaufvereinbarung ein langfristiges Interesse am Unternehmen zum Ausdruck gebracht. Eingestiegen war die 1981 gegründete GIC erst Anfang Oktober. Laut Homepage betreuen deren über 1000 Angestellten Anlagen von über 100 Mrd. Dollar in 40 Ländern.

Laut Straumann-Communiqué strebt GIC gute langfristige Renditen für die Regierung von Singapur an. Der Staatsfonds hält auch eine grössere Beteiligung am Straumann-Konkurrenten Nobel Biocare und war 2008 bei der trudelnden Grossbank UBS mit einem namhaften Betrag eingestiegen - letzteres hat ihm indes bisher herbe Verluste eingebracht.

An der Börse kam das Engagement des Staatsfonds gut an: Der Straumann-Aktienkurs stieg bis kurz vor 11.30 Uhr um 4,7 Prozent, derweil der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) knapp ein halbes Prozent im Minus lag.

Harzige Geschäfte

Straumann begründet den Verkauf der Aktien im Communiqué mit einer Umschichtung seiner Anlagen wegen der schwachen Wirtschaftslage: Er wolle anderweitigen Verpflichtungen nachkommen können. Er zweifle keineswegs an den langfristigen Erfolgsaussichten der Firma Straumann, die sein «Kerninvestment» bleibe.

Die 1954 gegründete Firma Straumann hatte im letzten Jahr mit 2450 Angestellten 694 Mio. Fr. Umsatz erzielt. Die von Thomas Straumann 1997 daneben gegründete Medartis zählt heute 220 Angestellte, publiziert aber keine Zahlen. Medartis stellt Implantate her, die vor allem bei Knochenbrüchen zur Anwendung kommen.

Straumann, der 2004 für seine Implantat-Verdienste den Ehrendoktortitel in Medizin der Uni Basel erhielt, will nach eigenen Angaben «langfristig ausgerichteter Hauptinvestor» der Firma Straumann bleiben. Sein verbliebener Aktienanteil sei mit einer einjährigen Haltefrist belegt.

Der Unternehmer Straumann leistete sich neben den ertragreichen Medizinaltechnikunternehmen auch weniger rentable Liebhabereien, von denen er sich aber zumindest teilweise trennen will. So hat er im Oktober die Aktienmehrheit an der vor sieben Jahren reanimierten defizitäre Schaffhauser Edeluhrenmarke H. Moser & Cie. verkauft.

Im September hatte Straumann bekanntgegeben, dass er seine beiden geschichtsträchtigen Luxushotels «Les Trois Rois» in Basel sowie «Bellevue» in Gstaad BE abstossen will zwecks Konzentration auf die Medizinaltechnik. Das teuer renovierte Trois Rois trägt nur seine Betriebskosten, und das Bellevue leidet unter dem starken Franken.

(sda)

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